Archivierter Artikel vom 11.02.2021, 14:21 Uhr
Kreis Birkenfeld

Landrat: Ausgangssperre läuft in der Nacht zum Montag aus

Nach Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium gibt Landrat Matthias Schneider bekannt, „dass unsere Allgemeinverfügung in der Nacht zum Montag auslaufen wird“. Dies begründet der Kreischef damit, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Birkenfeld inzwischen deutlich gesunken sei und sich dem Landeswert angenähert habe: „Dies bedeutet, dass die landesweit geltenden Regelungen für unseren Landkreis angemessen sind.“

Landrat Matthias Schneider <br>
Landrat Matthias Schneider
Foto: Stefan Conradt

Als der Landkreis die nächtliche Ausgangssperre und weitere Maßnahmen zur Kontaktreduzierung auf den Weg brachte, sei die Situation viel dramatischer gewesen. Damals lag die Inzidenz an sieben aufeinanderfolgenden Tagen über 200, „als die Entscheidung unter sorgfältiger Beobachtung des Pandemiegeschehens und im Einvernehmen mit der Landesregierung getroffen wurde“ – was nun wieder ansteht. Inzwischen habe sich auch die Rechtslage geändert: Ausschlaggebend ist nicht mehr der Inzidenzwert von 200, sondern angesichts mutierter Virusstämme das erklärte Ziel der Landesregierung, die Infektion bis zum 14. Februar unter den Schwellenwert von 50 zu drücken. Hier angesprochen sind insbesondere Landkreise, die wie der Landkreis Birkenfeld unter besonders hohen Inzidenzwerten litten, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Sieben-Tage-Inzidenz unter 200 gedrückt zu haben, sei allerdings „kein Polster, auf dem wir uns ausruhen können“, betont der Landrat: „Selbst mit 50 werden wir uns nicht zufriedengeben können.“ Daher wäre es laut Schneider „kontraproduktiv gewesen, die Allgemeinverfügung vorzeitig aufzuheben und damit sozusagen Entwarnung zu geben“.

Einstweilen lobt der Landrat die zahlreichen Bürger, die die Anordnungen ohne Zögern und ohne Murren mitgetragen und damit zum gemeinsamen Erfolg beigetragen haben, die hohen Inzidenzzahlen deutlich zu verringern. Der Landrat hofft, dass sich diese Tendenz an Fastnacht fortsetzt. Gemeinsame karnevalistische Aktivitäten und Geselligkeit seien in diesem Jahr aber auf jeden Fall tabu.

Zu der Kritik an den Corona-Maßnahmen im Kreis, insbesondere an der nächtlichen Ausgangssperre, merkt Landrat Matthias Schneider an: „Bei jeder Reglementierung in der Corona-Pandemie gibt es viele Bürger, die sie für ineffektiv halten, aber auch viele, denen sie nicht weit genug geht – wie die Meinungsumfragen belegen.“ Der Kreis Birkenfeld bestehe nun einmal nicht nur aus ländlichen Gemeinden, sondern umfasse auch die große kreisangehörige Stadt Idar-Oberstein: „Gerade aus städtischen Gebieten wurden häufig nächtliche Überschreitungen gemeldet.“ Jene Einwohner, die auch sonst nachts nicht vor die Tür gehen, habe diese Einschränkung ohnehin nicht oder kaum getroffen. Nicht zu unterschätzen sei aber die davon ausgehende psychologische Wirkung, „dass wir unsere Kontakte in allen Lebensbereichen minimieren müssen, um die Pandemie einzudämmen“, so Schneider in der Pressemitteilung.