Archivierter Artikel vom 17.05.2016, 15:09 Uhr
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Bei chronischer Mandelentzündung kann chirurgischer Eingriff helfen

Eine Mandelentzündung kann jeden mal erwischen. Doch einige Menschen erkranken immer wieder, oft mehrmals im Jahr, und müssen dann Antibiotika schlucken – die für den Körper belastend sind. Sie leiden unter einer chronischen Tonsillitis, wie es Mediziner nennen. Für sie kann die chirurgische Entfernung der Gaumenmandeln eine Lösung sein.

Die Leitlinie, in der Kriterien für die Behandlung vorgegeben werden, wurde im September 2015 von vier Fachgesellschaften erstellt. Die Entscheidung für oder gegen eine OP ist demnach abhängig von der Zahl der Halsschmerzepisoden in den letzten zwölf Monaten.

Bei weniger als drei Episoden wird von einer Operation abgeraten. Bei drei bis fünf Episoden „kann“ die Tonsillektomie durchgeführt werden, bei sechs oder mehr Episoden ist sie „eine therapeutische Option“. Bei mehrfach wiederkehrenden Mandelentzündungen habe sich die Entfernung bewährt. Bei moderaten und milden Formen wird dazu geraten, ein halbes Jahr abzuwarten. Nur wenn sich in dieser Wartezeit weitere Entzündungen trotz Antibiotikumtherapie ereignen, sei die Mandelentfernung der bessere Weg.