Archivierter Artikel vom 20.01.2022, 12:34 Uhr
Rheinböllen

Sternsingeraktion in Rheinböllen: Spenden ermöglichen Projekte im Kongo und in Zaire

Mehr als 2000 Projekte werden durch die Sternsingeraktion des Kindermissionswerkes Aachen weltweit gefördert. Eines davon ist die Unterstützung des College Mwanga, einer Schule in Goma, im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

Auch Dank vieler Spenden aus der Sternsingeraktion in der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen konnte ein neues Schulgebäude am College Mwanga im Kongo realisiert werden. Pater Floribert, der bereits häufiger im Hunsrück eingesetzt war, war dort Schulleiter und stellte den Kontakt her.  Foto: privat
Auch Dank vieler Spenden aus der Sternsingeraktion in der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen konnte ein neues Schulgebäude am College Mwanga im Kongo realisiert werden. Pater Floribert, der bereits häufiger im Hunsrück eingesetzt war, war dort Schulleiter und stellte den Kontakt her.
Foto: privat

Die Förderung wurde möglich durch den ehemaligen Leiter der Schule, Dr. Floribert Malemo, der in den vergangenen Jahren immer wieder Urlaubsvertretungen für die hiesigen Geistlichen etwa in den Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen übernahm.

Durch Erzählungen mit Verantwortlichen in der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen wuchs dort die Idee, die Spenden der jährlichen Sternsingeraktion für den Aufbau der Schule im Kongo zu verwenden. So wurde mit dem Kindermissionswerk Aachen Kontakt aufgenommen, das das Projekt auch gern unterstützte.

Wackelige Bänke, baufällige Räume

„Als ich Rektor des College Mwanga in Goma wurde, war die Schule eher ein Museum als eine Lehranstalt“, berichtet Pater Floribert. Wackelige Schulbänke, veraltete Schulbücher, der Lernstoff wurde von den Lehrern mit schlecht lesbaren Kopien den Schülern vermittelt, baufällige Schulräume, die insbesondere in der Regenzeit das Lernen fast unmöglich machten. 1300 Schüler wurden 2009 in der Schule unterrichtet, die in katholischer Trägerschaft, aber auch offen für Kinder anderer Konfessionen und Religionen ist.

Zusätzliche Probleme bereitete ihm ein Vulkanausbruch des Nyiragongo, der mehrere Dörfer und Vororte von Goma zerstörte, sodass viele Schüler einen bis zu 20 Kilometer weiten Schulweg hatten. 147 Menschen starben, schätzungsweise 500.000 Menschen wurden evakuiert, von denen viele lange obdachlos blieben. Eine Bestandsaufnahme von ihm ergab, dass erhebliche Investitionen getätigt werden mussten, um einen ordentlichen Schulbetrieb zu ermöglichen.

Missionswerk zeigt sich interessiert

Durch seine Kontakte in den Hunsrück fand Malemo in Markus Koch aus Rayerschied einen Unterstützer, der die Idee hatte, einfach mal beim Kindermissionswerk anzufragen, inwiefern eine Projektunterstützung möglich ist. Diese zeigten sich für dieses Anliegen sehr interessiert. Zunächst musste ein Projektantrag geschrieben werden, der dann von den Sachbearbeitern des Kindermissionswerkes in Aachen auf Herz und Nieren überprüft wurde. Wichtig dabei ist, dass das Projekt nachhaltig ist und dass ein Eigenanteil aufgebracht wird.

Hintergrund ist der, dass man nicht nur kurzfristig helfen möchte, sondern dass sich das Projekt irgendwann aus eigener Kraft trägt; aber auch, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Letztendlich entscheidet aber bei jedem Teilprojekt die Vergabekommission des Kindermissionswerkes, das aus Mitgliedern und Experten verschiedener Hilfswerke besteht.

Nach der positiven Entscheidung der Kommission konnten dann ab 2009 die ersten Projekte gefördert werden. So wurden mehr als 600 Schulbänke hergestellt, und die Schule erhielt neue aktuelle Schulbücher in den verschiedensten Fächern. In den vergangenen Jahren wurde mit der Renovierung der Schulgebäude begonnen. Und acht neue Klassenräume wurden gebaut. Inzwischen ist die Schule auf mehr als 2000 Schüler angewachsen und gilt als eine der besten Schulen in der Region.

Regenrinnen für alle Gebäude

Herzstück ist der Neubau eines Chemie- und Biologielabors und einer Bibliothek. Um die neuen Gebäude dauerhaft vor Wasser zu schützen, wurden an allen Gebäuden Regenrinnen angebracht. Auch dieses Projekt wurde durch die Sternsinger der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen gefördert, die Anfang des Jahres den Segen in die Häuser bringen. Mehr als 280 Kinder und mehr als 80 Betreuer in den einzelnen Dörfern und der Stadt Rheinböllen machen das Projekt möglich.

Inzwischen konnten fast 200.000 Euro in den vergangenen Jahren gesammelt werden, um den Schülern des College Mwanga eine Basis für eine gute Zukunft zu ermöglichen. Durch die Corona-Pandemie, einen weiteren Vulkanausbruch im vergangenen Jahr und auch einen personellen Wechsel an der Spitze des College Mwanga – Pater Floribert ist jetzt Leiter der Priesterausbildung –, sind zurzeit keine weiteren Projektanträge gestellt.

Daher wurde im vergangenen Jahr ein weiteres Projekt in Zaire, eines der ärmsten Länder der Welt, unterstützt. Hier sammelten die Sternsinger Spenden für ein weiteres Projekt des Kindermissionswerkes, nämlich für ein Behandlungszentrum in Bangui für traumatisierte Kinder und Jugendliche: „Das Kindermissionswerk in Aachen ist aber weiterhin daran interessiert, die Schule in Goma im Kongo zu unterstützen, und dankenswerterweise hat auch Pater Dr. Floribert Malemo seinem Nachfolger Abbé Jacques seine Unterstützung auch weiterhin zugesagt. Zurzeit laufen Überlegungen und Gespräche für die Unterstützung von weiteren Projekten.“

In Rheinböllen können noch bis Montag, 31. Januar, Spenden abgegeben werden – entweder in bar beim katholischen Pfarramt Rheinböllen und bei den Ortsverantwortlichen oder per Überweisung auf das Konto des Kirchengemeindeverbandes Rheinböllen, IBAN DE61.5606.2227 000.1605 65 (Verwendungszweck: Sternsinger PGM Rheinböllen). Weitere Infos gibt es bei Gemeindereferentin Daria Thoi unter Tel. 06764/ 302 08 12 oder per E-Mail an daria.thoi@bgv-trier.de sowie auf der Internetseite der Pfarreiengemeinschaft unter www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de