Archivierter Artikel vom 09.04.2019, 17:37 Uhr
Rhein-Hunsrück

Kandidatenschwund hält sich in Grenzen – Zahlreiche Bewerber bis Meldeschluss am Montag registriert

„Bürgermeister dringend gesucht“, titelte unsere Zeitung am 18. März. Nachdem am vergangenen Montag, 18 Uhr, die Bewerberfrist endete, sieht die Situation im Rhein-Hunsrück-Kreis gar nicht mehr so schlecht aus.

Eine Menge Kreuzchen waren am 25. Mai 2014 bei der vorigen Kommunalwahl zu machen. Das wird auch fast auf den Tag genau fünf Jahre später, am 26. Mai, nicht anders sein.
Eine Menge Kreuzchen waren am 25. Mai 2014 bei der vorigen Kommunalwahl zu machen. Das wird auch fast auf den Tag genau fünf Jahre später, am 26. Mai, nicht anders sein.
Foto: Archiv Thomas Torkler

Nach wie vor gibt es Gemeinden, in denen sich keine Bewerber fanden, die das Ehrenamt als Ortsbürgermeister oder Ortsvorsteher übernehmen wollen. Dort wählt der Gemeinderat dann den Ortschef. Und besonders in kleinen Orten wird diese Variante von potenziellen späteren Amtsinhabern sogar bevorzugt. Zumindest können die meisten Gemeinden, Ortsbezirke und Ortsteile jeweils einen Kandidaten aufbieten.

Am 26. Mai stehen bei der Kommunalwahl hauptamtliche Bürgermeister sowie ehrenamtliche Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher sowie die Räte der Verbandsgemeinden, Ortsgemeinden und Ortsbezirke und nicht zuletzt die Zusammensetzung des Kreistags zur Wahl. Neben den Bewerbern, die ihre Kandidatur bekannt gegeben haben, haben die Parteien für die einzelnen Räte ihre Listen aufgestellt. Da noch nicht überall die Wahlausschüsse über die Zulassung befunden haben, dürfen diese auch noch nicht veröffentlicht werden.

Fein raus sind die Wähler in Boppard, denn dort gibt es in jedem Ortsbezirk mindestens einen Bewerber für das Amt des Ortsvorstehers, teilweise treten auch mehrere Kandidaten gegeneinander an, sodass die Bürger also eine echte Wahl haben. Insgesamt 21 Kandidaten haben sich in den zehn Ortsbezirken gemeldet. Für den Stadtrat sind sieben Wahllisten eingegangen, von CDU, SPD, BfB, FDP, Grünen, FWG und den Linken.

Weniger „gesättigt“ sieht es in den 31 Ortsgemeinden und der Stadt Simmern der Verbandsgemeinde Simmern aus. Hier liegen nur für 14 Ortsgemeinden (inklusive Stadt Simmern) 17 Wahlvorschläge von Bewerbern für das Amt des Orts- oder Stadtbürgermeisters vor.

In der Partner-VG Rheinböllen, mit der Simmern bekanntlich fusioniert, haben sich in acht von zwölf Ortsgemeinden (inklusive Stadt Rheinböllen) insgesamt elf Kandidaten aufstellen lassen. Für den Stadtrat Rheinböllen buhlen die bekannten Gruppierungen CDU, SPD und FWG um die Wählergunst, und in der Gemeinde Argenthal gibt es die Freien Wähler Argenthal und die neue Gruppe „Zukunft Argenthal“, die sich für den Gemeinderat bewerben.

In der mit 40 Ortsgemeinden größten Verbandsgemeinde des Rhein-Hunsrück-Kreises, der Verbandsgemeinde Kirchberg, haben sich nur in etwa der Hälfte Direktkandidaten beworben. 31 Orts- beziehungsweise Stadtbürgermeisterkandidaten verteilen sich auf 23 Gemeinden. 14 Stadträte, Gemeinderäte und Ortsbeiräte sind in der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel am 26. Mai zu wählen. 16 Kandidaten haben sich für das Amt als ehrenamtliche Stadtbürgermeister, Ortsbürgermeister bzw- Ortsvorsteher beworben. Stadtratslisten gibt es in Oberwesel (4) und St. Goar (3), Ortsgemeinderats- beziehungsweise Ortsbeiratslisten wurden insgesamt elf zugelassen. Die kleine Verbandsgemeinde wird ab 1. Januar 2020 mit der Verbandsgemeinde Emmelshausen fusionieren. In den 25 Ortsgemeinden inklusive der Stadt Emmelshausen haben sich in 18 Gemeinden (inklusive Stadt) insgesamt 19 Kandidaten für das Amt des Orts- beziehungsweise Stadtbürgermeisters gemeldet. Es steht wie in vielen Gemeinden im Kreis in der Regel ein Bewerber für das Ehrenamt zur Verfügung. In Hungenroth haben die Wahlberechtigten sogar eine echte Wahl, denn dort treten zwei Kandidaten gegeneinander an.

Für den Rat der neuen Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein, der ab 2020 die Geschicke der fusionierten Verbandsgemeinden Emmelshausen und St. Goar-Oberwesel leiten wird, sind sechs Wahllisten eingegangen, von der CDU, der SPD, FDP, Grünen, Linken und der FWG Emmelshausen.

39 Gemeinden und Ortsteile zählt die Verbandsgemeinde Kastellaun inklusive der Stadt. In 34 davon stehen Bewerber als Ortsbürgermeister oder Ortsvorsteher zur Verfügung. bed/wd/tor