Archivierter Artikel vom 20.08.2012, 08:15 Uhr

Pastillchen geht an schlagfertige Kabarettistin

Bad Ems – Ihre Beobachtungsgabe ist präzise, ihr Lachen ansteckend und ihr Humor so schwarz wie ihr Nachname: Rena Schwarz, Kabarettistin, Schauspielerin und Moderatorin, hat den Kabarettpreis Emser Pastillchen erhalten.

Elfi Jörnhs und Josef Winkler überreichten der Kabarettistin Rena Schwarz (Mitte) das diesjährige Emser Pastillchen.
Elfi Jörnhs und Josef Winkler überreichten der Kabarettistin Rena Schwarz (Mitte) das diesjährige Emser Pastillchen.
Foto: Alexander Hoffmann

Bad Ems – Ihre Beobachtungsgabe ist präzise, ihr Lachen ansteckend und ihr Humor so schwarz wie ihr Nachname: Rena Schwarz, Kabarettistin, Schauspielerin und Moderatorin, hat den Kabarettpreis Emser Pastillchen erhalten.

Zur Preisverleihung im Theater im Badhaus hatte Schwarz auch ihr aktuelles Programm mitgebracht: „Jung? Attraktiv ... und übrig!“ nennt sich ihr humoristischer Rundumschlag gegen eine Gesellschaft, die Singlefrauen über 30 schräg anschaut und ihnen nur noch die Hundewiese lässt, um einen Partner kennenzulernen.

Bevor Schwarz am Samstagabend zeigen durfte, dass Ü-30-Partys für sie keine Alternative zum Singledasein sind, wollte aber noch Josef Winkler auf die Bühne. Selbstredend keine eigene Show, aber zur allgemeinen Erheiterung auch mehr als eine politische, staubtrockene Laudatio hatte der Intendant des Kabarett CasaBlanca mitgebracht.

Die vielen, die sich gegen den lauschigen Sommerabend im Freien und für das Kabarett entschieden hatten, wurden belohnt, denn sie erfuhren nicht nur von den Gemeinsamkeiten zwischen dem Grünen-Politiker und der schlagfertigen Komikerin.

Sie durften auch miterleben, dass Schwarz, so sie denn auf dem Heiratsmarkt noch verfügbar wäre, ihrem Programm gemäß „den Josef“, wie sie Winkler zu nennen pflegte, gleich in die engere Wahl genommen hätte.

Schwarz selbst freute sich über „die wahrscheinlich schönste Trophäe, die als Kabarettpreis nördlich des Äquators überreicht wird“ – gestaltet wie immer von der Bad Emser Keramikerin Lies Ebinger.

Den von der Firma Siemens gestifteten Geldpreis nahm sie auch entgegen – und die obligatorische Nasendusche, „sehr gut für meine Bühnenprogramme im Duo“, kommentierte Schwarz lachend. Und dann durfte sie loslegen: „Ich will einen Mann mit Fähigkeiten, einen, bei dem mir die Passanten nicht mitleidig Geld zustecken, wenn ich mich mit ihm zeige“, hob sie zu ihrem Programm an.

Als Singlefrau, die endlich unter die Haube will, müsse man nicht nur auf Familienfeiern Einiges einstecken: „Dann kommt Tante Trude und fragt, ob denn immer noch kein Mann da ist.“ Die Strategie, Männer beim Urologen zu suchen, „weil sie dort verwundbar sind“, habe jedenfalls nichts gebracht.

Wie das mit der Partnerschaft denn überhaupt im Publikum sei, wollte Schwarz wissen, nachdem sie, sich selbst auf der Gitalele begleitend, ihr erstes Lied des Abends gesungen hatte: Ob der Herr dort denn geizig sei oder einfach treu, weil seine Frau ja gar keinen Schmuck trage. Schwarz ist liebenswert, auch wenn ihre Sprüche kess werden.

Was für viel Gelächter sorgte, das sind ihr genauer Blick auf die Welt und ihr Hang zu aphoristischer Zuspitzung: „Mit dem Traummann ist es wie mit dem Weihnachtsmann: Alle warten auf ihn, aber keiner hat ihn je gesehen.“

Von unserem Reporter Alexander Hoffmann