Archivierter Artikel vom 29.07.2021, 13:48 Uhr
Flughafen Hahn

„Crossport to Heaven“: Weihbischof firmt in Jugendkirche auf den Flughafen Hahn

Außer der Reihe, an einem außergewöhnlichen Ort, mit besonderen Ereignissen und unter ganz eigenen Bedingungen fand eine Open-Air-Firmung mit Weihbischof Jörg Michael Peters auf dem Flughafen Hahn statt. Bei seinen 140 Firmgottesdiensten im vergangenen Jahr in kleinen Gruppen zwischen acht und 25 Jugendlichen hat er eine solche Firmung wohl noch nicht erlebt.

Die Bühne diente beim Firmgottesdienst der besonderen Art als Altar, die Firmlinge stellten sich davor auf, um das Sakrament durch Weihbischof Jörg Michael Peters zu erhalten.  Foto: Dekanat Simmern-Kastellaun
Die Bühne diente beim Firmgottesdienst der besonderen Art als Altar, die Firmlinge stellten sich davor auf, um das Sakrament durch Weihbischof Jörg Michael Peters zu erhalten.
Foto: Dekanat Simmern-Kastellaun

Nicht nur, dass aus vier verschiedenen Pfarreiengemeinschaften Jugendliche zusammengekommen waren, auch aus der Nähe von Münstermaifeld stammte eine Jugendliche, deren Familie Wurzeln im Hunsrück hat.

Für einen Jugendlichen ist der Funke besonders übergesprungen. Durch das Miterleben des Engagements seiner Freundin im Jugendrat entschloss er sich zur Taufe, Erstkommunion und Firmung. „Taufe, Kommunion und Firmung gehören ja eigentlich zusammen, wir trennen es nach Entwicklungsalter“, erklärte Weihbischof Peters den Jugendlichen. Vor dem eigentlichen Programm besprach er mit ihnen den Ablauf des Gottesdienstes und nahm sich Zeit, diesem Jugendlichen seine Taufe und Erstkommunion zu erläutern. Dabei wurde ihm auch ein besonderes Firmprojekt vorgestellt. Die Jugendkirche „Crossport to Heaven“ brauchte infolge des Brandes und der Umsetzung der Brandschutzbestimmungen eine neue Abtrennung des Bühnenbereiches. Dazu baute ein Firmbewerber wechselbare Trennwände mit schwarzem Spezialstoff.

Auffällig war das Namensgedächtnis des Weihbischofs, der alle Jugendlichen nach dem ersten Gespräch mit ihren Namen anspricht. Ihm ist dies ein Anliegen: „Ich begegne ja jungen Persönlichkeiten am Ort.“ Er stellte ihnen Fragen, berichtete von seinen Erfahrungen. „Firmung – wenn nicht jetzt?“, zitierte er einige Eltern und erinnert sich daran, dass die, die sich in Corona-Zeiten für eine Firmung entschieden hatten, auch gekommen sind. „Ein Sakrament geht nun mal nicht digital. Keiner hat gekniffen oder aber gedrängt, dass es einen zeitnahen Nachholtermin wie an diesem Tag gibt“, erzählte er. Firmung beinhalte auch die Übernahme von Rechten und Pflichten. Jugendliche werden mit diesem Alter als Reif für die Kirchenpolitik eingeschätzt. Diese Botschaft sei ihm ebenso wichtig wie dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Karl-Heinz Wodack aus Sohren. Diesen zukünftigen Verantwortungsträgern wolle er im Vorgespräch auch Rede und Antwort stehen.

Doch die Jugendlichen fragten recht wenig. Auf die Nachfrage, wie er zur Segnung der LGBTIQ stehe, zitierte er Papst Franziskus: „Wer bin ich, dass ich über die Liebe der Menschen urteilen kann.“ Er stellte sich hinter die Segensbewegung. Auch wenn dies zuvor schon möglich gewesen sei, so habe dies vielerorts für eine Entlastung gesorgt.

Ihm gefalle das Bild, dass durch die erste Firmung in der Jugendkirche die Eltern in die Fußstapfen ihrer Kinder getreten sind und ihren Ort von Kirche besuchen und nicht umgekehrt, wie es die Regel ist. Der Weihbischof freue sich über die Entscheidung der Jugendlichen für „die katholische Kirche, die manchmal eher gerupft da steht als geheilt“. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Wodack nutzte die Gunst der Stunde, um auf den Antrag des Jugendrates zu verweisen, die Jugendkirche „Crossport to Heaven“ zu einem Ort der Sakramentenspende werden lassen soll.