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Bad Kreuznach/Heimbach

Polamidon statt Sirup getrunken: Im Zuschauerraum flossen Tränen

Von Karl-Heinz Dahmer

Auch wenn die Angeklagte vor der Strafkammer des Landgerichts Bad Kreuznach versucht, so klar wie möglich zu schildern, wie sie am Nachmittag des 28. Januar 2017 einen der Partygäste ihres Sohnes tot auf einer Schlafcouch in ihrer Wohnung in Heimbach vorfand, kann der Zuhörer ihr Entsetzen über diese Minuten nur schwer nachvollziehen. Man wollte die Unordnung der Partynacht beseitigen, da kam einer der jungen Gäste, die der Angeklagten beim Aufräumen helfen wollten, auf sie zu: Einer der Partygäste liege auf der Couch. „Ich glaube, ihm geht's nicht gut, schau mal nach.“

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Die Frau rannte ins Zimmer, weiß im Gesicht, rief dem jungen Mann, der ihr gefolgt war, zu, er solle den Rettungsdienst anrufen. Sie versuchte, den 16-Jährigen auf der Couch mittels Herzmassage zu retten, die Notdienstzentrale am Telefon ermunterte sie später, sie solle weitermachen, bis die Sanitäter eintreffen. Aber sie spürte: ...