Rhein-Hunsrück

Schneechaos im Rhein-Hunsrück-Kreis: Schwerer Unfall auf der A 61 kurz vor Laudert

Nachdem es am Samstag gegen 0 Uhr stark zu schneien angefangen hat, sorgte der Schnee nur wenige Stunden später für einen Zusammenstoß zwischen zwei Lastwagen – einer der Fahrer hatte durch die eingeschränkte Sicht die richtige Auffahrt nicht gefunden.

Von Monika Pradelok

Es schneite so stark, dass die Helme und Schultern der Einsatzkräfte binnen kürzester Zeit mit Schnee bedeckt waren. Zudem mussten die Männer auf die Fahrbahn achten. Denn die war ziemlich glatt. Keine einfachen Voraussetzungen für die Rettung des im Fahrzeughaus eingeklemmten Lkw-Fahrers. Foto:  Feuerwehr Pfalzfeld
Es schneite so stark, dass die Helme und Schultern der Einsatzkräfte binnen kürzester Zeit mit Schnee bedeckt waren. Zudem mussten die Männer auf die Fahrbahn achten. Denn die war ziemlich glatt. Keine einfachen Voraussetzungen für die Rettung des im Fahrzeughaus eingeklemmten Lkw-Fahrers.
Foto: Feuerwehr Pfalzfeld

Als am Samstagmorgen viele Kreisbürger einen Blick aus ihrem Fenster warfen, erlebten sie ein weißes Wunder. Gegen Mitternacht hatte es derart stark zu schneien begonnen, dass innerhalb kürzester Zeit alles mit Schnee bedeckt worden war. Und so zog es viele von ihnen bei schönstem Wetter bereits früh zum Spazieren oder Schlittenfahren nach draußen.

Doch des einen Freud ist des anderen Leid. Während sich Familien, Freunde oder Paare im Winterwunderland vergnügten, sorgte der Schneefall auf den Straßen im Rhein-Hunsrück-Kreis sowie dem nördlichen Rheinland-Pfalz für Chaos – und somit bei anderen für Arbeit. Besonders die Höhenlagen seien betroffen und die Streu- und Räumdienste im Dauereinsatz gewesen, teilte das Polizeipräsidium Koblenz in einem Pressetext mit. Daher sei es auch auf den Autobahnen zu „massiven Störungen“ gekommen. Unter anderem blieben Lastwagen (Lkw) liegen und blockierten die Autobahnen sowie weitere Straßen.

Weil ein Lkw-Fahrer durch das Schneetreiben nicht die richtige Auffahrt fand, fuhr er falsch auf die A 61 auf. Als er seinen Irrtum bemerkte, versuchte er zu wenden. Dabei prallte er mit einem anderen Lastwagen zusammen. Beide Männer wurden verletzt. Der Unfallverursacher musste aus seinem Fahrzeughaus von der Feuerwehr – im Einsatz waren die Wehren Pfalzfeld, Emmelshausen und Buchholz – gerettet werden.  Foto: Feuerwehr Pfalzfeld
Weil ein Lkw-Fahrer durch das Schneetreiben nicht die richtige Auffahrt fand, fuhr er falsch auf die A 61 auf. Als er seinen Irrtum bemerkte, versuchte er zu wenden. Dabei prallte er mit einem anderen Lastwagen zusammen. Beide Männer wurden verletzt. Der Unfallverursacher musste aus seinem Fahrzeughaus von der Feuerwehr – im Einsatz waren die Wehren Pfalzfeld, Emmelshausen und Buchholz – gerettet werden.
Foto: Feuerwehr Pfalzfeld

So auf der Autobahn 61 (A 61) passiert, wo in Fahrtrichtung Rheinböllen kurz vor Laudert zwei Lkw „verunfallten“. Dabei musste der Unfallverursacher durch die Feuerwehr aus dem Führerhaus befreit werden. Der Mann wurde zwar nach Angaben der Polizei verletzt, „zum Glück aber nicht lebensgefährlich“. Es wird vermutet, dass er falsch auf die A 61 aufgefahren ist, weil er im Schneetreiben nicht die richtige Auffahrt gefunden hatte. Als er seinen Irrtum bemerkte, so die Polizei, wollte er auf der Autobahn drehen. Dabei kam es zu einem Frontalzusammenstoß mit einem anderen Lkw, dessen Fahrzeugführer leicht verletzt wurde.

Durch den starken Schneefall war die Sicht eingeschränkt. Es musste Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.  Foto: Feuerwehr Boppard
Durch den starken Schneefall war die Sicht eingeschränkt. Es musste Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.
Foto: Feuerwehr Boppard

Zu diesem Einsatz wurden die Feuerwehren Pfalzfeld, Emmelshausen und Buchholz gegen kurz vor 2 Uhr alarmiert. Hier erklärte Andre Stein, Wehrleiter der Verbandsgemeinde (VG) Hunsrück-Mittelrhein, gegenüber unserer Zeitung, dass sich „aufgrund der widrigen Verhältnisse – extremer Schneefall, glatte Straßen, eingeschränkter Sicht und Fahren bei Schrittgeschwindigkeit – die Anfahrt sowie die technische Rettung eine Herausforderung für alle eingesetzten Einsatzkräfte“ darstellte.

Nach 1,5 Stunden konnte der eingeklemmte Fahrer befreit und mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Im Anschluss versuchte die Feuerwehr die Einsatzstelle so weit zu sichern, dass die Vollsperrung und die stark mit Schnee bedeckte Fahrbahn teilweise wieder gegen 5 Uhr freigegeben werden konnten.

Damit hörte die Arbeit für die Einsatzkräfte jedoch nicht auf. Denn wegen des starken Schneefalls kam es im Laufe des Tages noch zu weiteren Unfällen im Kreis, bei denen es laut Polizeipräsidium Koblenz nur bei Sachschäden blieb. Das bestätigten auch die Polizeiinspektionen Simmern und Boppard: „Im Zuge des schweren Schneefalls kam es im Rhein-Hunsrück-Kreis zu Verkehrsbehinderungen durch liegen gebliebene Fahrzeuge an Steigungsstrecken, umgestürzte Bäume und kleinere Unfälle, bei denen aber niemand verletzt wurde.“ Die Straßenmeistereien seien im Dauereinsatz gewesen, sodass sich im Laufe des Vormittags die Lage entspannt hätte.

Der Rettungswagen, der auf dem Weg zum Unfall auf der A 61 war, kam nach Angaben der Feuerwehr Boppard auf der verschneiten Fahrbahn vom Weg ab und fuhr sich daraufhin fest. Ein Rüstwagen musste das Fahrzeug befreien.  Foto: Feuerwehr Boppard
Der Rettungswagen, der auf dem Weg zum Unfall auf der A 61 war, kam nach Angaben der Feuerwehr Boppard auf der verschneiten Fahrbahn vom Weg ab und fuhr sich daraufhin fest. Ein Rüstwagen musste das Fahrzeug befreien.
Foto: Feuerwehr Boppard

Kurios: Wie die Feuerwehr Boppard auf ihrer Facebook-Seite schrieb, kam „ein Rettungswagen, welcher sich auf Einsatzfahrt zu einem Unfall auf der A 61 befand, durch den starken Schneefall und die daraufhin vollständig verschneite Fahrbahn“ ab und fuhr sich daraufhin fest. „Mit unserem Rüstwagen befreiten wir den Rettungswagen.“

Und auch einige Bäume konnten die weißen Massen nicht mehr tragen und stürzten um. Schwacher Trost: Das Winterchaosland war nur von kurzer Dauer. Bereits am Sonntag taute alles auf – und ließ den Schnee zu Matsch werden. Monika Pradelok