Archivierter Artikel vom 06.01.2022, 18:56 Uhr
Bad Kreuznach

OB-Wahl: Grüne müssen und wollen abwarten

Um es vorwegzunehmen: Die Bad Kreuznacher Grünen werden keinen Kandidaten aus dem eigenen Orts- oder Kreisverband für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl präsentieren. Das bestätigt Günter Sichau, Vorstandssprecher des OV Bad Kreuznach, auf Anfrage unserer Zeitung. „Aktuell haben wir keinen Kandidaten auf dem Schirm.“

Von Marian Ristow
Noch befindet sich das Büro des Stadtoberhaupts im Stadthaus am Knotenpunkt von Brückes, Wilhelmstraße und Hochstraße, das den Namen Hundheimer Hof trägt. Am 13. März wird gewählt. Bislang gibt es vier Kandidaten.  Foto: Marian Ristow (Archiv)
Noch befindet sich das Büro des Stadtoberhaupts im Stadthaus am Knotenpunkt von Brückes, Wilhelmstraße und Hochstraße, das den Namen Hundheimer Hof trägt. Am 13. März wird gewählt. Bislang gibt es vier Kandidaten.
Foto: Marian Ristow (Archiv)

Ein Umstand, der sich aber sehr wohl noch ändern könne. „Die Bewerbungsfrist läuft ja noch“, weiß der Mann der Grünen. „Ein Wahlvorschlag muss spätestens am 24.01.2022, 18.00 Uhr (Ausschlussfrist), bei der Stadtverwaltung Bad Kreuznach eingereicht sein“, ist in der am 22. Dezember veröffentlichten Stellenausschreibung der Stadtverwaltung zu lesen. Bis dahin kann also noch einiges passieren.

Konkret: Ein Mensch mit einem grünen Parteibuch kann von dieser Ausschreibung gehört haben, könnte Kontakt zum grünen Ortsverband aufnehmen und eventuell deren Votum erhalten. „Das wäre für uns natürlich überraschend, würde uns aber freuen – wenn die Qualifikation passt und er oder sie die Mitglieder auch überzeugen kann“, erklärt der Vorstandssprecher.

Eines sei für ihn aber sicher, macht Sichau deutlich: „Auch wenn wir keinen Kandidaten haben und keinen bekommen sollten, werden wir keine Empfehlung für andere Parteien aussprechen. Meine Haltung ist: Die Bürger und Bürgerinnen haben am 13. März die Wahl.“

Er geht auch ins Detail, zumindest ein wenig: Diejenigen, aus den eigenen Reihen, denen man eine Kandidatur zugetraut hätte, hätten schlichtweg andere Planungen gehabt, sagt Sichau. Der letzte OB-Kandidat der Grünen war Lothar Bastian. Der langjährige Stadtrat holte 2003, lange vor dem bundes- und landespolitischen Höhenflug der Partei, mit 12 Prozent im ersten Wahlgang ein mehr als beachtliches Ergebnis.

Eine, die dem Kreis derer wohl angehört hätte, denen man es zugetraut hätte, wäre Andrea Manz, derzeit gemeinsam mit Hermann Bläsius Kopf der Fraktion im Stadtrat, gewesen. Manz war fünf Jahre lang (2010 bis 2015) ehrenamtliche Kulturdezernentin, bevor dieser Posten per Stadtratsbeschluss abgeschafft wurde. Manz war im vergangenen Jahr Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl und errang 11,3 Prozent der Stimmen. „Ich werde nicht antreten. Es ist nicht die Zeit dafür“, sagt Manz auf Anfrage.

Das hat aber eher nichts mit der 58-Jährigen zu tun, sondern mit der Lebensphase. „Mein Mann hat einen neuen Posten. Das würde nicht mehr gehen.“ Erwin Manz ist seit Beginn der Legislaturperiode Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz. „Mit 50 hätte es gepasst, heute hat sich in meiner Familie viel verändert.“

Vor acht Jahren sei sie relativ nah am Stadtvorstand dran gewesen, erinnert sich Manz.“ Damals war sie Teil einer „verlässlichen Koalition aus Grünen, CDU und FDP. Leider sei sie als Kandidatin nicht vorgeschlagen worden. Die Nachfolge von Bürgermeisterin Martina Hassel habe sie sehr interessiert.

Zurück zur Oberbürgermeisterwahl am 13. März. Bis dato stehen als Kandidaten fest: Amtsinhaberin Heike Kaster-Meurer (SPD), Sabine Drees (CDU), Emanuel Letz (FDP) und Karl-Heinz Delaveaux (FWG). Vielleicht erweitert sich das Farbenspektrum noch um Grün.

Von unserem Redakteur Marian Ristow