Archivierter Artikel vom 19.05.2022, 17:33 Uhr
Frankfurt/Rhein-Lahn

Präses-Wahl bei der EKHN: Birgit Pfeiffer ist neue Vorsitzende – erstmals eine Frau an der Spitze

Birgit Pfeiffer (61) ist neue Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Damit steht laut einer Mitteilung der Landeskirche erstmals eine Frau an der Spitze des mit einem Parlament vergleichbaren Gremiums.

Birgit Pfeiffer
Birgit Pfeiffer
Foto: EKHN

Die promovierte Medizinerin aus Mainz wurde am Donnerstagnachmittag im zweiten Wahlgang mit 59 zu 50 Stimmen gewählt. Vier Delegierte enthielten sich. Neben ihr hatte der Richter Jan Löwer (56) aus Limburg kandidiert. Pfeiffer tritt die Nachfolge von Ulrich Oelschläger (75) an, der nicht mehr für den Vorsitz zur Verfügung stand. Das Amt der Präses ist mit der Rolle eines Parlamentspräsidenten vergleichbar. Es gilt protokollarisch als das höchste Amt in der EKHN und wird ehrenamtlich ausgeübt.

In ihrer Wahlrede sagte die vielfältig in der Kirche engagierte Pfeiffer, dass „unser Glaube an den dreieinigen Gott uns auch in schwierigen Zeiten, in Konflikten und in Veränderungsprozessen Hoffnung geben“ solle. Pfeiffer: „Diese Hoffnung sollte spürbar sein in unseren Gottesdiensten und bei unseren Begegnungen mit Menschen, sie sollte in unseren Gebäuden erlebbar sein. Das ist es nämlich, was uns von anderen Institutionen und Organisationen unterscheidet und uns über alle Generationen und Orte verbindet. Geleitet von dieser begründeten Hoffnung, können wir mutig und getrost in die Zukunft aufbrechen.“

Birgit Pfeiffer (61) ist promovierte Medizinerin und arbeitet als Gleichstellungsbeauftragte an der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Aufgewachsen ist sie im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen. Bis zum Frühjahr dieses Jahres stand sie für 18 Jahre als Präses an der Spitze der Mainzer Dekanatssynode.

In der hessen-nassauischen Kirchensynode vertritt sie aktuell das Dekanat Mainz und war dort zuletzt Vorsitzende des Verwaltungsausschusses. Birgit Pfeiffer war zudem in der elften Kirchensynode von 2010 bis 2016 Mitglied des Kirchensynodalvorstandes und hatte in dieser Funktion drei Jahre lang einen Sitz in der EKHN-Kirchenleitung inne.

Aktuell ist Pfeiffer Vorsitzende der Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen. Zudem engagiert sich Pfeiffer unter anderem noch als Kuratoriumsmitglied der EKHN-Stiftung. Im Jahr 2020 wurde sie wegen ihres vielfältigen ehrenamtlichen Engagements mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die hessen-nassauische Kirchensynode hat aktuell 120 Sitze. Sie repräsentiert rund 1,5 Millionen Evangelische. Geleitet wird die Synode von einem fünfköpfigen Präsidium, dem Kirchensynodalvorstand. Den Vorsitz hat die Präses. Traditionell wird das Ehrenamt in der evangelischen Kirche bewusst von keiner ordinierten Pfarrperson ausgeübt, sondern von einer Persönlichkeit aus der Breite der Gesellschaft. Eine Legislatur des Gremiums dauert sechs Jahre. red