Idar-Oberstein/Bad Kreuznach

Tatvorwurf lautet Mord aus Heimtücke: Prozess zur Bluttat in Idar-Oberstein beginnt am Montag

Anteilnahme und Trauer waren nach der grausamen Bluttat in der Tankstelle in Idar-Oberstein groß. Foto: Thomas Frey/dpa (Archiv)
Anteilnahme und Trauer waren nach der grausamen Bluttat in der Tankstelle in Idar-Oberstein groß. Foto: Thomas Frey/dpa (Archiv)

Am Montag wird es eng im Landgericht Bad Kreuznach. Am ersten Verhandlungstag im Prozess gegen den 50-jährigen Angeklagten, der Mitte September 2021 an einer Tankstelle in Idar-Oberstein einen 20-jährigen Mitarbeiter getötet haben soll, sind die Plätze auf der Pressetribüne kontingentiert: Es gibt mehr Bewerber als Stühle. So wird die Verhandlung per Audiostream in einen Nebensaal übertragen.

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Rund ein halbes Jahr nach dem tödlichen Schuss muss sich der Täter vom 21. März an wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Bislang sind 13 Verhandlungstermine bis Mitte Mai anberaumt. Laut Anklageschrift soll der 50-Jährige, der in einem Idar-Obersteiner Stadtteil wohnt, den Schüler kaltblütig mit einem Revolverschuss in den Kopf getötet haben, weil dieser ihn mehrfach auf die coronabedingte Maskenpflicht hingewiesen hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem nicht vorbestraften Täter, der in der JVA Rohrbach in Untersuchungshaft sitzt, Mord unter dem Gesichtspunkt der Mordmerkmale der Heimtücke und der sonstigen niedrigen Beweggründe in Tateinheit mit dem unerlaubten Führen einer Schusswaffe sowie den unerlaubten Besitz einer halbautomatischen Kurzwaffe vor.

Der Täter war am 18. September um 19.48 Uhr zu der Aral-Tankstelle in der Hauptstraße in Idar-Oberstein gefahren, um zwei Sechserträger Bier zu kaufen. Er soll den Verkaufsraum betreten haben, ohne die vorgeschriebene Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Als der Angeklagte das Bier an der Kasse bezahlen wollte, soll der Tankstellenmitarbeiter ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen haben. Nach kurzer Diskussion habe der Tankstellenmitarbeiter den Verkauf des Bieres verweigert, woraufhin der Angeklagte die Tankstelle verließ. Zuhause habe er sich in seinen Ärger hineingesteigert, seinen großkalibrigen Revolver geladen und zurück zur Tankstelle gefahren sein. Dort habe er gegen 21.19 Uhr erneut ein Sixpack zur Kasse getragen, seine Maske provokativ hinuntergezogen und nach erneutem Hinweis auf die Maskenpflicht dem jungen Mann aus kurzer Distanz mit dem Revolver in Tötungsabsicht ins Gesicht geschossen. Der Mann wurde am nächsten Morgen vor dem Gebäude der Polizeiinspektion verhaftet.