Archivierter Artikel vom 04.04.2022, 16:16 Uhr
Niederkumbd

Von Niederkumbd an die polnisch-ukrainische Grenze: Lkw von Hunsrück-Hilft ist gestartet

Am Wochenende rollte ein Hilfstransport aus dem Hunsrück in Richtung polnisch-ukrainischer Grenze. Der Verein „Hunsrück Hilft“ hatte in einer ehemaligen Werkshalle der Firma ERO in Niederkumbd eine Sammelstelle eingerichtet, die Hilfsgüter bündelt, sortiert und für Hilfstransporte fertigmacht (wir berichteten).

Lkw von Hunsrück-Hilft am Samstag gestartet
Foto: Hunsrück Hilft

Jetzt wurde ein Lkw bestückt. „Wir haben 18 Paletten Hilfsgüter, darunter Babynahrung, Lebensmittel, Hygieneprodukte, Tierfutter, medizinische Produkte und Wundversorgungsmaterial sowie 150 Paar Krücken, zwölf Rollstühle und Rollatoren und 300 Schlafsäcke/Decken in einen Laster aus der Ukraine bei uns an der Halle in Niederkumbd geladen“, so Hendrik Gölzer laut Vereinspressetext.

Die dringend benötigten Hilfsgüter machten sich am Samstag auf den Weg an die polnisch-ukrainische Grenze, wo dann ein Fahrerwechsel erfolgen musste. „Der ukrainische Fahrer, der gestern bei uns war, dürfte sein Land nicht mehr verlassen, wenn er persönlich einreist“, berichtet Gölzer. Es werde ein Kollege von ihm, der vom ukrainischen Grenzschutz begleitet werden soll, den Lkw übernehmen und ihn im Kriegsland weiter in Richtung der zweitgrößten Stadt der Ukraine, nach Charkiw fahren.

Lkw von Hunsrück-Hilft am Samstag gestartet
Foto: Hunsrück Hilft

Dritter Transport in Planung

Bislang konnte die Initiative aus dem Hunsrück seit Beginn der Hilfsaktion insgesamt schon 25 Paletten Hilfsgüter zu den Menschen ins Kriegsgebiet bringen. Und der dritte Hilfstransport ist bereits in der Planung. „Wir werden bereits am kommenden Wochenende wieder mit drei Kleinbussen aufbrechen“, sagt Gölzer.

Auch dabei werden erneut Hilfsgüter, die in der Sammelstelle in Niederkumbd abgegeben wurden, an die polnisch-ukrainische Grenze nach Hrubieszow gebracht. „Auf dem Rückweg werden wir – Stand jetzt – 20 Frauen und Kinder mit auf den Hunsrück und dort zu Gastfamilien bringen“, erläutert Hendrik Gölzer die Pläne des Vereins. Außerdem können auch am kommenden Samstag wieder Sachspenden in der Halle in Niederkumbd abgegeben werden.

Lkw von Hunsrück-Hilft am Samstag gestartet
Foto: Hunsrück Hilft

Von 12 bis 17 Uhr werden die Spenden dort von den Helfern entgegengenommen. Eine aktuelle Liste, was derzeit dringend im Kriegsgebiet benötigt wird, findet man auf der Internetseite des Vereins. „Unsere prall gefüllte Kleider- und Spielzeugbörse für aus der Ukraine geflüchtete Menschen hat an diesem Tag ebenfalls geöffnet. Hier ist jeder mit seinen ukrainischen Gästen eingeladen, kostenfrei diese einzukleiden oder mit Spielzeug, Tretrollern, Babybedarf et cetera einzudecken“, ermuntert Hendrik Gölzer die Flüchtlinge sowie die Einheimischen, die Ukrainer untergebracht haben, in Niederkumbd vorbeizukommen.

Bereits 6000 Euro investiert

„Da uns durch unsere Hilfsfahrten hohe Kosten entstehen, gerade im Hinblick auf die explodierenden Kraftstoffpreise, und wir auch gezielt große Mengen Sachgüter in örtlichen Märkten kaufen – dafür haben wir bereits mehr als 6000 Euro investiert –, sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen“, sagt Gölzer. Auf der Internetseite ist ein Link zur Spendenplattform von Hunsrück Hilft zu finden. „Wir garantieren, dass die Gelder zu 100 Prozent und schnell genau dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden!“, versichert Gölzer. Der neue Verein „Hunsrück Hilft“ befindet sich noch in der Gründungsphase. Die Mitglieder hoffen darauf, in den kommenden zwei Wochen die Gemeinnützigkeit bestätigt zu bekommen.

Kontakt zum Verein unter www.hunsrueck-hilft.de