Archivierter Artikel vom 07.08.2022, 21:30 Uhr
Kreis Bad Kreuznach

Pflanzenschutz aus der Luft: Im Kreis Bad Kreuznach helfen Drohnen auf dem Boden

Angehende Winzer haben sich kürzlich in Bad Kreuznach mit Experten der Pflanzenschutzindustrie zum Informationsaustausch getroffen.

Schüler der Winzerklasse Bad Kreuznach mit der bislang ersten für den Rebschutz aus der Luft zugelassenen Drohne und Pilot Matthias Schlarb sowie den Lehrern Alexander Wallhäuser und Dr. Joachim Frantz sowie Experten. Foto: BBS Agrarwirtschaft
Schüler der Winzerklasse Bad Kreuznach mit der bislang ersten für den Rebschutz aus der Luft zugelassenen Drohne und Pilot Matthias Schlarb sowie den Lehrern Alexander Wallhäuser und Dr. Joachim Frantz sowie Experten.
Foto: BBS Agrarwirtschaft

Weinbaureferendar Alexander Wallhäuser tauschte mit den Winzerschülern der Berufsbildenden Schule Agrarwirtschaft Bad Kreuznach den üblichen Lernort am Schulplatz mit dem Beratungs- und Vermarktungsort der Pflanzenschutzindustrie: Die Schüler waren zu Gast beim überregional tätigen Händler des Agrarkontors Plus in Bad Kreuznach. Hier trafen die angehenden Winzer auf Experten der Pflanzenschutzindustrie sowie einem Dienstleister für die Applikation von Pflanzenschutzmitteln mittels Weinbergdrohne.

Die Berater und Experten der Industrie, Bernd Mohr (Syngenta), Markus Borkowski (Bayer) und Heiko Zimmer (BASF), stellten sich dem Austausch mit den Schülern in einer Expertenrunde, wie die BBS mitteilt. Die von Alexander Wallhäuser konzipierte Unterrichtsform führte zu einem intensiven Austausch zu Fragen des komplexen Themas Pflanzenschutz. Themen wie Resistenzmechanismen, Zulassungsverfahren für neue Pflanzenschutzmittel, aber auch biologischer Pflanzenschutz und Anwenderschutz wurden kontrovers diskutiert.

Das Expertenwissen haben sich die Berater der Pflanzenschutzindustrie in Kontakten mit Rat suchenden Winzern erworben. Die Schüler profitierten von deren Expertenwissen und haben als zukünftige Betriebsleiter hier bereits wertvolle Fäden zur Netzwerkbildung gezogen.

Besonderes Interesse rief der Flug einer Weinbergdrohne hervor. Matthias Schlarb von der Firma Plantino stellte die technischen Details vom Antrieb über Akkukapazität, Flugzeiten, Flächenleistung und biologische Wirksamkeit vor. Seine derzeit in Alleinstellung für den Rebschutz zugelassene Drohnenvariante brachte insbesondere technikaffine Schüler zum Staunen. Schlarb konnte aber auch vom aufwendigen Pilotenschein und der unerlässlichen Flugerlaubnis berichten. Betriebsleitern, die in Steil- oder Terrassenlagen, aber auch in speziellen Situationen des Direktzuges wirtschaften, wird diese Applikationstechnik mit hoher Wahrscheinlichkeit durchaus in der zukünftigen Pflanzenschutzstrategie begegnen.

Wallhäuser ist es so durch den Wechsel des Lernortes gelungen, die vorab erworbenen Theoriegrundlagen aus dem Unterricht mit Expertenwissen und Vorführung neu entwickelter Applikationstechnik zu verknüpfen. Die Schüler dankten zum Abschluss ihrem Lehrer und Initiator Wallhäuser, den Experten der Pflanzenschutzindustrie und Heike Hesselbach vom Agrarkontor Plus für ihre Mitwirkung im nicht alltäglichen „Outdoor-Unterricht“. red