Archivierter Artikel vom 08.12.2021, 17:11 Uhr
Nastätten

Kreditaufnahme nötig: VG-Rat Nastätten beschließt Haushalt 2022

Die Zeit der Schuldenfreiheit endet demnächst auch in der Verbandsgemeinde Nastätten, dennoch sind die Ratsmitglieder zufrieden mit der Finanzlage und stimmten einhellig für den Haushalt 2022, den ihnen VG-Bürgermeister Jens Güllering (CDU) vorstellte.

Das neue Grün ist derzeit leicht überzuckert: Der Sportplatzumbau am Nastätter Schulzentrum gehört zu den vollendeten Projekten.
Das neue Grün ist derzeit leicht überzuckert: Der Sportplatzumbau am Nastätter Schulzentrum gehört zu den vollendeten Projekten.
Foto: Thorsten Stötzer

Ein kleiner Überschuss von knapp 13.000 Euro im Ergebnisteil sowie eine freie Finanzspitze von 427.000 Euro zählen zu den positiven Aspekten.

Mehr noch dürfte in den Ortsgemeinden interessieren, dass die Umlage bei 28 Prozent verharrt. Seit nunmehr zehn Jahren bewege man sich nun unter der 30-Prozent-Marke, erklärte Güllering bei der Sitzung in Miehlen.

Allerdings ist die Rücklage inzwischen aufgebraucht, für Investitionen werden im Haushalt 2022 neue Kredite in Höhe von 1,68 Millionen Euro veranschlagt. Einiges andere wurde bereits realisiert.

Güllering erwähnte den Umbau der zentralen Sportanlage an den Nastätter Schulen. Weiterhin ist die Montage „raumlufttechnischer Anlagen“ in den beiden Grundschulen in Miehlen und Nastätten weit fortgeschritten.

„Damit sind wir kreis-, nein sogar landesweit ganz weit vorne“, sagte der Bürgermeister zu dieser Maßnahme im Kampf gegen die Pandemie. „Es war eine große Kraftanstrengung, aber wir alle zusammen können auf dieses Projekt sehr stolz sein.“ Ähnliches gelte für den umgesetzten Digitalpakt.

Die Digitalisierung bleibt ein Schwerpunkt im Etat des kommenden Jahres. Die Erschließung mit Glasfaserkabeln rückt zunehmend in den Fokus. Weiterhin wird in die Ausstattung der Feuerwehren investiert, neben Planungskosten für die Gerätehaus-Neubauten in Nastätten und in Miehlen stehen die gemeinsame Werkstatt und eine neue Drehleiter auf der Agenda.

Für Radwege sind 100.000 Euro im Budget reserviert. Insgesamt summieren sich die vorgesehenen Investitionen auf einen Betrag von 2,4 Millionen Euro.

„Die Verbandsgemeinde Nastätten mit ihren 32 Kommunen steht weiterhin finanziell positiv da“, fasste Güllering zusammen. Eine Bilanz bei diesen 32 Teilhabern zeige nämlich, dass Rücklagen von insgesamt 16,5 Millionen Euro Schulden von nur 3,8 Millionen Euro gegenüberstehen. Nur bei vier Gemeinden überstiegen die Schulden die Rücklagen. Gelobt wurde allgemein der „solide und kollegiale Umgang miteinander“.

Wirtschaftliche Folgen durch die Corona-Krise haben sich nicht bewahrheitet

Das bestätigte sich ebenso bei den Stellungnahmen der Fraktionen. „Die Umlage ist ein Phänomen“ und die „schwarze Null“ keine Besonderheit mehr für die Verbandsgemeinde, freute sich Martin Gasteyer (CDU).

Und zumindest als „Momentaufnahme“ schuldenfrei zu sein, sei bemerkenswert: „Welche Kommune kann das von sich sagen?“ Die Einwohnerzahlen belegten, dass „das Blaue Ländchen attraktiv ist“, was sich beim Einkommenssteueranteil auszahle. Doch „gewaltige Aufgaben sind absehbar“, so Gasteyer.

„Ich bin mehr als zuversichtlich, dass die Investitionen in die Gerätehäuser und auch ins Schwimmbad gelingen werden“, betonte Gerd Grabitzke (SPD), der zudem daran erinnerte, dass die Verbandsgemeinde nun seit einem halben Jahrhundert besteht.

Jüngste Befürchtungen wegen wirtschaftlicher Folgen der Corona-Krise hätten sich nicht bewahrheitet. Die Null im Ergebnishaushalt bezeichnete er als „sehr schwarz“ und mit 28 Prozent Umlagesatz „können wir uns weit und breit sehen lassen“, meinte Grabitzke.

„Lange werden wir diesen tollen Anblick nicht mehr genießen können“, merkte Ratsmitglied Ralf Zimmerschied (FWG) zur Schuldenfreiheit der Verbandsgemeinde an. Doch die Kredite würden für bedeutende Investitionen benötigt.

Er würdigte die vollendeten oder zumindest weit vorangetriebenen Vorhaben: Der Sportplatz „strahle“ förmlich dank des neues Flutlichts, „der Digitalpakt ist ein wichtiger Faktor für die Schulen“. Bei den Luftaustauschanlagen in den Unterrichtsräumen sei man in der Verbandsgemeinde ebenso „einen Schritt voraus“.

Für Jan Menzel (FDP) sind die stabilen Umlagewerte eine „Riesenerrungenschaft“. Insgesamt wirtschafte die Verbandsgemeinde Nastätten mit einem „lebendigen Haushalt“.