Rhein-Hunsrück

Wer tötete Birgit Ameis? Sechs Jahre nach ihrem Verschwinden im Hunsrück wird weiter nach Hinweisen gesucht – 5000 Euro Belohnung ausgesetzt

Am Osterwochenende hat sich das Verschwinden von Birgit Ameis zum sechsten Mal gejährt – am 4. April 2015 wurde die damals 54 Jahre alte Frau aus Lohmar, die am Hahn arbeitete, als vermisst gemeldet. Die damals gebildete Sonderkommission (Soko) Hahn erklärt heute: „Birgit Ameis wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.“

Vor sechs Jahren begann die fieberhafte Suche nach der vermissten Birgit Ameis. Im November 2020 entdeckte ein Pilzsammler ihre sterblichen Überreste im Hunsrück.
Vor sechs Jahren begann die fieberhafte Suche nach der vermissten Birgit Ameis. Im November 2020 entdeckte ein Pilzsammler ihre sterblichen Überreste im Hunsrück.
Foto: Werner Dupuis
Die Soko Hahn, die beim Polizeipräsidium Koblenz eingerichtet ist, geht davon aus, dass die seit Ostersamstag 2015 vermisste und im vergangenen November tot aufgefundene Birgit Ameis einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Dies teilt das Polizeipräsidium Koblenz mit.

Der Erste Kriminalhauptkommissar Bernd Kreuter erklärt als Leiter der Soko Hahn weiter, dass es sich bei der am 5. November 2020 in einem Waldstück an der alten Hunsrückhöhenstraße zwischen Lötzbeuren und dem Gelände des Flughafens Hahn aufgefundenen Frauenleiche um die sterblichen Überreste von Birgit Ameis handelt. Ein Pilzsammler hatte die fürchterliche Entdeckung gemacht. „Damit haben die seit nunmehr sechs Jahren andauernden Ermittlungen nochmals einen neuen Schwerpunkt und weiteren Schub erhalten“, erklärt das Polizeipräsidium Koblenz.

Birgit Ameis
Birgit Ameis
Foto: Polizei

„Wir haben Profiler des Landeskriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen und des LKA Rheinland-Pfalz hinzugezogen, die das Tatgeschehen rekonstruiert und neue Ermittlungsansätze aufgezeigt haben“, erläutert Kreuter. „Außerdem geben uns die zum Teil gut erhaltene Kleidung und andere Gegenstände aus dem Besitz des Opfers und auch mutmaßlich vom Täter stammende Gegenstände Anlass zur Hoffnung. Hier sind wir momentan dabei, mit modernsten aber auch zeitintensiven, kriminaltechnischen Untersuchungsmethoden Hinweise auf einen möglichen Täter zu erlangen. Mittlerweile sind unsere Wissenschaftler ja in der Lage, auch nach Jahren noch Täter-DNA und andere beweiserhebliche Spuren aufzufinden. Die Chancen stehen hier nicht schlecht!“ Die Polizei baut bei ihrer weiteren Suche auf die Hilfe der Bevölkerung.

Anfangs wurde das Umfeld des Flughafens und des Parkortes ihres Wagens großräumig auch mit Hunden abgesucht, nach dem Auffinden der Leiche setzt die Polizei nun auf gezielte Hinweise aus der Bevölkerung.
Anfangs wurde das Umfeld des Flughafens und des Parkortes ihres Wagens großräumig auch mit Hunden abgesucht, nach dem Auffinden der Leiche setzt die Polizei nun auf gezielte Hinweise aus der Bevölkerung.
Foto: Polizei

Die Soko Hahn setzt immer noch auf Zeugenaussagen zu Beobachtungen und Feststellungen rund um das Tatgeschehen, „wobei jede noch so unwichtig erscheinende Beobachtung von großer Bedeutung sein könnte“, erklärt Kreuter.

Die Soko Hahn richtet sich heute nochmals mit folgenden gezielten Fragen an die Bevölkerung, um Hinweise zu erlangen:

1 Wer hat Birgit Ameis am Ostersamstag, 4. April 2015, allein oder in Begleitung im Bereich des Flughafens Hahn oder der umliegenden Gemeinden gesehen?

2 Wer hat den roten Pkw Renault Megan Scenic mit Kennzeichen SU – UA 256 wahrgenommen? Dieser war zuletzt auf dem Gemeindeparkplatz im Mühlenweg in Lautzenhausen abgestellt.

3 Wer hat an Ostersamstag, 4. April 2015, oder an den Tagen danach Beobachtungen zu Personen oder anderen Fahrzeugen am Abstellort des Pkw am Mühlenweg in Lautzenhausen gemacht?

4 Wer hat an Ostersamstag, 4. April 2015, oder in den Tagen danach Beobachtungen gemacht, die mit dem Verbringen und Ablegen der Leiche von Birgit Ameis in dem Waldgebiet der Gemarkung Büchenbeuren an der alten Hunsrückhöhenstraße B 327, K 77 Richtung Lötzbeuren unweit der Start- und Landebahn des Flughafens Hahns in einem Zusammenhang stehen könnten?

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat sowie zur Täterermittlung führen, hat die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. „Über die Zuerkennung und mögliche Verteilung der Belohnung an Berechtigte wird unter Ausschluss des Rechtswegs entschieden“, erklärt die Ermittlungsbehörde. „Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamtinnen und Beamte bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung von Straftaten gehört. Ebenfalls ausgeschlossen sind unmittelbar durch die Tat geschädigte Personen.“

Sachdienliche Hinweise nehmen die Kriminaldirektion Koblenz unter Telefon 0261/103 26 90 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Für vertrauliche Informationen wurde darüber hinaus ein anonymes Hinweistelefon unter Telefon 0261/103 27 38 eingerichtet.