Archivierter Artikel vom 11.08.2020, 18:36 Uhr
Altenbamberg

Zu weit vom Schuss: Kein Essen auf Rädern für Altenbamberg

Eine Suppe kochen, einen Salat schnippeln oder eine Pastasoße zubereiten – für viele Menschen ganz normale Alltagstätigkeiten, die oftmals nebenher erledigt werden. Doch wenn Alter und Krankheit ins Leben treten, bleibt eine frische Mahlzeit oftmals auf der Strecke, weil Einkauf und Zubereitung einfach zu beschwerlich sind. Viele Senioren greifen daher auf Essen auf Rädern zurück und lassen sich täglich ein warmes Essen liefern. Eine gute Sache. Doch in den Genuss kommt bei Weitem nicht jeder – diese Erfahrung musste Ursula Rindt aus Altenbamberg kürzlich machen. Rindts Nachbar, ein älterer Herr, hat im vergangenen Jahr einen Schlaganfall erlitten und ist seit Weihnachten halbseitig gelähmt, erzählt sie unserer Zeitung. Im Pflegeheim zu bleiben, war für den Senior nie eine Option, weshalb er sein Eigenheim aufwendig behindertengerecht umbauen ließ. Doch fast wäre die Rückkehr in die eigenen vier Wände gescheitert, berichtet die Nachbarin. Denn ihr Versuch, dem Nachbarn Essen auf Rädern zu organisieren, scheiterte zunächst: „Keiner der Sozialdienste, die im Internet großartig Werbung für ihren Essen-auf-Rädern- Service machen, fährt Altenbamberg an. Immerhin: Das Deutsche Rote Kreuz erklärt sich bereit, einmal pro Woche einen siebentägigen Vorrat an Tiefkühlgerichten zu liefern. Doch für einen halbseitig gelähmten Menschen ist allein das Aufwärmen in der Mikrowelle oder im Wasserbad schon eine kaum zu bewältigende Aufgabe, findet Rindt.

Silke Bauer Lesezeit: 3 Minuten
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