Archivierter Artikel vom 14.02.2021, 09:22 Uhr
Bad Kreuznach

Feuer in der Bad Kreuznacher Neustadt: Frau stirbt bei Gebäudebrand

Eine Frau starb am Samstag bei einem Großfeuer in Bad Kreuznach. Gegen 23.15 Uhr gingen Notrufe mehrerer Anwohner ein, die einen Gebäudevollbrand in der Kleinen Kannengasse 8 und 10 meldeten. Aus allen Fenstern im ersten Obergeschoss und dem Dachstuhl der beiden Wohngebäude schlugen bereits massiv die Flammen. Die Nachbarhäuser waren bereits geräumt. In einem der brennenden Häuser wurde eine Bewohnerin vermisst.

Von Rainer Gräff
Das Haus in der Bad Kreuznacher Neustadt stand lichterloh in Flammen.
Das Haus in der Bad Kreuznacher Neustadt stand lichterloh in Flammen.
Foto: Feuerwehr Bad Kreuznach

Die angerückten Kräfte aller Löschbezirke nahmen sofort einen Löschangriff vor und drangen zur Menschenrettung ins Gebäude vor. Da die Dachstühle der beiden Häuser bereits durchgebrannt waren, bestand eine große Gefahr des Flammenüberschlags auf die Nachbargebäude links und rechts daneben sowie das Wohnhaus in der dahinterliegenden Liebfrauengasse sowie ein Gebäude in der Hochstraße. Auch dort wurden C-Rohre in die Obergeschosse und Dachgeschosse verlegt, um eine Brandausbreitung zu verhindern. Über die Nachbargebäude war teilweise eine direkte Brandbekämpfung des Dachstuhls möglich, oder es wurde eine Brandausbreitung durch eine Riegelstellung in letzter Sekunde verhindert. Auch von der Kleinen Kannengasse aus wurden die Nachbargebäude geschützt.

Die Feuersäule war auch aus dem Umland zu erkennen.
Die Feuersäule war auch aus dem Umland zu erkennen.
Foto: Feuerwehr Bad Kreuznach

Insgesamt 5 C-Strahlrohre und 2 Wenderohre der Bad Kreuznacher Drehleiter und des Gelenkmastes der Freiwilligen Feuerwehr Gensingen waren im Einsatz. Die Hochstraße war während des Einsatzes zwischen Schuhgasse und Reitschule komplett gesperrt. Dort erfolgte die Wasserentnahme aus mehreren Unterflurhydranten. Nachdem sich Trupps unter Atemschutz in das brennende Haus vorgearbeitet hatten, fanden sie die vermisste Frau im ersten Obergeschoss tot auf.

Eine Frau starb am Samstag bei einem Großfeuer in Bad Kreuznach.

Rudolf Jost

Gegen 23.15 Uhr gingen Notrufe mehrerer Anwohner ein, die einen Gebäudevollbrand in der Kleinen Kannengasse 8 und 10 meldeten.

Rudolf Jost

Aus allen Fenstern im ersten Obergeschoss und dem Dachstuhl der beiden Wohngebäude schlugen bereits massiv die Flammen.

Rudolf Jost

Die Nachbarhäuser waren bereits geräumt.

Rudolf Jost

In einem der brennenden Häuser wurde eine Bewohnerin vermisst.

Rudolf Jost

Nachdem sich Trupps unter Atemschutz in das brennende Haus vorgearbeitet hatten, fanden sie die vermisste Frau im ersten Obergeschoss tot auf.

Rudolf Jost

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Kreuznach wurde von den Freiwilligen Feuerwehren Rüdesheim, Langenlonsheim, Hackenheim und Gensingen mit Atemschutzgeräteträgern sowie von der Werkfeuerwehr Boehringer Ingelheim mit einem 55 Meter hohen Gelenkmast und den Höhenrettern der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim unterstützt. Weiterhin waren der Kreisfeuerwehrinspekteur und sein Stellvertreter, der Rettungsdienst, der Organisatorische Leiter und sein Stellvertreter, die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung, das Kriseninterventionsteam zur Betreuung der Angehörigen, Polizei, Kripo, Fachberater des THW, der Bauhof zum Abstreuen und Absperren der Einsatzstelle und Mitarbeiter der Stadtwerke, die die Stromversorgung zu den betroffenen Gebäude über den Dachständer abschalteten, vor Ort. Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer wurde telefonisch über die Lage informiert. Aufgrund der Temperaturen von bis zu minus 9 Grad gefror das Löschwasser auf den Straßen. Einige Retter rutschten aus und stürzten. Dabei erlitt ein Mann eine Schnittverletzung an der Hand, weil er in die Glasscherben zerborstener Fensterscheiben fiel. Ein weiterer Kamerad verdrehte sich das Knie und musste ins Krankenhaus gebracht werden, das er nach der Untersuchung aber wieder verlassen konnte.

Die Bewohner der betroffenen Häuser und Nachbarhäuser kamen fast alle bei Verwandten unter. Für eine Person wurde eine Unterkunft organisiert. Die Wehrleute des Löschbezirks West hielten sich auf der Wache des Löschbezirks Süd für Folgeeinsätze in der Stadt in Bereitschaft. Über den Gelenkmast der Werkfeuerwehr Boehringer Ingelheim in Verbindung mit den Ingelheimer Höhenrettern, die über den Korb des Mastes gesichert wurden, liefen Nachlöscharbeiten mit etwa 30 Einsatzkräften. Insgesamt wurden etwa 120 Einsatzkräfte während des gesamten Einsatzes beteiligt. Was den Brand ausgelöst hatte, war zunächst nicht bekannt. Die Kripo nahm ihre Ermittlungen auf.