Archivierter Artikel vom 11.02.2021, 14:47 Uhr
Boppard

Ein offenes Ohr für alle Patienten: Seelsorge am Bopparder Heilig Geist hat neues Gesicht

Die Krankenhausseelsorge in Boppard hat ein neues Gesicht. „Die Patienten freuen sich einfach, dass jemand zur Tür reinkommt, sich Zeit nimmt und zuhört – das ist jetzt in der Corona-Pandemie besonders wichtig“, erzählt Sabine Brühl-Kind. Sie ist diejenige, die „zur Tür reinkommt“. Die Religionspädagogin wurde als Gemeindereferentin vom Bistum Trier entsandt und ist seit November vergangenen Jahres als Krankenhausseelsorgerin im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Heilig Geist, im Einsatz.

Sabine Brühl-Kind ist das neue Gesicht der Krankenhausseelsorge in Boppard.  Foto: GK Mittelrhein
Sabine Brühl-Kind ist das neue Gesicht der Krankenhausseelsorge in Boppard.
Foto: GK Mittelrhein

Montags, mittwochs und freitags besucht sie das Bopparder Krankenhaus und hat dabei ein offenes Ohr für alle Patienten, ganz gleich welcher Glaubensrichtung. Manchmal geht es bei den Begegnungen einfach ums Wetter oder das Mittagessen, aber auch häufig um große Sorgen oder existenzielle Ängste. Wie geht mein Leben mit dieser Diagnose weiter? Was kommt auf mich zu? Komme ich zu Hause zurecht oder falle ich meiner Familie zur Last? „Die Gesprächsanlässe sind ganz vielfältig. Vielen Menschen tut es gut, über ihre Gedanken und Sorgen zu sprechen. Gleichzeitig sind es aber auch gute Nachrichten, die die Patienten mit mir teilen möchten, zum Beispiel ihr Genesungsfortschritt oder die Erleichterung über die bevorstehende Entlassung“, berichtet die 58-Jährige von ihrer Arbeit. „Ich sehe einen großen Sinn in meiner Aufgabe und bin sehr warmherzig empfangen worden von den Patienten und dem Personal. So hatte ich trotz des Einstiegs mitten in der Pandemie einen sehr guten Start.“

Ära der Borromäerinnen endete

Auch Jörg Geenen, kaufmännischer Direktor im Heilig Geist, freut sich, dass Sabine Brühl-Kind die Nachfolge in der Krankenhausseelsorge übernommen hat, nachdem sich die letzten Borromäerinnen nach mehr als 165 Jahren ins Mutterhaus nach Trier verabschiedet haben: „Es zeigt sich immer wieder, dass gemeinsames Nachdenken oft besser ist als einsames Grübeln. Dabei leistet die Krankenhausseelsorge einen wichtigen Beitrag. Sabine Brühl-Kind tut unseren Patienten gut, und auch viele Mitarbeiter schätzen den Austausch mit ihr.“