Archivierter Artikel vom 30.07.2021, 13:26 Uhr
Kirchberg

Abschied nach 34 Jahren im Schuldienst: Claudia Schultze verlässt die KGS Kirchberg

„Engagiert, liebenswert und warmherzig“ – dies sind nur einige Attribute, die Claudia Schultze, der zweiten stellvertretenden Schulleiterin des Ausonius-Gymnasiums in Kirchberg, bei ihrer Verabschiedung zugeschrieben wurden. Nach 34 Dienstjahren verlässt die Vollblutlehrerin nun die pädagogische Frontlinie. Zuvor wurde sie jedoch noch einmal in einem kurzweiligen Festakt aus Musik- und Wortbeiträgen von ihrem Kollegium der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Kirchberg, früheren Weggefährten sowie Schüler- und Elternvertretern gebührend gefeiert.

Verabschiedeten Claudia Schultze (3. von links) herzlich von der KGS Kirchberg (von links): Tobias Eiserloh, stellvertretender Schulleiter Realschule plus, Susanne Weiß, stellvertretende Schulleiterin Gymnasium, Schulleiter Wolfgang Altmayer, der Vorsitzende des Personalrats Realschule plus, Karl-Gerhard Halstein, und Kai Conzemius, Vorsitzender des Personalrats Gymnasium.  Foto: KGS Kirchberg
Verabschiedeten Claudia Schultze (3. von links) herzlich von der KGS Kirchberg (von links): Tobias Eiserloh, stellvertretender Schulleiter Realschule plus, Susanne Weiß, stellvertretende Schulleiterin Gymnasium, Schulleiter Wolfgang Altmayer, der Vorsitzende des Personalrats Realschule plus, Karl-Gerhard Halstein, und Kai Conzemius, Vorsitzender des Personalrats Gymnasium.
Foto: KGS Kirchberg

Als eingefleischte Marburgerin blieb Schultze ihrer Heimatstadt 29 Jahre lang treu, doch dann zog es die studierte Germanistin und Altphilologin hinaus in die Welt. Nach ihrem Start ins Berufsleben, der Zeit der Lehrerschwemme in den 1980er- und 90er-Jahren, war die Lehrerin zunächst an unterschiedlichen privaten Landerziehungsheimen in Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg tätig. 1998 verschlug es sie schließlich in den Hunsrück, wo sie an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Kastellaun die Fächer Deutsch und Latein unterrichtete. Im Jahr 2002 wurde sie zur Studienrätin und 2006 zur Oberstudienrätin ernannt. Während ihrer beruflichen Tätigkeit hat sich Claudia Schultze als langjährige Betriebs- und Personalratsvorsitzende im Einsatz für ihre Kollegen verdient gemacht.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren absolvierte die ambitionierte Theaterliebhaberin eine Weiterbildung im Fach Darstellendes Spiel und erlangte 2008 die Unterrichtserlaubnis für beide Sekundarstufen. Daneben führte sie in Kastellaun die Landesschultheatertage durch und organisierte verschiedene lange Kulturnächte für die Schulgemeinschaft. 2009 übernahm sie die Funktionsstelle der didaktischen Koordinatorin und zweiten Schulleiterstellvertreterin und wurde ein Jahr später zur Studiendirektorin befördert.

Kastellauner „Fanklub“ sagt auch Adieu

„Was für eine hohe Wertschätzung du dir, liebe Claudia, in Kastellaun erworben hast, zeigt nicht zuletzt der starke Kastellauner Fanklub, der dir heute bei uns in Kirchberg die Reverenz erweist“, folgerte KGS-Schulleiter Wolfgang Altmayer in seiner Verabschiedungsrede. Die vergangenen vier Jahre ihrer Dienstzeit verbrachte Schultze, ebenfalls als zweite Stellvertreterin des Schulleiters, am Ausonius-Gymnasium in Kirchberg. Hier war sie insbesondere für die Organisation der Ganztagsschule und die Schulentwicklung zuständig, die sie als Leiterin der Arbeitsgruppe „Leistung macht Schule“ maßgeblich vorantrieb. In diesem Zuge setzte sie sich ebenfalls engagiert für die Neueinführung des Faches Darstellendes Spiel in der Oberstufe des Kirchberger Gymnasiums ein. Als Studiendirektorin war sie darüber hinaus für die Abwicklung von Vertretungsverträgen und die Betreuung der Freiwilligendienstleistenden verantwortlich.

„Claudia ist ein Organisationstalent“, fasste Schultzes langjährige Weggefährtin Ulla Jaeger von der IGS Kastellaun das Wirken der Pädagogin zusammen. „Wenn sie für etwas brennt, dann ist sie gnadenlos“, so die pensionierte Lehrerin. Auch für den Schulleiter bedeutet das Ende von Schultzes aktiver Dienstzeit ein Verlust: „Vor allem werden wir deine Warmherzigkeit, deine stete Sorge um das Wohlergehen der Gemeinschaft – kurzum dich als Mensch vermissen“, resümierte Altmayer, der Schultze ebenfalls bereits seit seiner Dienstzeit in Kastellaun kennt. „Ich danke dir für deine Arbeit als Lehrerin, als Schulleitungsmitglied und auch dafür, wie du unsere Schule aufgemischt und aufgefrischt hast“, so Altmayer.

Auch in Altersteilzeit weiter aktiv

Die künftige Ruheständlerin zeigte sich gerührt von den vielfältigen Beiträgen zu ihrer Verabschiedung. „Ich bin wirklich überwältigt“, erklärte Schultze in ihren Abschiedsgedanken. „Ich wünsche mir für diese Schule, dass alle Gremien – Schulleitung, Kollegium, Personalräte und Elternvertretungen – weiterhin konstruktiv und offen miteinander arbeiten. Nur so kann eine lebendige Schulkultur im Sinne unserer Schülerinnen und Schüler funktionieren“, erinnerte die Pädagogin.

Doch auch in der passiven Phase der Altersteilzeit bleibt Schultze aktiv. In ihrer neu gewonnenen Freizeit wird die Tierliebhaberin zunächst mit ihren beiden Hunden auf Reisen gehen. Daneben wird sie ihre Nachfolger im Fach Darstellendes Spiel noch unterstützen und bietet zusammen mit Ulla Jaeger Fortbildungsworkshops für ihre Kollegen an. Für das kommende Jahr plant sie ihren Umzug zurück nach Marburg, ihre neue alte Heimat.