Archivierter Artikel vom 20.01.2022, 15:08 Uhr
Birkenfeld

Kein KfZ-Meister ist so lange im Metier aktiv: Paul Mildenberger ist Rekordhalter im Kreis

So viele Anlässe zum Feiern wie noch nie hatte die Mildenberger Mechatronic GmbH in der Birkenfelder Achtstraße in den Jahren 2020 und 2021. Doch wegen der weiterhin andauernden Corona-Pandemie konnte die Firma bis zum heutigen Tag keinen einzigen gebührend begehen.

Von Karsten Schultheiß
Paul Mildenberger (links) packt weiterhin tatkräftig im Kraftfahrzeugelektrobetrieb an, den er vor nunmehr 52 Jahren nach dem Erwerb des Meisterbriefs gründete. Inzwischen ist sein Sohn Torsten (Mitte) Inhaber der Firma. Im Familienunternehmen, das auch im Jahr 2022 das Prädikat „Werkstatt des Vertrauens“ trägt, ist auch Paul Mildenbergers Frau Beate – sie ist übrigens selbst Kfz-Elektrik-Meisterin – eine wichtige Stütze.
Paul Mildenberger (links) packt weiterhin tatkräftig im Kraftfahrzeugelektrobetrieb an, den er vor nunmehr 52 Jahren nach dem Erwerb des Meisterbriefs gründete. Inzwischen ist sein Sohn Torsten (Mitte) Inhaber der Firma. Im Familienunternehmen, das auch im Jahr 2022 das Prädikat „Werkstatt des Vertrauens“ trägt, ist auch Paul Mildenbergers Frau Beate – sie ist übrigens selbst Kfz-Elektrik-Meisterin – eine wichtige Stütze.
Foto: Reiner Drumm

Gleich zwei Jubiläen gab es bereits im Februar 2020: Vor nunmehr fast 52 Jahren legte Paul Mildenberger seine Meisterprüfung im Kfz-Elektrik-Handwerk ab – und bereits acht Tage später, am 15. Februar 1970, eröffnete er mit seiner späteren Ehefrau Beate einen Kraftfahrzeugelektrobetrieb, der bis heute besteht.

Ans Aufhören denkt er nicht

Mit Verspätung erhielt Paul Mildenberger im Herbst 2020 seinen Goldenen Meisterbrief, den die meisten als Seniorchef oder Ruheständler erhalten. Dagegen arbeitet der 73-Jährige, der auch als Kfz-Mechaniker den Meisterbrief besitzt, immer noch mit und verschwendet keinen Gedanken ans Aufhören. Mildenberger ist damit die Konstante schlechthin unter den Kfz-Betrieben im Raum Birkenfeld und weit darüber hinaus. Kein anderer Unternehmer ist so lange ununterbrochen in diesem Metier aktiv.

Rund 50 Lehrlinge – Peter Glöckner war ab August 1970 der erste – hat Paul Mildenberger in dem halben Jahrhundert ausgebildet. Stolz sein kann der gebürtige Siesbacher darauf, dass einige seiner einstigen Azubis sich mit Erfolg in der Kfz-Branche selbstständig machten.

Obwohl seine Gattin Beate ebenfalls Kfz-Elektrik-Meisterin und Ehrenobermeisterin der Kfz-Innung ist, war im gewerblichen Bereich noch keine weibliche Auszubildende dabei. Seit 2004 ist Sohn Torsten – Kraftfahrzeugtechnikermeister und Betriebswirt des Handwerks – der Inhaber der Firma, die seit 20 Jahren zur Werkstattkette 1a-Autoservice gehört und von seinen Kunden zum siebten Mal in Folge zur „Werkstatt des Vertrauens“ gewählt wurde. Zu schätzen weiß die Kundschaft, dass Mildenberger ein weit und breit einzigartiges Leistungsspektrum abdeckt, das unter anderem den gesamten Bereich der Bosch-Sicherheitstechnik umfasst.

Das Unternehmen ist Spezialist für die Diagnostik und die Instandsetzung von Motoren, für Benzin- und Dieseleinspritzung, Bremsen, Kupplungen, Anlasser, Auspuffe, Standheizungen, sonstige Nachrüstungen und vieles mehr und bietet neben TÜV-Abnahme Inspektionen mit Mobilitätsgarantie für alle Fabrikate an.

Einst auch Tankstellenbetreiber

Mildenberger repariert und wartet neben Pkw auch Wohnmobile, Lastwagen und Nutzfahrzeuge aller Art, ob Bagger oder Landmaschinen. Auch für knifflige Fälle ist die Crew da – getreu dem Slogan: „Wir machen, dass es fährt.“ Die Anfänge des Betriebs liegen in der Friedrich-August-Straße in den Räumlichkeiten der ehemaligen Zimmerei Kunz – dort, wo sich heute die Waschstraße der Agip-Tankstelle befindet, die die Eheleute Mildenberger von 1972 bis 1996 als zusätzliches Standbein betrieben. 1984 errichteten sie innerhalb von nur drei Monaten den Neubau in der Achtstraße, der eine deutliche Erweiterung der Leistungs- und Produktpalette ermöglichte.

Engagement für die Gemeinschaft wird bei den Mildenbergers großgeschrieben. Während sich die Chefin in der Kfz-Innung betätigte, ist ihr Ehemann stellvertretender Vorsitzender der Fördergemeinschaft (FöG) Stadt Birkenfeld.

Bei „Heimat shoppen“ stets dabei

Dass der Betrieb nicht im Stadtzentrum liegt, hindert ihn nicht, sich an möglichst vielen Aktionen zu beteiligen, ob verkaufsoffene Sonntage oder die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) ins Leben gerufene Initiative „Heimat shoppen“.