Archivierter Artikel vom 15.02.2021, 14:49 Uhr
Halsenbach

Lesung mit Autor Stefan Gemmel: Online-Aktion weckt Leselust in Halsenbacher Schülern

Gerade während die schönen Aktionen des Schullebens viel zu kurz kommen, wollte die Grundschule Halsenbach ihren Kindern etwas Besonderes bieten. Und so wurden digitale Lesungen mit dem Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel möglich gemacht, wie die Schule in einer Pressemitteilung berichtet.

Autor Stefan Gemmel hat schon oft mit der Grundschule Halsenbach zusammengearbeitet, aber auch für ihn waren die Online-Lesungen nun Neu-land, das er aber sehr begeistert betrat, wie man sieht.  Foto: GS Halsenbach
Autor Stefan Gemmel hat schon oft mit der Grundschule Halsenbach zusammengearbeitet, aber auch für ihn waren die Online-Lesungen nun Neu-land, das er aber sehr begeistert betrat, wie man sieht.
Foto: GS Halsenbach

Der Autor hat schon oft mit der Grundschule Halsenbach zusammengearbeitet, aber auch für ihn waren die Online-Lesungen Neuland. Finanziell ermöglicht hat die etwas anderen Lesungen der Förderverein der Schule. Gemmel hatte sich für die verschiedenen Klassenstufen tolle Vorlese- und Mitmachaktionen überlegt und fesselte die Kinder vor ihren Bildschirmen. Er begegnete ihnen auf Augenhöhe, kam mit ihnen ins Gespräch und griff ihre Ideen auf. Außerdem durften sie hier einen echten Autor mit Fragen löchern.

Für die Erstklässler gab es eine Premiere: Die Online-Lesung wurde mit einer musikalischen Begleitung untermalt. Sängerin Anja Kintscher und Gitarrist Jens Mackendhun wurden live aus Mainz zugeschaltet. Außerdem gab es die Geschichte „Keine Angst, kleiner Hase“, und dazu wurden noch mit Fingerpuppen gespielt.

Im Gespräch mit den Zweitklässlern

Die Zweitklässler lernten unterdessen das Buch „Robin Wuff und Bruder Katz“ kennen. Sie kamen mit Gemmel ins Gespräch über Bücher und hatten viele Fragen. Er begegnete den Schülern mit seiner vertraut erfrischenden und mitreißenden Art und machte ihnen so das Bücherlesen schmackhaft.

Der Autor zeigte ansprechende Illustrationen und kommentierte, erklärte und untermalte viele Details der Geschichte auf anschauliche Art und Weise. Diese Leseförderungsaktion konnte sogar Lesemuffel erreichen. Als besonderen Abschluss erhielt jedes Kind der zweiten Klasse das Buch zur Lesung. Auch Eltern und Geschwister, von denen sich einige an den Bildschirmen versammelt hatten, waren begeistert und gaben positive Rückmeldungen.

Mit den Dritt- und Viertklässlern startete Gemmel mit einer kleinen Mitmachübung zum Zeichen. Er erklärte den Kindern handlungsorientiert, wie Sprache (in Büchern) funktioniert und wie Sprache und Bilder im Kopf verschiedene Vorstellungswelten erzeugen. Alle Kinder machten gespannt mit und hielten ihre Ergebnisse stolz in die Kamera. Die Aufgabe lösten alle richtig, und jeder kam zu einem anderen Ergebnis.

Im Gespräch mit dem Autor erfuhren die Kinder zum Beispiel, dass er schon 52 Bücher geschrieben hat und welches davon sein Lieblingsbuch ist („Kathrin spricht mit den Augen“). Zu einem seiner erfolgreichsten Bücher, „Lukas und der Zauberschatten“, verriet er den Kindern ein Geheimnis, das sie auf gar keinen Fall weitererzählen sollten: Er brauchte nur zehn Tage, um dieses Buch zu schreiben.

Kinder spinnen an Geschichte weiter

Nun erzählte und las Stefan Gemmel den Viertklässlern fesselnd mit Gestik und Mimik, Geräuschen und Unterstützung von Bildern aus „Geistergefährte – Die geheimnisvolle Felsenhöhle“ vor. Die Kinder hörten gebannt zu. Es wurde viel gelacht, und Autor und Kinder spannten gemeinsam an der Geschichte weiter.

Die Mädchen und Jungen der dritten Klasse lernten das Buch „Marvin“ kennen und die Figur „Stoffelmoffel“. Wer kennt das nicht – es gibt immer jemanden, der etwas zu meckern hat. Doch auch für solche Zeitgenossen hat der Autor eine Lösung parat: Schlaf immer viel, dann motzt du nicht!

Im Gespräch mit den Klassen gab Gemmel auch zu, selbst im Grundschulalter ein Nichtleser gewesen und erst ab der siebten Klasse durch eine Lehrerin, die jeden Tag eine große Büchertasche für die Schüler dabeihatte, zum Lesen und später dann zum Schreiben für die Schülerzeitung gekommen zu sein. Hier merkte er, wie toll es ist, anderen Leuten etwas erzählen zu können. Dass er selbst jetzt noch Rechtschreibfehler macht, das ließ einige Kinder schmunzeln. Sie erfuhren noch, wie der Autor – zum Beispiel im Reiterurlaub mit seinen Töchtern – auf seine Ideen kommt und wie Dinge, die ihm passieren, in seine Geschichten einfließen. Gemmel erzählte, dass sein großes Vorbild Erich Kästner sei und lud die Kinder ein, diesen zu googeln. Die Dritt- und Viertklässler erhielten zur Erinnerung noch Autogrammkarten und Kugelschreiber mit einem Zitat von Gemmel. Die Lehrerinnen freuten sich über die begeisterten Kinderaugen in den Bildschirmen und bedanken sich noch einmal bei Gemmel sowie bei den Sponsoren, Recyling und Baustoffe Hellerwald GmbH und dem Förderverein der Grundschule Halsenbach, die diese Aktion möglich gemacht haben.