Archivierter Artikel vom 19.01.2018, 16:10 Uhr
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Rheinböllen/Simmern

Fusion: Auch die Stadt Rheinböllen sagt Ja

Die Fusion der beiden Verbandsgemeinden (VG) Rheinböllen und Simmern zum 1. Januar 2020 schreitet mit Riesenschritten voran und nimmt immer konkretere Formen an. Nachdem am Mittwochabend bereits der Rat der Kreisstadt einstimmig (bei einer Enthaltung) seinen Segen zu einer Verschmelzung der beiden Verwaltungseinheiten erteilt hatte (wir berichteten), zog am Donnerstagabend der Stadtrat Rheinböllen nach. Auch im Gemeindehaus einen Steinwurf vom Rheinböllener Marktplatz entfernt war das Ergebnis einstimmig. Fünf Ratsmitglieder der CDU enthielten sich der Stimme. Damit haben beide namensgebende Städte der jeweiligen VG der Fusion einmütig die Zustimmung erteilt. Gerade in Rheinböllen durfte man auf das Abstimmungsergebnis gespannt sein, hatte der Stadtrat noch Ende April gegen eine „Hochzeit“ mit dem westlichen Nachbarn gestimmt. Dort rechnete man sich größere Chancen für einen Erhalt des Verwaltungssitzes bei einer Fusion mit St. Goar-Oberwesel oder Stromberg aus. Beide Varianten zerschlugen sich aber kurz danach – das Land erteilte einer „Ehe“ über Kreisgrenzen hinweg (Stromberg) eine klare Absage, die ursprünglich heftigen Liebesbekundungen aus dem Mittelrheintal erkalteten rasch wieder – auch in Oberwesel spekulierte man auf den Verwaltungssitz und zeigte den Hunsrückern die kalte Schulter. Nicht zuletzt hatte man in Rheinböllen die Befürchtung, vom übermächtigen Nachbarn einfach geschluckt zu werden – Ängste, die sich in den Treffen der beiden Lenkungsgruppen schnell verflüchtigten. Am Schinderhannesturm streckte man Rheinböllen die offene Hand aus – „Verhandlungen auf Augenhöhe“ lobten beide Seiten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder.

Von Markus Lorenz Lesezeit: 4 Minuten