An dem bundesweiten Projekt nahmen die Nationalparks Berchtesgaden, Eifel, Hainich, Harz, Hunsrück-Hochwald, Kellerwald-Edersee, Müritz, Bayrischer Wald und Schwarzwald sowie das Wildnisgebiet Königsbrücker Heide teil. Für ihre Berechnungen werteten die Wissenschaftler mehr als 90.000 Bilder aus und ermittelten anschließend die Populationsdichten mit statistischen Modellen.
Das Fotofallen-Monitoring ist Teil eines kürzlich abgeschlossenen Forschungs- und Entwicklungsvorhabens, das durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert wurde. Es soll ein Monitoring für die Huftierpopulationen und deren Einfluss auf die Umwelt entwickeln. Damit soll in Zukunft möglich sein, schutzgebietsübergreifend Zusammenhänge zwischen den Populationsgrößen und der Wirkung der Huftiere auf ihr Ökosystem zu erkennen. Nur so kann ein sinnvolles Management der Bestände von Rothirsch, Reh und Wildschwein erfolgen. „Das Monitoring der Huftierpopulationen ist ein entscheidender Teil des Managementprozesses in Schutzgebieten, da es wichtige Daten zur Entwicklung der Wildtierbestände liefert und als Grundlage, Rechtfertigung und Erfolgskontrolle für die Regulierung der Wildtierbestände dient“, sagt Anja Schneider, zuständig für das Wildtier-Monitoring im Nationalpark Hunsrück-Hochwald.
Nachdem die ersten Daten ausgewertet wurden, planen die Nationalparks bereits eine Fortführung des Projekts, um Entwicklungen der Wildtierbestände im Vergleich zum Stand der ersten Phase nachvollziehen zu können. Dabei sollen auch die Auswirkungen der sich ausbreitenden Wolfpopulationen auf die Huftierpopulationen untersucht werden. Seit dem 1. Juni sind bundesweit wieder 782 Fotofallen in elf Nationalparks m Einsatz.
Begleitet wird das Projekt außerdem durch drei weitere Untersuchungsgebiete in Deutschland, der Schweiz und Rumänien, wobei insgesamt 1159 Fotofallen zum Einsatz kommen. Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald liefern seit dem 1. Juni 2023 insgesamt 70 Fotofallen wichtige Daten über die Entwicklung der Huftierpopulationen. In einem Jahr können die Wissenschaftler dann sagen, ob die Bestände im Vergleich zur ersten Aufnahme zu- oder abgenommen haben, heißt es in einer Presseinfo.
Um den Schutz personenbezogener Daten der zufällig und abseits der Wege verteilten Kamerafallen müssen sich Nationalpark-Besucher keine Sorgen machen, denn die aufgenommenen Fotofallenbilder werden bei der Klassifizierung auch gleichzeitig automatisiert anonymisiert und verpixelt.

