Archivierter Artikel vom 19.01.2022, 09:45 Uhr
Bingen

Gleis verwechselt: Bahnbetriebsunfall in Bingen

Am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr wurden, kurz vor der Einfahrt eines Zuges in den Bahnhof Bingen-Stadt, Gleisbauarbeiten für die DB durchgeführt. Zur Durchführung der Arbeiten ist eine Weichensperrung veranlasst und eine Bau-Lore in den vermeintlich gesperrten Bereich verbracht worden.

Auf der Lore befanden sich zwei Sauerstoff- sowie eine Propangasflasche und ein Schweißgerät. Bei Einfahrt des Zuges erkannte der Verantwortliche, dass er die Weiche verwechselt hatte und sich die Lore im nicht gesperrten Bereich befand. Bei Erkennen der Gefahrensituation wies der Verantwortliche die weiteren Arbeiter vor Ort an, den Gleisbereich umgehend zu verlassen.

Trotz der eingeleiteten Schnellbremsung überfuhr ein Zug die Bau-Lore. Es kam zu einer Verpuffung und Beschädigung des Zuges. Hierbei erlitt einer der Arbeiter Verbrennungen an der Hand und im Gesicht, eine Reisende im Zug erlitt eine Prellung. Vor Ort eingesetzt waren der Notfallmanager der DB, die Polizei Bingen, die Bundespolizei, zwei Rettungswägen sowie die Feuerwehr Bingen. Da der Zug nicht weiterfahren konnte, wurden die 30 Reisenden durch die Feuerwehr Bingen evakuiert und notärztlich versorgt bzw. betreut. Teile der Strecke waren von 21.40 bis 2.30 Uhr gesperrt. Der geschätzte Gesamtschaden beläuft sich laut der DB AG auf etwa 10.000 bis 15.000 Euro.