Archivierter Artikel vom 09.01.2019, 14:30 Uhr
Mittelrhein

Nach 30 Jahren: Autowrack aus Rhein geborgen

Endlich war der Wasserstand des Rheins ausreichend, um ein mindestens seit 30 Jahren im Rhein liegendes Autowrack zu bergen. Im September hatte der Polizeihubschrauber ein Autodach unter der Wasseroberfläche im Rhein unweit der Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub bei einem Routineflug entdeckt. Wegen Niedrigwasser musste die Bergung immer wieder verschoben werden.

Von Suzanne Breitbach

Nach einer guten halben Stunde hing das Auto am Haken.
Nach einer guten halben Stunde hing das Auto am Haken.
Foto: Suzanne Breitbach

Die Hubschrauberstaffel informierte die Außenstelle St. Goar des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes. Polizeitaucher untersuchten das Wrack darauf, ob sich möglicherweise noch Personen in dem Auto befanden. Kurios: Die amtlichen Kennzeichen waren noch vorhanden, der TÜV des Fahrzeugs ist 1990 abgelaufen. Bei dem Fahrzeugmodell handelt es sich um einen älteren BMW der 3er-Modellreihe.

Damit das Wrack nicht abtreiben und Schiffe beschädigen konnte, hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Außenstelle St. Goar das Wrack mit einer Kette an einem Baum im Uferbereich 200 Meter unterhalb der Anlegestelle der Autofähre Kaub bis zur Bergung gesichert.

Aufgrund des niedrigen Wasserstandes des Rheins verzögerten sich immer wieder die Bergungstermine. Das Arbeitsschiff „Wirbeley“ mit einem Kranschiff samt Baggerführer und ein weiteres Streckenboot der Außenstelle St. Goar machten sich am Mittwochmorgen zur Fundstelle. „Damit das Arbeitsschiff mit dem Kranschiff nah genug an das Autowrack heranfahren kann, muss zuerst die grüne Fahrrinnentonne vorübergehend entfernt werden“, sagte Wasserbaumeister Uli Müller, der selbst bei der Bergung an Bord des Arbeitsschiffes war und die Arbeiten verfolgte.

Allerhand technisches Equipment war notwendig, um ein Autowrack, das bei Niedrigwasser entdeckt worden war, zu bergen. Endlich war der Wasserstand des Rheins ausreichend, um die Bergung vorzunehmen.

Suzanne Breitbach

Das Arbeitsschiff „Wirbeley“ mit Kranschiff und das Streckenboot „Rheinfels“waren am Mittwochmorgen 200 Meter rheinabwärts der Fähranlegestelle Kaub am linken Rheinufer im Einsatz, um ein Autowrack zu bergen.

Suzanne Breitbach

Mit Hilfe eines Kranschiffs konnte das Autowrack geborgen und zur Entsorgung verladen werden.

Suzanne Breitbach

Glück bei der Bergung des Autowracks: Entgegen aller Befürchtungen konnte das Fahrzeug fast komplett in einem Stück geborgen werden. Die Motorhaube fehlte allerdings.

Suzanne Breitbach

Nach einer guten halben Stunde hing das Auto am Haken.

Suzanne Breitbach

Mit einer Kette war das Fahrzeug an Land gesichert worden, nachdem in September der Fund gemeldet worden war.

Suzanne Breitbach

Damit die Fundstelle gefahrlos befahrbar war, musste eine Tonne vorübergehend entfernt werden.

Suzanne Breitbach

Somit war gewährleistet, dass das Anfahren der Fundstelle von der Fahrrinne Richtung linkem Rheinufer gefahrlos funktioniert. Knapp eine halbe Stunde dauerte es, bis der Kranführer den alten BMW am Haken hatte. Nach und nach lief eine Menge Wasser aus dem Autowrack. Behutsam schwenkte der Kranführer den Schrotthaufen zur Ladefläche. Das Autowrack wurde im Anschluss in den St. Goarer Hafen auf das Gelände der Außenstelle St. Goar des Wasserstraßen- und Schiffsamtes entladen. Mit dabei die Wasserschutzpolizei St. Goar, die das Fahrzeug noch näher untersuchen wird.

Mit einer Kette war das Fahrzeug an Land gesichert worden, nachdem in September der Fund gemeldet worden war.
Mit einer Kette war das Fahrzeug an Land gesichert worden, nachdem in September der Fund gemeldet worden war.
Foto: Suzanne Breitbach
Am Ufer verfolgten nur wenige Schaulustige das ungewöhnliche Spektakel. Die Rheinschifffahrt war durch die Bergungsarbeiten nicht beeinträchtigt. Vorsichtig fuhren die Berufsschiffer an der Arbeitsstelle vorüber und drosselten ein wenig ihre Geschwindigkeit, um weniger starke Wellen zu verursachen. „Wir haben uns langsam vom Fahrrinnenrand an das Autowrack herangetastet. Deswegen hat die Bergung etwas länger gedauert. Acht Mitarbeiter waren im Einsatz“, zieht Wasserbaumeister Uli Müller am Mittag Bilanz.

Die Bergung hat rund 2500 Euro gekostet, die erst mal der Bund übernimmt. Vielleicht lässt sich der Halter über die Fahrgestellnummer ermitteln. „Aber nach so vielen Jahren im Wasser wird es schwierig“, ergänzt Müller. Rost und Muschelbesatz haben dem Auto arg zugesetzt. Nur die Kunststoffteile sind gut erhalten.

Von unserer Reporterin
Suzanne Breitbach