Archivierter Artikel vom 31.07.2021, 11:42 Uhr
Bundenbach/Bad Kreuznach

Bäcker helfen Bäckern in der Not: Flutbrotaktion ist angelaufen

Unbürokratisch und schnell helfen. Das wollen die Bäckerbetriebe der drei Kreise Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Nahe und haben mit großem Erfolg schon eine Sammlung mit Spendendosen initiiert. Kurz entschlossen wandte sich Innungsobermeister und Kreishandwerksmeister Alfred Wenz an Fleischer Beisiegel (Bad Kreuznach), der 200 Dosen mit Deckel zu Verfügung stellte, Teo Geib (Duchroth) sorgte für den Verschluss, Alexander Haßlinger (ODD) ließ die Banderole drucken. Gewöhnlich kosten versiegelte Dosen 8 Euro. Die kann man sich zugunsten der Flutopfer an der Ahr sparen. Wenz hat schon beim ersten Dosenklappern eine erfreuliche Spendenbereitschaft festgestellt und hofft, dass das anhält. Übrigens stehen die Dosen nicht nur in den Innungsbetrieben, sondern man hofft, dass alle mitmachen, auch die zahlreichen Filialisten. Nachhaltige Hilfe soll auch durch eine Flutbrotaktion erfolgen. Die Bäcker des Verbands des rheinischen Bäckerhandwerks mit Sitz in Düsseldorf wollen für jedes verkaufte Brot 1 Euro spenden. Eine ähnliche Aktion hatte Bäcker Wenz auch schon bei der Flutkatastrophe vor drei Jahren im Fischbachtal initiiert und etliche Tausend Euro Spendengelder zusammengebracht.

Von Armin Seibert
Mit Spendendosen und Flutbrot engagieren sich die Bäcker im ganzen Land für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen an der Ahr und insbesondere für ihre Bäckerkollegen, die nicht mehr backen können. Alfred Wenz (Bäckerinnungsobermeister), Patrick Mayer (Hauptgeschäftsführer der Innung) und Karl-Heinz Beck (Innungsbäcker und engagierter Helfer) hoffen auf nachhaltige Unterstützung.  Foto: Kreishandwerkerschaft
Mit Spendendosen und Flutbrot engagieren sich die Bäcker im ganzen Land für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen an der Ahr und insbesondere für ihre Bäckerkollegen, die nicht mehr backen können. Alfred Wenz (Bäckerinnungsobermeister), Patrick Mayer (Hauptgeschäftsführer der Innung) und Karl-Heinz Beck (Innungsbäcker und engagierter Helfer) hoffen auf nachhaltige Unterstützung.
Foto: Kreishandwerkerschaft

Geschäftsführer Henning Funke verweist dabei auch auf die eigens eingerichtete gemeinsame Hotline der Innungen, die unterstützen und auch Kollegen helfen wollen, den Backbetrieb wieder zu starten. Inzwischen ist die Spendensumme, die über den Karl-Grüßer-Unterstützungsverein des Deutschen Bäckerhandwerks an die Betriebe im gesamten Krisengebiet geht, auf mehr als 1 Million Euro angewachsen, informiert Vorstandsmitglied Alfred Wenz im Gespräch mit unserer Zeitung. Henning Funke schreibe in der Pressemitteilung: „In allen Aktionen ist der Zusammenhalt der Bäckerfamilie und der Bevölkerung beeindruckend. Viele rücken zusammen, packen an und helfen gemeinsam. Das ist ein starkes Gefühl.“

Ein Bäckerkollege habe an den Verband geschrieben: „Wir hatten vor zwei Monaten unseren Fahrverkauf eingestellt. Jetzt haben wir zwei Verkaufsfahrzeuge, die wir kostenlos für Bäckerkollegen zur Verfügung stellen möchten, die durch die Flut betroffen sind.“ Auch die Heiner-Kamps-Stifung „Brot gegen Not“ hat eine Hilfsaktion angekurbelt. Armin Seibert