Archivierter Artikel vom 16.03.2017, 07:00 Uhr

Vertrauen verspielt: Carsten Zillmann zum Wirbel um das Ditib-Grundstück

Cihan Sen hat in der Moschee-Debatte nie gelogen. Er war aber auch nicht ehrlich. Wer Offenheit verspricht, darf einen entscheidenden Fakt nicht verschweigen. Er muss ihn proaktiv kommunizieren.

Carsten Zillmann
Carsten Zillmann
Foto: Jens Weber

Sen wurde oft nach Quellen der Finanzierung und struktureller Einflussnahme des Ditib-Dachverbands – und damit mittelbar der türkischen Regierung – befragt. Er antwortete dabei stets wahrheitsgemäß – soweit das in monetären Dingen überprüfbar ist. Dass er nie über die Eigentümerverhältnisse befragt wurde, ist nicht seine Schuld. Dass er über sie geschwiegen hat schon. Sen ist zu klug, um nun glaubhaft zu versichern, er habe das „Detail“ für unwichtig gehalten. Er hat es bewusst verborgen, um (noch) unangenehmeren Diskussionen zu entgehen.

Die Populisten stürzen sich nun auf ihn. Das hätten sie aber sowieso getan. So hat die Ditib-Gemeinde aber auch Vertrauen bei vielen offenen Menschen verspielt.

E-Mail: carsten.zillmann@rhein-zeitung.net