Archivierter Artikel vom 17.05.2016, 15:48 Uhr
Bürgerfest

Glückwunsch! Stefan Munzlinger zum Höhepunkt der 200-Jahr-Feier des Kreises Bad Kreuznach

der Stoff, aus dem die Träume sind; auch schon mal Albträume. Das weiß niemand besser als das Koordinationsteam um Kreis-Pressesprecher Harald Skär. So viele Details, die man bedenken muss – in Zeiten, da ein Kreis seinen 200. Geburtstag feiert, dem zum Feiern gar nicht zumute scheint.

Stefan Munzlinger
Stefan Munzlinger
Foto: RZ

Roter Haushalt, marode Straßen, steigende Müllgebühren: Das sind die Schlagworte, mit denen die „Gebietskörperschaft“ verbunden wird, besser: wurde. Denn seit Sonntag wissen wir: Der Kreis KH zwischen Kirn und Kreuznach, Stromberg und Meisenheim mit seinen 117 Städten und Gemeinden und rund 154 000 Einwohnern kann viel mehr, als sich über meist strukturell bedingte Schwächen auszulassen und sich ins Nirwana der Selbstkasteiung zu schwafeln.

Das Motto vorm Bürgerfest: Schieben wir den grauen Alltag zur Seite und freuen uns aufs gemeinsame Feiern. Vielleicht wirkt das Wir-Gefühl ein wenig nach? Dem Geburtstagskind wäre es zu gönnen.

Über was man sofort loslegen könnte: Warteschlangen an den Essensständen, Gedränge in den Museumsgassen ... Machen wir nicht. Weil's auch keiner der Festgäste tat. Entspannung schon an den Museumseingängen, an denen kein Eintritt verlangt wurde, und im Wissen, dass mit Pfingstmontag ein weiterer Feiertag folgte. Das machte gelassen.

Im bunten Spielzelt des Kreisjugend-amtes bauten Eltern und Kinder imposante Türme aus Holzstäbchen.

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Marcus Harke und Manfred Thesing leiteten den Auftaktgottesdienst.

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Stefan Klamt aus Neu-Bamberg bei der Schafschur hinter der Wassermühle Alterkülz. Auch wenn es anders anmutet: Das Tier ließ es friedlich geschehen.

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Ließ sich von Maiden bezirzen: Jürgen Sperling, hier mit Daniela Saar (links) und Vanessa Schrod. Das Trio gehört zu den Lichtenberger Burgmannen.

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Als der Orientierungsstufen-Chor des Sobernheimer Felke-Gymnasiums am WeinKulturGut sang, tröpfelte es kurz. Erst nach dem Bürgerfest regnete es.

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Beim Bürgerfest präsent: das Technische Hilfswerk Bad Kreuznach um Zugführer Kai Habel. Dieses THW-Team, das auf Brückenbauten spezialisiert ist, ist 50 Ehrenamtliche stark, hat zudem eine Logistikeinheit und eine Jugend- wie auch eine Minigruppe für Kinder ab sechs Jahren.

Kleines Picknick beim Bürgerfest: Milan und Merle Faus aus Daxweiler und Jan Krümmelbein aus Stromberg machten es sich auf einer Wiese gemütlich.

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Der Gospelchor Grenzenlos beim Abgang von der Bühne am WeinKulturGut des Freilichtmuseums: Chef Hans-Jörg Fiehl (Foto) und seine gut 70-köpfige Formation aus Kreuznach und Umgebung waren ein Highlight des Bürgerfestes.

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Legten beim Bürgerfest 60 Kilometer mit ihren privaten Quads als Logistikfahrer zurück: die Odernheimer Kai Strasburger (links) und Jochen Mohr.

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300 Kilo Spießbraten drehten auf zwei Brätern ihre Runden. Erhard Hahn (Bild) und Manfred Grahl sind das Grill-Dream-Team der Ehemaligen des Museums.

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Festkoordinator Harald Skär mit den Jubel-Gummibärchen für die Jüngsten.

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Tina Kehl und Christian Ley von der DLRG-Ortsgruppe Sobernheim zeigten Interessierten, was die Rettungsschwimmer auch an Material so alles drauf haben, etwa komplette Tauchausrüstungen. THW, DRK, ASB, Malteser, Polizei, Bundeswehr und Feuerwehren taten es ihnen gleich. Fotos: Stefan Munzlinger

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Helmut Mahle und Volker Schöffling (rechts) vorm Wagen der Kleinbahn.

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Sie warben für die Booser Denkmalinsel, die Musikevents und den Römerkuchen: Gisela Nikodemus (links), Ursula Nentwig-Almadhi (Mitte) und Ute Alt.

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Die Planiger Schuppesser um Albert Knodel, ihre Garde und Freunde aus der Bad Kreuznacher Partnerstadt Bourg-en-Bresse musizierten zum Festfinale.

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Über den Mini-Barfußpfad lief Ralf Schneberger von Sobernheims KTI.

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Majestätisch: Naheweinkönigin Clarissa Peitz (links, Wallhausen) und Deutsche Edelstein-Königin Sonja Mzyk (VG Herrstein) hörten sich nach dem Gottesdienst am WeinKulturGut begeistert das neue Kreis-Sinfonieorchester an.

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Dirk Leyendecker, Helfer des Freilichtmuseum-Freundeskreises, bereitete beim Bürgerfest 250 Kilo Kartoffeln zu, bediente den “Grumbeeredämber„.

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Das neue Kreis-Sinfonieorchester begeisterte zum Auftakt des Bürgerfestes nicht nur mit Klassikstücken, sondern auch mit einer Rock-Pop-Mischung.

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Bad Kreuznacher Gruß: Auch Stephan Brust gratulierte gerne zum “200.".

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Landrat Franz-Josef Diel (links) und Norbert Jung (rechts) vom 4300 Mitglieder starken Kreisfeuerwehrverband ehrten Ryszard Lopatka aus dem polnischen Partnerkreis Szczytno für seinen Einsatz bei den Jugendzeltlagern.

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Ein leckeres Softeis vom Stand Ralf Leonhards: Die kleine Sarah lässt es sich schmecken. Das freut ihre Mutter Ute Meinhard, die Geschäftsführerin der Naheland-Touristik. Auch sie war in Organisation und Ablauf eingebunden, genoss das Bürgerfest aber genauso wie die Besucher. Fotos: Stefan Munzlinger

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Monzinger Parkplatz-Einweiser: Tom und Lothar Treßel, Benjamin Simon.

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Die rund 12 000 Bürgerfest-Besucher waren gut drauf, auch wenn sie in den Museumsgassen oder an den Essensständen mal ein wenig warten mussten.

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Marion und Michael Cyfka aus Langenlonsheim mit Töchterchen Mailin.

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Raus aus Kassel, rein ins Freilichtmuseum: Auch Karl-Otto Velten, Landrat von 1991 bis 2009, kam aus der neuen Heimat seiner beiden Söhne ins Freilichtmuseum und genoss das „amtslose“ Mitfeiern. Heute ist er 67, hat wie eh und je eine frische Farbe und fühlte sich im Naheland wohl. So soll's auch sein.

Gar nicht nett fand Hilde Bens, passionierte Sängerin aus Meddersheim, was sich vor der Bühne des Rheinhessen-Pfalz-Dorfs zutrug. Während die Chöre und Orchester oben sangen und musizierten, liefen Passanten unten plaudernd vorbei, legten nicht etwa eine Redepause ein, sondern erhöhten ihre Lautstärke gar noch. „Viele hören nicht zu“, meinte Hilde Bens, „das haben die Aktiven nicht verdient.“

Ein gutes Zeichen für Marktorganisatoren ist, wenn die Beschicker ohne Murren das Standgeld entrichten. So erging es Ute Meinhard, der Geschäftsführerin der Naheland-Touristik und Mitorganisatorin des Bürgerfestes. An keinem der Stände wurde ob der verlangten Abgabe gemault. Fazit: Alle dürften guten Umsatz gemacht haben.

Ruhig folgte Martin de Wyl, von Beruf Baumgärtner aus Odernheim, der kleinen Lohvorführung Hermann Heys aus Oberhausen bei Kirn. Dem Freilichtmuseum merke man immer an, dass es von Ehrenamtlichen getragen werde: Dieses „Individualisierte“ mache seinen Erfolg aus. De Wyl besuchte mit einer syrischen Flüchtlingsfamilie das Bürgerfest: „Die war sehr angetan.“

Freier Eintritt an den Museumseingängen. Das dürfte vielen gefallen haben. Sonja Lang aus Sobernheim hätte Spendendosen aufgestellt: „Der Erlös hätte dem Museum gut getan.“

Einen Römerkuchen kaufte sich Julia Klöckner am Stand der Booser Denkmalsinsel. Ob sie den für Kanzlerin und CDU-Parteichefin Angela Merkel backt, um das parteiinterne Landtagswahlkampf-Getöse über den „A2“-Plan und die Seehofer-Einladung vergessen zu machen?

Skandal im Sperrbezirk: Oben im Seminarraum des WeinKulturGuts zockten drei Jungmusiker des Kreis-Sinfonieorchesters fröhlich beim Kartenspiel vor sich hin, während unten zum Festbeginn grade der ökumenische Gottesdienst lief. Ich bin mir sicher: Gott hat nix dagegen.

Tausendmal diskutiert: der Transport Gehbehinderter ins Bürgerfestgeschehen. Halten wir fest: Alles bestens organisiert, auch hier keine Maulerei.