Archivierter Artikel vom 25.11.2019, 17:45 Uhr
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Idar-Oberstein

„Zur Heimat erkor ich mir die Liebe“: Packender und sehr persönlicher Abend

Was für ein Abend! Eva Mattes prangt als Zugpferd auf den Plakaten für die literarisch-musikalische Zeitreise, doch eigentlich hätten es drei Frauenporträts sein dürfen. Denn unter dem Titel „Zur Heimat erkor ich mir die Liebe“ hatte die künstlerische Leiterin Irmgard Schleier den Abend mit konzipiert. Längst im Rentenalter, überraschte sie bei der Einführung am Samstagabend im Bankettsaal des Stadttheaters die zahlreichen Interessierten mit hochengagierten, politischen Aussagen. Bei der Begrüßung hob Kulturreferentin Annette Strohm hervor, dass Schleier Trägerin des Bundesverdienstkreuzes ist. Seit vielen Jahren organisiert die vielseitig Begabte Festivals wie „Künstler für den Frieden“ oder das „Fest der Kontinente“. Sie sieht in der Kunst ihre Möglichkeit, in die Gesellschaft hineinzuwirken. Es geht natürlich nicht um Parteien, sondern um die politische Stimmung hierzulande. Selbst Flüchtlingskind, möchte sie gemeinsam mit Eva Mattes und Johanna Mohr an diesem Abend eintauchen in die Poesie der vielen Künstler, die ein Emigrantenschicksal erfahren haben. Schleiers Ansprache wirkte ungeheuer packend und persönlich. Sie endete mit einem Riesenlob für Strohm („Eine kluge Leiterin“) und fand: „Seien Sie stolz auf Ihr großes Theater mit einem so kühnen Programm.“

Von Jutta Gerhold Lesezeit: 3 Minuten