Archivierter Artikel vom 03.08.2016, 16:10 Uhr

Bundeskabinett gibt Geld für drei Tunnel in Dobrindts Wahlkreis und stellt die Martinsteiner Ortsumgehung zurück

Kreis Bad Kreuznach. „Unbefriedigend“ findet FDP-Kreisvorsitzender Thomas Bursian (Kirn) den Bundesverkehrswegeplan 2030, den das Kabinett am Mittwoch in Berlin beschloss.

Bis zum St.-Nimmerleinstag zurückgestellt: die Ortsumgehung Martinsteins, die mit 21,9 Millionen Euro kalkuliert ist.
Bis zum St.-Nimmerleinstag zurückgestellt: die Ortsumgehung Martinsteins, die mit 21,9 Millionen Euro kalkuliert ist.

Gesetzt sei neben der begonnenen Hochstetten-Dhauner Ortsumgehung der 3,2 Kilometer lange Abschnitt Steinhardt bis Waldböckelheim mit 22,5 Millionen Euro. „Angesichts der dortigen massiven Erdbewegungen und schicken Schallschutzwände waren die Mittel für unsere Region und Zukunft offensichtlich wieder einmal verbaut“, so Bursian.

Nun frage sich der Laie, ob es nicht auch preiswerter und zweckmäßiger gehe, um weitere Projekte der „Lebensader B 41“ finanzieren zu können. Denn für Maßnahmen, die nur im „Weiteren Bedarf“ eingestuft seien, beispielsweise die Martinsteiner Ortsumgehung mit 21,9 Millionen Euro, werde es schwierig. „Ist unsere Nahe-Region weniger wert als Dobrindts Wahlkreis Weilheim?“, fragt der Liberale.

Die Große Koalition aus SPD, CDU und CSU genehmige dem Wahlkreis 226 des Bundesverkehrsministers gleich drei Tunnelprojekte (Planungskosten: 540 Millionen Euro) unter der sicheren Kategorie Vordringlicher Bedarf. Bursian: „Drei Tunnel für Dobrindt abgenickt, aber für 1,9 Kilometer in unserer Region fehlt der Wille.“