Archivierter Artikel vom 08.04.2022, 17:32 Uhr
Rhein-Hunsrück/Sargenroth

1000 Menschen aus der Ukraine im Rhein-Hunsrück-Kreis angekommen: Landrat lobt Solidarität

Im Rhein-Hunsrück-Kreis sind nach derzeitigem Kenntnisstand der Kreisverwaltung bislang gut 1000 Personen angekommen, von denen bereits 370 das Registrierungsverfahren durchlaufen haben.

Ein Ultraschallgerät der Gemeinschaftspraxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. med. Ursula Windemuth (3. von rechts) und Andrea Kremer-Rahn (3. von links) in Boppard kommt in der Ukraine zum Einsatz. Zunächst wird es vom DRK-Kreisverband Rhein-Hunsrück und vom DRK-Ortsverein Weibern nach Polen gebracht. Dort nimmt es das ukrainische Rote Kreuz zusammen mit weiteren Hilfsgütern im Empfang und bringt es in eine ukrainische Klinik. „Das DRK ist begeistert über die großzügige Unterstützung und Spendenbereitschaft der beiden Ärztinnen in Boppard und das ehrenamtliche Engagement der Brüder Bernd und Gerd Schricker sowie von Peter Benke (links) für diesen Hilfstransport“, betont Martin Maser (2. von links), Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbands Rhein-Hunsrück. Dem DRK-Ortsverein Weibern sind die Rotkreuzler von Rhein und Hunsrück seit der Flut im Ahrtal eng verbunden.  Foto: DRK
Ein Ultraschallgerät der Gemeinschaftspraxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. med. Ursula Windemuth (3. von rechts) und Andrea Kremer-Rahn (3. von links) in Boppard kommt in der Ukraine zum Einsatz. Zunächst wird es vom DRK-Kreisverband Rhein-Hunsrück und vom DRK-Ortsverein Weibern nach Polen gebracht. Dort nimmt es das ukrainische Rote Kreuz zusammen mit weiteren Hilfsgütern im Empfang und bringt es in eine ukrainische Klinik. „Das DRK ist begeistert über die großzügige Unterstützung und Spendenbereitschaft der beiden Ärztinnen in Boppard und das ehrenamtliche Engagement der Brüder Bernd und Gerd Schricker sowie von Peter Benke (links) für diesen Hilfstransport“, betont Martin Maser (2. von links), Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbands Rhein-Hunsrück. Dem DRK-Ortsverein Weibern sind die Rotkreuzler von Rhein und Hunsrück seit der Flut im Ahrtal eng verbunden.
Foto: DRK

„Die Registrierung erfolgt im Kreishaus in Simmern nach einem von Bund und Land vorgegebenen Ablauf, der zeit- und personalaufwendig ist“, führt Landrat Volker Boch aus. „Wir bitten daher um Verständnis, dass die eingehenden Registrierungsanfragen sukzessive abgearbeitet werden.“

Hintergrund sei dabei auch, dass der Einsatz einer vorgeschriebenen Registrierungstechnik notwendig sei, die der Kreisverwaltung aktuell nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehe und auf dem Markt gegenwärtig auch nicht erhältlich sei. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ausländerbehörde sind sehr darum bemüht, dass die Registrierung so rasch wie möglich abläuft“, sagt der Landrat.

Die Anmeldung für eine Registrierung ist per E-Mail möglich an ukraine.abh@rheinhunsrueck.de. Falls vergebene Registrierungstermine nicht wahrgenommen werden können, sei es zwingend geboten, diese auch abzusagen. So könnten andere Wartende für die frei gewordenen Termine berücksichtigt werden. Nicht nur bei der Registrierung helfen viele Ehrenamtliche den Flüchtlingen. „Ich bin beeindruckt von der immensen Solidarität, die ich im Rhein-Hunsrück-Kreis bei der Unterstützung der Geflüchteten aus der Ukraine erlebe“, sagt Boch. „Ob bei der Unterbringung, mit Geld- oder Sachspenden oder auch in Form einer Unterstützung bei Behördenanfragen – viele Rhein-Hunsrücker sind sehr engagiert.“

Der Landrat richtet den Blick zudem in die Kreisverwaltung und in die Rathäuser der Verbandsgemeinden sowie der Stadt Boppard hinein, denn auch dort werde seit Wochen sehr professionell Hilfe geleistet und gemeinsam an der Bewältigung der Krisensituation gearbeitet. „Für alle Beteiligten bedeutet die gegenwärtige Situation eine große Herausforderung“, sagt Volker Boch. „Ich bitte deshalb auch um Verständnis, wenn es bei der Abwicklung von Anfragen oder auch Anträgen zu Verzögerungen kommen sollte.“ Parallel zur Registrierung läuft die Arbeit im Bereich des Sozialamtes für die Versorgung der Geflüchteten auf Hochtouren.

Neben der Koordination des zur Verfügung gestellten Wohnraums, der Unterbringung in Wohnungen und der Krankenhilfe sind dort bereits rund 900 Sozialhilfeanträge eingegangen. „Unsere Fachabteilungen sind bei der Bearbeitung der vielen Anträge mit enorm großer Energie dabei, eine zeitnahe Erledigung zu erreichen“, erläutert der Landrat. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Sozialhilfebedürftige, deren Kinder Ganztagsschulen besuchen, auch direkt einen Antrag auf Bildung und Teilhabe stellen können, um beispielsweise die Kosten für die Mittagsverpflegung an der Schule abzudecken. Die Schulträger haben sichergestellt, dass die betroffenen Kinder bis zur Entscheidung über diese Anträge nicht von der Mittagsverpflegung ausgeschlossen werden.

Vor wenigen Tagen hatte der Landrat unter anderem die Träger der Sozial- und Jugendhilfe im Landkreis zum Austausch eingeladen, um aktuelle Fragen zum Themenkomplex „Ukraine-Hilfe“ zu diskutieren. Dabei ging es um die Bündelung organisatorischer Fragen und um einen möglichst optimalen Umgang mit der ungeheuren Spendenbereitschaft der Bürger. „Wir wollen als Kreisverwaltung Dienstleister sein“, sagt der Landrat. „Deshalb wollen wir auch hinsichtlich der vielen Angebote aus der Bevölkerung mithelfen, diese Informationen zusammenzuführen.“ Aufgrund vieler Anfragen zu Spendenkonten hat die Kreisverwaltung in Abstimmung mit den Trägern der Sozial- und Jugendhilfe Spendenkonten gebündelt.

Das Spendenkonto und viele weitere Infos, wie Kontaktdaten für Terminanfragen zur Registrierung, Sozialhilfeleistungen und Wohnraumangebote stehen unter dem Link www.kreis-sim.de/ukrainehilfe