Archivierter Artikel vom 30.05.2022, 09:11 Uhr
Arzbach

Eineinhalb Jahre nach der Gasexplosion: Brandruine in Arzbach ist nun endlich Geschichte

Die Brandruine in der Hauptstraße gibt es nicht mehr: Vergangene Woche hat ein Bagger das Gebäude abgerissen, in dem der Hausbesitzer im Herbst 2020 Gasflaschen aufdrehte, um sich zu vergiften und dabei das Haus zur Explosion brachte. Das schreibt der Arzbacher Ortsbürgermeister Claus Eschenauer in einer Pressemitteilung.

Eine lange Durststrecke liegt hinter den direkten Anwohnern, die die vergangenen eineinhalb Jahre mit Schmutz und Gestank leben mussten. Nun hat der Bagger ganze Arbeit geleistet. Mittlerweile sind auch die Baugeräte und die Absperrung verschwunden.  Foto: Michaela Cetto
Eine lange Durststrecke liegt hinter den direkten Anwohnern, die die vergangenen eineinhalb Jahre mit Schmutz und Gestank leben mussten. Nun hat der Bagger ganze Arbeit geleistet. Mittlerweile sind auch die Baugeräte und die Absperrung verschwunden.
Foto: Michaela Cetto

Der Abriss der Ruine kostet nun 176.000 Euro, wie der Rhein-Lahn-Kreis mitteilte. Der Kreis ließ den Abriss ausführen, als sogenannte Ersatzmaßnahme für den Eigentümer. Auf Anfrage teilte die Kreisverwaltung mit, es sei noch unklar, ob und wenn ja, in welcher Höhe die Abrisskosten vom Eigentümer erstattet werden können. Dieser befindet sich noch in Behandlung, nachdem er im Mai 2021 vom Landgericht Koblenz verurteilt wurde, unter anderem wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.

Das Gericht urteilte aber auch, er sei nicht schuldfähig und ordnete an, dass er sich in einer Entziehungsanstalt behandeln lassen müsse. Die Brandruine in der Ortsmitte von Arzbach war seitdem einsturzgefährdet und ein Ärgernis für die Nachbarn.

„Jetzt ist der Schandfleck im Ortskern endlich entfernt worden“, teilt Ortsbürgermeister Claus Eschenauer mit und dankt dem Bauhof und den Beigeordneten für die Bereitschaft, auch während der Weihnachtsfeiertage Amtshilfe für den Kreis zu leisten, um die Ruine zu sichern, schlussendlich aber auch dem SWR und der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises, die noch mal alles gegeben hätten, um ein Abriss- und Entsorgungsunternehmen zu finden. Schließlich blieben, auch bedingt durch die Ahrtalflut, manche Ausschreibungen erfolglos und führten zu Verzögerungen. Aber zum Glück gelte auch hier „Ende gut, alles gut“. red