Archivierter Artikel vom 02.03.2021, 19:54 Uhr
Landkreis Bad Kreuznach

Denis Alt und Michael Simon auf Malu Dreyers Sofa: SPD-Wahlkreiskandidaten 18 und 17 im digitalen Wahlkampf

Die Zeiten, in denen die Spitzenkandidaten der Partei ihre Kandidaten im Wahlkreis öffentlichkeitswirksam besucht haben, sind vorbei. Corona-Pandemie und Lockdown verhindern den klassischen Wahlkampf, den man kennt. Für die Wahlkreiskandidaten vielleicht nicht allzu traurig: Die in der Vergangenheit zum Teil absurde Terminhatz für die Kandidaten fällt aus, aber es wird auch deutlich schwerer, seine politischen Botschaften an den Mann und an die Frau zu bringen.

Von Marian Ristow
„Wir mit ihr“ heißt die digitale Veranstaltungsreihe, in der die Wahlkreiskandidaten – wie hier Denis Alt (Wahlkreis 18) – mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (rechts) ins Gespräch kommen. In Corona-Zeiten ist das fast die einzige Möglichkeit, Wahlkampf zu machen.   Screenshot: Marian Ristow
„Wir mit ihr“ heißt die digitale Veranstaltungsreihe, in der die Wahlkreiskandidaten – wie hier Denis Alt (Wahlkreis 18) – mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (rechts) ins Gespräch kommen. In Corona-Zeiten ist das fast die einzige Möglichkeit, Wahlkampf zu machen. Screenshot: Marian Ristow
Foto: Marian Ristow

„Wir mit ihr“ heißt die digitale Veranstaltungsreihe in der Wohnzimmerkulisse, in der Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Malu Dreyer am Wochenende die Wahlkreiskandidaten Denis Alt (Wahlkreis 18: Kirn/Bad Sobernheim) und Michael Simon (Wahlkreis 17: Bad Kreuznach) in zwei unterschiedlichen Episoden des Formats empfangen hat.

Endlich im Landtag: Simon bleibt bescheiden

Natürlich geht es bei dem Format – auch – um die Vorstellung der Kandidaten, aber der Name der Plattform verrät, auf was die SPD im Wahlkampf setzt: An der Popularität Dreyers soll die auf Bundesebene traditionell im Sinkflug befindliche SPD im Land genesen. Beflügelt vom Malu-Hype sollen Alt und Simon die Direktmandate holen. Vor allem Simon hat dabei mit Helmut Martin (CDU) einen starken Gegner.

Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, ist der Platzhirsch im Wahlkreis 18. Diesen gewann er 2016 mit sicherem Vorsprung und zog in den Landtag ein. Eines seiner Spezialthemen ist das Thema gesundheitliche Versorgung – und da hat sich vor Kurzem Erfreuliches in seinem Wahlkreis ereignet: Die Zukunft des Kirner Krankenhaus ist gesichert. Mehr noch: „Es soll zum Gesundheitscampus werden“, verriet Alt. Das Kirner Krankenhaus und das in Meisenheim seien für die Region unverzichtbar.

In Meisenheim ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst weiterhin ein Thema. Die Kassenärztliche Vereinigung hat dort das Personal nachts abgezogen, was viele Menschen sehr verärgert hat. „Die Region ist zu groß, um dort nachts niemanden zu haben. Darüber wird noch zu reden sein“, kündigte Alt an.

In Sachen Breitband und Digitalisierung sagt Alt: „Es hat sich wahnsinnig viel getan in den letzten fünf Jahren.“ Er räumt aber ebenso ein: „Leider nicht überall.“

Die Wege von Michael Simon und Malu Dreyer kreuzten sich bereits in den 1990er-Jahren. Simon war Vorsitzender der Jusos, Dreyer Bürgermeisterin in Bad Kreuznach. Der Pfaffen-Schwabenheimer ist seit einer gefühlten Ewigkeit kommunalpolitisch engagiert: „Keine Sorge, ich kann die Spannung trotzdem hochhalten“, so Simon.

Die Bestrebungen, den ÖPNV im Landkreis Bad Kreuznach zu rekommunalisieren, begrüßt Simon, der als Sozialpädagoge für den Nachbarlandkreis Mainz-Bingen, der sich übrigens auch an der neuen ÖPNV-Gesellschaft beteiligen will, arbeitet.

„Durch meine Arbeit kenne ich die Realität in vielen Familien“, erzählte er und leitete damit auf die Bildungspolitik über. „Wir dürfen gerade in dieser Zeit die Familien nicht vergessen, die vielleicht nicht die technischen Voraussetzungen haben, beteiligt zu werden am Lernen. Sie dürfen nicht einfach abgehängt werden.“ Marian Ristow