Archivierter Artikel vom 28.05.2022, 12:07 Uhr
Simmern

Maimarkt Simmern tut Umzug gut – Schlossplatz strahlt Gemütlichkeit aus

Manchmal entwickelt sich aus der Not heraus etwas, das Potenzial hat, zu Bleibendem zu werden – so auch beim Maimarkt in Simmern.

Von Thomas Torkler
Überall waren sie zu sehen, die Helme, die auf der „Baustelle“ verteilt wurden, auf der nicht alles nach Vorschrift lief. Und mit dem wunderbaren „Kopfschmuck“ war nach der Baustellenbesichtigung natürlich ein Selfie Pflicht.
Überall waren sie zu sehen, die Helme, die auf der „Baustelle“ verteilt wurden, auf der nicht alles nach Vorschrift lief. Und mit dem wunderbaren „Kopfschmuck“ war nach der Baustellenbesichtigung natürlich ein Selfie Pflicht.
Foto: Thomas Torkler

Weil auf dem bisherigen Festplatz nun ein Hotel steht und auf dem bisherigen Ausweichplatz für das größte Volksfest im Vorderhunsrück ein Schwimmbad gebaut wird, standen die Stadtverantwortlichen vor der Frage: Findet in Simmern nach zweijähriger Corona-Pause wieder ein Maimarkt statt oder fällt er ein drittes Mal aus, diesmal wegen Platzmangels?

Pizza in allen Geschmacksrichtungen war beliebt, ebenso Crêpes, Currywurst Pommes, Schwenkis und diverse Schnausereien, Magenbrot, gebrannte Mandeln und Zuckerwatte – das kulinarische Kirmes-Grundsortiment also.
Pizza in allen Geschmacksrichtungen war beliebt, ebenso Crêpes, Currywurst Pommes, Schwenkis und diverse Schnausereien, Magenbrot, gebrannte Mandeln und Zuckerwatte – das kulinarische Kirmes-Grundsortiment also.
Foto: Thomas Torkler

Die Stadt fand eine Notlösung und ließ Karussells, Fahrgeschäfte, Buden und Stände rund ums Schloss, auf dem Brühlplatz und entlang der Zeughausstraße aufbauen. Von (erstmals) Donnerstag bis zum Sonntag strömten die Besucher nach Simmern und waren einhellig der Meinung: Das darf gern so bleiben. Am Montag geht das Volksfest zu Ende. tor

Kommentar zum Ausweichstandort des Simmerner Maimarkts: Nachdenken über Verbleib am Schloss erlaubt

Maimarkt auf dem Schlossplatz? Hmm? Na warten wir mal ab, wie es wird. So oder ähnlich reagierten die Leute, wenn ihnen im Vorfeld berichtet wurde, wohin der Maimarkt diesmal umziehen würde.

Thomas Torkler kommentiert.
Thomas Torkler kommentiert.
Foto: RZ

Hauptsache, er findet statt, lauteten die einhelligen Reaktionen. Außerdem ist es ja absehbar, dass nach Fertigstellung des neuen Schwimmbads das alte weichen muss und man dann ja in Simmern wieder einen Festplatz zur Verfügung hat. Echt jetzt?

Wer am Donnerstag- oder Freitagnachmittag den Platz betrat, zeigte meist eine andere Reaktion als: Okay, ist ja ne Notlösung. Im Gegenteil, sofort nahm eine angenehme, heimelige und gemütliche Atmosphäre die Gäste in Empfang, die gern verweilten, Freunde trafen, Geselligkeit genossen oder eine Runde auf einem der Fahrgeschäfte drehten. Sieht doch alles gut aus, das sollten sie immer hier machen, hieß es dann auch an den folgenden Abenden im bunten Schein der Kirmeslichter ein ums andere Mal.

Dass der Autoscooter auf dem Schlossplatz ein verkleinertes Innenstadtmaß hatte, merkte ohnehin niemand. Wer weiß auch schon, dass es da verschiedene Größen gibt? Die Schausteller natürlich. Und einige von ihnen, die nicht beim Maimarkt eingebunden waren, statteten dem Fest einen Besuch ab. Sie waren neugierig, wie sich so eine Kirmes in der Innenstadt macht, berichtete Stadtbürgermeister Andreas Nikolay, der mit den auswärtigen Karussellbetreibern und zusammen mit vielen Gästen der Meinung war, dass der aus der Not geborene Umzug dem Fest und dem Schlossplatz äußerst gut getan hat. Zumindest stellte Nikolay fest, dass dem Maimarkt durch den notgedrungenen Umzug neues Flair beschert wurde.

Es darf erlaubt sein, dies als Dauerlösung in Betracht zu ziehen. Viele Faktoren sind zu beachten, allen voran die Interessen der Anwohner, denen mit einem Kirmeswochenende einiges zugemutet wird. Aber viel leiser war der Maimarkt an anderer Stelle auch nicht.

Rhein-Hunsrück-Zeitung
Meistgelesene Artikel