Archivierter Artikel vom 09.12.2021, 09:36 Uhr
Rhein-Hunsrück

Volker Bochs Forderung: Ein neues Konzept für den ÖPNV

Die aktuelle Konzeption des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) ist kein Zukunftsmodell für Volker Boch. Es sei ein wichtiger Aspekt der Zukunftsgestaltung im Rhein-Hunsrück-Kreis, dass der ÖPNV neu aufgestellt wird.

Seine Ziele erläuterte Volker Boch bei der SPD Kirchberg.  Foto: privat
Seine Ziele erläuterte Volker Boch bei der SPD Kirchberg.
Foto: privat

„Das System kann so nicht bleiben“, sagt er deutlich. „Der regionale ÖPNV ist von seinem Grundansatz her gut gemeint gewesen, aber er ist einfach nicht gut gemacht. Das Angebot ist das krasse Gegenteil von seinem Anspruch, bürgernah zu sein.“

Boch kritisiert deutlich, dass in der Kreispolitik seit dem Beginn des Systems vor mehr als zwei Jahren keine tiefere inhaltliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik stattgefunden hat. „Es wurde ein System beschlossen, das teuer und ineffizient ist. Es ist ökonomisch und ökologisch nicht vertretbar. Ich finde, dass die vielen Leerfahrten, die wir jeden Tag in unserer Region erleben, auch das Gegenteil von dem sind, was wir als Energiekommune des Jahrzehnts leben und auch vorleben sollten.“

Bekanntlich hat man im Kreisparlament bereits reagiert. Die Freien Wähler haben im Kreisausschuss einen Antrag gestellt, der zwar nicht angenommen wurde, der aber im Endeffekt dazu geführt hat, dass die Absicht vorangetrieben wird, im Gespräch mit den Busunternehmen zu erörtern, ob man am Ende zu einer sinnvolleren Lösung im ÖPNV kommen kann, was dem Ansinnen des unabhängigen Kandidaten Volker Boch entsprechen würde. Der parteilose Volker Boch tritt zwar als unabhängiger Kandidat an, hat aber per Parteitagsbeschluss jeweils die SPD und die Grünen im Kreis als Unterstützer hinter sich bekommen.

„Viele Schulkinder müssen nach wie vor lange Fahrtzeiten und schlechte Verbindungen auf sich nehmen“, sagt Boch. Von Beginn an sei seitens vieler Eltern erheblich kritisiert worden, dass die Kinder auf den Schulwegen viel zu lange unterwegs seien. „Es gab extrem viele Beschwerden und ein wirklich großes und erkennbares Bemühen der zuständigen Mitarbeiter der Kreisverwaltung in Simmern, in vielen Einzelfällen zeitnah nachzubessern. Aus meiner Sicht muss aber das ganze System überdacht und neu konzipiert werden. Vor allem, weil es uns jedes Jahr Millionen kostet“, betont Boch.

Er fordert eine Überprüfung der ÖPNV-Verträge, die auf eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren ausgelegt sind. Das machten die Freien Wähler im Kreisausschuss zum Gegenstand eines Antrags. Mit den betroffenen Busunternehmen soll jetzt das Gespräch gesucht werden, wurde beschlossen. Volker Boch dazu: „Falls wir aus den Verträgen nicht rauskommen sollten, müssen wir überlegen, den Busverkehr zumindest für einen begrenzten Zeitraum kostenfrei anzubieten.“