Archivierter Artikel vom 17.01.2022, 15:45 Uhr
Idar-Oberstein

Impfstelle steht in den Startlöchern: Donnerstags wird bis 20 Uhr immunisiert

Am Mittwoch geht es wieder los mit dem Impfen in der Messe Idar-Oberstein. Nach einem Testlauf soll die neue „Impfstelle“ dann am Donnerstag in den Regelbetrieb gehen. Termine können schon vereinbart werden. Damit wird das Provisorium „Impfbus in der Messe" beendet und das Impfzentrum, das im September 2021 dort seine Pforten schloss, in abgespeckter Form wiederbelebt.

Von Stefan Conradt
Das Team von der Impfstelle: (im Vordergrund von links) Susanne Krause, Sina Leyendecker und Jutta Stern von der Teamleitung mit ihrer Mannschaft, die zurzeit von sechs Bundeswehrsoldaten der Artillerieschule Idar-Oberstein unterstützt wird.  Foto: Stefan Conradt
Das Team von der Impfstelle: (im Vordergrund von links) Susanne Krause, Sina Leyendecker und Jutta Stern von der Teamleitung mit ihrer Mannschaft, die zurzeit von sechs Bundeswehrsoldaten der Artillerieschule Idar-Oberstein unterstützt wird.
Foto: Stefan Conradt

Statt zwei Impfstraßen wird es nur noch eine geben, wobei einer der beiden Zugänge exklusiv den Boosterimpfungen vorbehalten ist. Gerade dort sollte es flott gehen, ohne lange Wartezeiten, sofern keine erneuten Aufklärungsgespräche gewünscht sind.

Untergebracht ist die Impfstelle in der kleineren Halle 3 der Messe. Zugang ist wieder durch den Haupteingang. Vorteil: Sollten sich doch einmal Schlangen bilden, stehen die Impfwilligen im Warmen im Foyer, wo ein Wendelgang abgetrennt ist, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können.

Die Impfstelle ist im Gegensatz zum vom Land betriebenen Impfzentrum nun eine kommunale Einrichtung, für die der Kreis aber eine weitgehende Kostendeckung vom Land erhält – auch für die Personalkosten. Die Menschen, die dort arbeiten werden, kennt man zum großen Teil noch vom Impfzentrum: Zwar wird die frühere Leiterin des „Zentrums“, Sina Leyendecker, nur bis Ende des Monats vor Ort sein, um ihre Nachfolgerinnen einzuarbeiten – sie tritt dann ihre eigentliche Wirkungsstätte als „Change Managerin“ bei der Kreisverwaltung an und kümmert sich um Klimaschutzthemen.

Die Leitung der neuen Impfstelle hat Susanne Krause, ihre Stellvertreterin ist Jutta Stern, beide sind eigentlich beim Gesundheitsamt aktiv. Während Letzere Erfahrungen durch ihre Arbeit im Impfzentrum gesammelt hat, war Susanne Krause in den vergangenen Wochen organisatorisch für den Impfbus zuständig, wenn der in der Messe haltmachte.

Los geht es am Mittwoch mit einem Testlauf ab 12 Uhr. Die dafür angebotenen Termine waren im Handumdrehen vergeben. Auch der Donnerstag und der Freitag seien bereits gut gebucht, berichtet Sina Leyendecker. Der reguläre Betrieb beginnt am Donnerstag um 8.30 Uhr. Von Montag bis Freitag steht das Team zwischen 8 und 16 Uhr bereit und bietet darüber hinaus einen „Service-Donnerstag“ mit Impfungen bis 20 Uhr sowie mittwochs ab 12.30 Uhr Termine zur Kinderimpfung an. Dann sind Kinderärzte im Einsatz. Eltern können sich auf Wunsch parallel impfen lassen. Auch sollen zwischendurch immer wieder mal „freie“ Impftermine – ohne Anmeldepflicht – angeboten werden.

Anders als beim Impfbus ist – unabhängig davon, ob Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung – eine Registrierung über das Internetportal des Landes ( www.impftermin.rlp.de) nötig. Dadurch sollen Wartezeiten vermieden werden. Mitzubringen sind Personalausweis und – wenn möglich – Krankenkassenkärtchen, den gelben Impfpass und die zu Hause ausgedruckten und unterschriebenen Einverständniserklärungen. Die jeweiligen Zweittermine werden gleich beim Check-out vergeben, man muss dazu nicht mehr auf die Internetseite des Landes.

Ziel ist es, täglich bis zu 200 Impfungen vorzunehmen, bei vielen Booster-Impfungen können es sogar mehr werden. Landrat Matthias Schneider geht davon aus, dass im Verlauf des Frühjahrs eine weitere Omikron-Boosterung kommen wird. Und die „Impfpflicht-Welle“. Den Fehler des Vorjahres, dann im Sommer, wenn die Zahlen zurückgehen, die Impf- und Teststellen zurückzufahren, sollte man in diesem Jahr aber nicht machen: „Wir haben die Garantie vom Land, dass die Impfstelle auf jeden Fall bis zum 31. Dezember betrieben wird. Danach sehen wir dann weiter.“

Probleme mit der Impfstoffbeschaffung sollte es keine mehr geben, glaubt Sina Leyendecker. Auch sei die Lagerungsproblematik der ersten Impfwochen mittlerweile geklärt: „Wir müssen nichts wegschmeißen.“ In Idar-Oberstein werden je nach Verfügbarkeit Vakzine von Biontech, Moderna sowie Johnson&Johnson nach den Vorgaben der Ständigen Impfkommission (Stiko) verabreicht. Zugeliefert wird der „Stoff“ – auch das ist neu – über eines der reaktivierten Impfzentren, etwa in Trier.

Beim Besuch der Nahe-Zeitung am Montagmorgen wurden sechs Bundeswehrsoldaten eingearbeitet, die vom Artillerielehrbataillon 345 in Idar-Oberstein abgestellt sind, um die Impfstelle organisatorisch zu unterstützen. Security-Mitarbeiter sorgen für einen geordneten Ablauf beim Zugang und stehen für Notfälle bereit.

  • Anmelden für die Impfstelle Idar-Oberstein kann man sich im Internet im Terminportal des Landes: www.impftermin.rlp.de. Dort kann man auch die Aufklärungsbögen downloaden und Impfnebenwirkungen melden.

Von unserem Redaktionsleiter Stefan Conradt