Archivierter Artikel vom 22.10.2021, 17:29 Uhr
Rhein-Hunsrück

„Zukunftsorientierte Handlungsweise“: CDU im Rhein-Hunsrück-Kreis fordert Resolution zum Flughafen Hahn

In der nächsten Sitzung am Montag, 25. Oktober, möchten die Christdemokraten im Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises die Tagesordnung um einen weiteren Punkt erweitern.

Auf Antrag der CDU-Kreistagsfraktion soll der Hahn bei der nächsten Sitzung am Montag, 25. Oktober, Thema sein.  Foto/Archiv: dpa
Auf Antrag der CDU-Kreistagsfraktion soll der Hahn bei der nächsten Sitzung am Montag, 25. Oktober, Thema sein. Foto/Archiv: dpa
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Bereits einen Tag nach Bekanntgabe des Insolvenzantrages hatte die Erste Kreisabgeordnete, Rita Lanius-Heck (CDU), in einem Statement bekannt gegeben, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis „alles in seiner Macht stehende“ tun werde, damit der Flughafen Hahn weiter zukunftsfähig bleibt (wir berichteten). Der Hahn sichere im Kreis und in den angrenzenden Regionen mehrere Tausend Arbeitsplätze. „Keiner davon darf verloren gehen!“, appellierte sie. Kurz vor der Kreistagssitzung am Montag, 25. Oktober, hat die CDU-Kreistagsfraktion nun einen Antrag gestellt, die Tagesordnung um einen weiteren Punkt zu erweitern: einer Resolution zur aktuellen Situation am Flughafen Hahn.

In einem Schreiben erklärt Wolfgang Wagner, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag am Freitag, dass „wir in dieser schwierigen Lage am Montag zwingend über die Zukunft des Hahns reden müssen“. Dafür verzichte man „bewusst auf jedwede Parteipolitik“. „Ich denke, die Bevölkerung möchte eine Mut machende und zukunftsorientierte Herangehensweise“, sagt Wagner.

Der größte Wirtschafts- und Konversionsstandort in der Region sei in eine problematische Schieflage geraten. Deshalb biete der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises „in der Verantwortung für die Arbeitsplätze und die wirtschaftliche sowie ökologische Entwicklung einen konsensualen Dialog mit allen betroffenen Akteuren an, mit dem Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens auf eine nachhaltige und regional verortete Basis zu stellen“.

Hierbei sind laut CDU-Kreistagsfraktion folgende Aspekte wichtig:

  • Die Transformation des Flughafengeländes in einen dualen Wirtschaftsstandort mit einem fliegerischen und einem gewerblichen beziehungsweise Dienstleistungsbereich. Damit werde die monostrukturierte Entwicklung des reinen Fluggeschäfts durch Gewerbe und Dienstleistungen aufgebrochen und die wirtschaftliche Abhängigkeit von einem zentralen Sektor reduziert. Zudem würde es weiter neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Der Standort an der laut CDU verkehrsgünstig gelegenen B 50 ist hierfür wie geschaffen. Dafür sei es notwendig, die mehr als 100 Hektar nicht entwickelte Flächen in neue, möglichst öffentliche Eigentumsstrukturen zu überführen, damit zeitnah eine Entwicklungstransformation umgesetzt werden kann. Der zügige Ausbau von gewerblichen Flächen am Flughafen stelle nach Angaben der CDU-Fraktion im Kreistag eine nachhaltige und kostengünstige Alternative zur Ausweisung von Gewerbeflächen auf der „grünen Wiese“ dar.
  • Darüber hinaus biete das Insolvenzverfahren die Chance, neue Investoren für eine nachhaltigere Entwicklung des Flughafenstandortes zu gewinnen. Hierbei sollten gleichermaßen regionale und nationale Investoren eine Chance haben, damit auch Verantwortung und Entscheidungskompetenz am Standort verortet werden. Die Veränderung der fliegerischen Mobilität im Einklang mit ökologischen und klimaschonenden Prozessen sollte in den Augen der CDU-Fraktion eine wesentliche wirtschaftliche Zielsetzung bei der Fortführung des Betriebes sein. Nur durch eine nachhaltige Investition lasse sich der Standort dauerhaft und zukunftssicher gestalten.
  • Die politische Federführung sollte die Landesregierung gemeinsam mit den kommunalen Akteuren am Ort übernehmen.