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Rhein-Hunsrück

Vorsichtsmaßnahme wegen Virus: Tafel schließt vorsorglich Simmerner Ausgabe

Von Volker Boch
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafeln im Rhein-Hunsrück-Kreis sind seit vielen Jahren jede Woche für ihre Kunden im Einsatz. Aufgrund des Coronavirus wird die Ausgabe in Simmern vorübergehend eingestellt.  Foto: Archiv Dupuis
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafeln im Rhein-Hunsrück-Kreis sind seit vielen Jahren jede Woche für ihre Kunden im Einsatz. Aufgrund des Coronavirus wird die Ausgabe in Simmern vorübergehend eingestellt. Foto: Archiv Dupuis

Das Coronavirus und die Sorge vor einer großen Ausbreitung zieht weitreichende Folgen nach sich. Zahlreiche Veranstaltungen jeder Größenordnung in der Region werden abgesagt, und auch vor der Tafel Rhein-Hunsrück macht die Entwicklung keinen Halt. Bis Mitte April wird die Ausgabestelle Simmern voraussichtlich geschlossen bleiben. Vom heutigen Freitag an wird es bis zur Woche nach Ostern keine Ausgabe von Lebensmitteln in Simmern geben. Wie die fünf weiteren Ausgabestellen reagieren, war am Donnerstag noch offen.

Lesezeit: 2 Minuten
Nach einer Besprechung am Mittwoch gab die Tafel Rhein-Hunsrück am Donnerstag bekannt, dass die regionale Ausgabestelle in Simmern vorübergehend geschlossen wird. Wie Ludwig Geissbauer, Vorsitzender der Tafel im Kreis, erläutert, geht es um die Erfüllung dreier maßgeblicher Prioritäten, die mit dieser Entscheidung einhergehen. Zum einen sollen mit der präventiven Maßnahme ...
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Prävention nicht nur in der Medizin: Die Sorge vor dem Virus sorgt für viele Absagen

Rhein-Hunsrück. Die Maßnahmen in Italien sind drastisch, der Staat reguliert das gesellschaftliche Leben mit teils extremen Auflagen und Verboten. In der Region Rhein-Hunsrück ist die Lage derzeit eine andere, aber die Sorge in der Bevölkerung ist groß. Viele Veranstaltungen werden vorsorglich abgesagt oder verschoben. Bis zum Donnerstagabend gingen in unserer Redaktion zahlreiche solcher Absagen ein. Auch die Besuchszeiten und -modalitäten der regionalen Kliniken wurden verändert.

Die Krankenhäuser in Boppard, Oberwesel, Simmern und St. Goar haben die Besuchszeiten reduziert. Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM) hat „zum Schutz seiner Patienten, Bewohner und Mitarbeiter“ in Boppard die allgemeinen Besuchszeiten auf den Zeitraum zwischen 15 und 19 Uhr verkürzt. Zudem kann pro Tag nur ein Besucher den Patienten besuchen, teilt das Klinikum mit. Zudem empfiehlt das GKM, dass Kinder unter 12 Jahren den Besuch im Krankenhaus in der der aktuellen Situation grundsätzlich unterlassen. Besucher mit einer Erkrankung der Atemwege werden gebeten, keine Besuche vorzunehmen, sondern den Kontakt zu ihren Angehörigen beispielsweise per Telefon zu suchen. Ähnlich gehen die übrigen Kliniken im Kreis vor. In Simmern sollen Patienten, die erkältet sind, dem Haus möglichst ebenso fern bleiben wie in Oberwesel und St. Goar. Wer dennoch einen Besuch für angebracht hält, soll sich in Simmern an der Pforte melden. Dort wird dann Kontakt mit der jeweiligen Station aufgenommen, ob ein Besuch möglich ist oder nicht. Die allgemeine Besuchszeit in der Hunsrück-Klinik in Simmern ist auf 16 bis 18 Uhr begrenzt worden, in Oberwesel und St. Goar sind Besuche zwischen 16 und 19 Uhr möglich. Auch hier wurde festgelegt, dass lediglich ein Besucher pro Patient pro Tag kommen darf.

Grundsätzlich gilt in den Krankenhäusern wie in allen Arztpraxen und weiteren medizinischen Einrichtungen, Praxen für Physiotherapie oder gerade auch in Apotheken, dass Personen, die Krankheitssymptome aufweisen, die Einrichtungen am besten nicht aufsuchen sollen und sich gegebenenfalls vorab telefonisch melden. Arztbesuche, die nicht dringend notwendig sind, können bei Krankheitsanzeichen verschoben werden. In Apotheken kann es zudem bei der Besorgung von Medikamenten beispielsweise sinnvoll sein, einen gesunden Mitmenschen als Boten zu nutzen oder nach einem Fahrdienst zu fragen. Genauso wie in Pflege- und Altenheimen gilt auch in solchen Einrichtungen, die für das Gesundheitssystem von wesentlicher Bedeutung sind, die Maßgabe, dass die Prävention klar Vorrang hat.

Vorsorglich abgesagt werden im Kreis zahlreiche Veranstaltungen. So hat sich die Stadt Boppard dazu entschieden, „bis auf Weiteres eigene Veranstaltungen abzusagen, um weitere Infektionen zu vermeiden und um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen“. Dazu gehören die für 19. März geplante Eröffnung der Buga-Ausstellung in der Stadthalle und die für 22. März im Museum geplante Vernissage der Ausstellung der Fotografin Isa Steinhäuser. Viele weitere Anlässe fallen im Kreis aus, darunter sind: die regionale Pflegekonferenz des Kreises am 25. März, das für den 17. März geplante Barcamp der Stadt Kastellaun zur Stadtentwicklung, die Versammlung des Hegerings Kastellaun am 20. März in Buch, der nächste Betreuerstammtisch der AWO Rhein-Hunsrück, die Premiere der Lesebühne Schiefertafel „Unter die Lupe genommen“ am heutigen Freitag in Rheinböllen, der VdK-Verbandstag heute in Buch, die für 20. und 21. März geplanten Aufführungen des Detectives Dinner des Theaterkontors Simmern (verlegt auf Oktober), der Infoabend „Endliche Ressourcen – exponentielles Wachstum?“ des Aktionsbündnisses „Boppard for Future“ am heutigen Freitag in Boppard, die Kinderkleiderbörse in Oppenhausen am 21. März, der Dorfabend zum 100-jährigen Geburtstag des TuS Horn am 14. März. vb

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