Archivierter Artikel vom 18.05.2016, 07:16 Uhr
Rheinland-Pfalz

Kopie von Hahn kostet zweistellige Millionensumme: Der Vertrag mit den Chinesen steht

Der Vertrag zum Verkauf des Flughafens Hahn ist ausverhandelt. Nach Informationen unserer Zeitung könnte es schon bald zur Unterzeichnung des umfangreichen Papiers kommen. Es wird lediglich noch auf ein paar Dokumente gewartet. Käufer ist ein Konsortium um die chinesische HNA-Gruppe, wie unsere Zeitung zuerst berichtet hatte.

Von unserem Redakteur Dietmar Brück

Zu der weit verflochtenen chinesischen Unternehmensgruppe, die ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt im Bereich Luftverkehr und Tourismus setzt, gehört auch das Frachtflugunternehmen Yangtze River Express. Es hatte einst zu den bedeutsamsten Treibern des Frachtfluggeschäfts an dem Hunsrück-Airport gehört. Zudem sind Kooperationen mit ortsansässigen Unternehmen geplant.

Der vereinbarte Kaufpreis soll eine zweistellige Millionensumme umfassen – wohl eher im unteren Bereich. Schließlich ist der Flughafen hochdefizitär. Zudem ist denkbar, dass die Landesregierung für eine Übergangzeit weiterhin Geld in den Airport pumpt – soweit dies EU-rechtlich zulässig ist.

Die Chinesen wollen nach Informationen unserer Zeitung den kompletten Flughafen erwerben. Sie haben sich darüber hinaus Optionen gesichert, um weitere Grundstücke zu kaufen. Zuerst wird wohl Rheinland-Pfalz seine Gesellschafteranteile (82,5 Prozent) an die Chinesen übertragen. Dann soll die hessische Seite am Zug sein, die die restlichen Anteile hält. Der neu gewählte Landtag befasst sich wohl im Juni mit dem Geschäft. Das Parlament muss der Veräußerung von Landesvermögen in dieser Dimension zustimmen.

Mit dem Verkauf verliert die Landesregierung jeglichen Zugriff auf den Hahn. In Zukunft entscheidet ein privater Investor über die Nutzung, aber auch über die Größe der Belegschaft.