Archivierter Artikel vom 19.09.2013, 09:32 Uhr
Bad Sobernheim

29. September: 38. Fest im Freilichtmuseum Bad Sobernheim

Ob nun im Nachtigallental vorne oder im Igelsbachtal hinten: Die Vorbereitung für 38. Museumsfest im landesweit größten Freilichtmuseum am Sonntag, 29. September, von 11 bis 18 Uhr läuft auf Hochtouren.

Ein historischer Jahrmarkt und vieles mehr wird beim 38. Fest im Freilichtmuseum am Sonntag, 29. September, 11 bis 18 Uhr, geboten.
Ein historischer Jahrmarkt und vieles mehr wird beim 38. Fest im Freilichtmuseum am Sonntag, 29. September, 11 bis 18 Uhr, geboten.
Foto: Bernd Hey

VG-Bürgermeister und Stiftungsratsvorsitzender Rolf Kehl, Museumsdirektor Dr. Ullrich Brand-Schwarz, Freundeskreis-Vize Peter Öhler und Praktikantin Meike Riebe stellten im Rathaus das Programm vor – und versprachen eine faustdicke Überraschung, wenn um 11 Uhr an der fertig gestellten Scheune Heiligenroth gegenüber dem Schul- und Backhaus Neuwied-Heddesdorf Museumsgaststätte das Museumsfest eröffnet wird.

In vier Dörfern sind im Museum auf 40 Hektar 40 Gebäude platziert, und der Freundeskreis Freilichtmuseum will zu seinem 40-jährigen Bestehen Gründungsmitglieder für ihr Engagement ehren. Mit der Außenstelle Herrstein der Handwerkskammer Koblenz wurde die Scheune als einst repräsentatives Gebäude wohlhabender Besitzer in Lehmbau und mit einem Roggenstroh-Weichdach als Alleinstellungsmerkmal versehen.

Erstmals wird es beim Museumsfest eine Ausstellung geboten, die tags zuvor eröffnet wird: Die Jakobus-Pilgergesellschaft zeigt im ältesten Haus des Museums aus Zell-Merl in der Baugruppe Mosel-Eifel eine Wanderschau über die Geschichte der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela, ein Projekt dieser Gesellschaft und 16 Sparkassen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Neu beim Museumsfest am 29. September ist auch die Beteiligung der Projektgruppe „Alltag 1910“, die im Schusterhaus Wallhausen in historischen Kleidern authentisch das Leben, Arbeiten und Feiern der Landbevölkerung vor über 100 Jahren thematisiert. Erstmals wird es einen Weinstand des Meddersheimer Weinguts Hehner-Kiltz im Hunsrück-Nahe-Dorf geben.

Auf der Parkplatzwiese regelt die Monzinger Feuerwehr den Verkehr, weist die Fahrzeuge ein. Das Parkticket gilt als Los für ein attraktives Gewinnspiel. Der Erlös kommt dem Freilichtmuseum und der Jugendarbeit in der Monzinger Feuerwehr zugute. „Historischer Jahrmarkt“ lautet das Festmotto auch 2013; unter diesem Aspekt locken Attraktionen aus dem vergangenen Jahrhundert, etwa ein nostalgisches Karussell, eine Schiffschaukel oder ein Hau-den-Lukas. Erneut dabei: Wahrsagerin „Carmenia“, die den Museumsgästen die (verheißungsvolle?) Zukunft voraussagt. Das wär' doch was für alle Kommunalpolitiker, die am 25. Mai 2014 erstmals oder erneut um Mandate antreten...

Das Hohnsteiner Puppentheater Mlyneck führt den „Räuber Hotzenplotz“ und „Der Grüffelo“ auf, das felkestädtische Forstamt präsentiert die rollende Waldschule. Ein weiteres Highlight hat Hegeringleiter und Kreisjagdchef Klaus Nieding (Meddersheim) organisiert. Im Hunsrück-Nahe-Dorf informieren er und einige Jägerinnen und Jäger über die Details der Arbeit mit den Jagdhunden; und es erklingen Jagdhörner. Unterhaltung und ein großes Musikangebot sind garantiert. Boris Beuscher zeigt seine Können mit der Motorsäge und zu „Altes Handwerk live erleben“ lassen sich Schmied, Müller, Seiler, Holzschnitzer und Korbflechter über die Schulter schauen.

Knapp 100 Aussteller und Verkaufsstände sind mit von der Partie. Und: Das Lanz-Lokomobil steht unter Dampf, der historische Dreschzug trennt Korn von Stroh.

200 Helfer des Freundeskreises sind am 29. September rund um die Uhr im Einsatz

„Essen und Trinken geht immer“, sagte Peter Öhler vom Freundeskreis Freilichtmuseum. Stolze 200 Helfer werde man fürs 38. Fest mobilisieren, eine große Aufgabe bei einem solchen Mammutprogramm. Öhler warb für kulinarische Genüsse wie Grillschinken, ofenfrische Waffeln, Eis am Stil, Erbseneintopf mit Würstchen oder Blechkuchen aus dem Museumsbackofen. Allein 35 Ehrenamtliche, allesamt „Ü-70-plus“, kümmerten sich um den Spießbraten. Die ehemaligen Soldaten seien da, wenn sie gebraucht würden: „Aber wie lange noch?“, blickte Öhler in die Zukunft und warb um Nachwuchs. VG-Bürgermeister Rolf Kehl, selbst immer eifriger Museumshelfer, sieht das Problem, beruhigte aber auch. Er werde beizeiten Institutionen und Vereine ansprechen. Ganz hoch im Kurs steht die Kuchentheke: Freundeskreis und Freilichtmuseum bitten um Kuchenspenden und danken dafür vorab den Bäckerinnen und Bäckern. Die Kuchen können bei Margot Weitzel in der Nahestraße 13 am Samstag zwischen 10 und 18 Uhr und am Sonntag zwischen 8 und 11 Uhr abgegeben werden: Telefon 06751 2370. Bernd Hey