Idar-Oberstein

Im Fall der nach 26 Jahren identifizierten Leiche hoffen die Ermittler auf weitere Hinweise

Trier/Idar-Oberstein. 26 Jahre lang war unbekannt, wer der Tote war, der in Müllsäcken verpackt in einem Wald bei Georg-Weierbach gefunden worden war. Jetzt konnte seine Identität geklärt werden. Es waren Mini-Teile seiner Fingerabdrücke, die den Durchbruch brachten: Es handelt sich nach derzeitigem Kenntnisstand um einen gebürtigen Polen namens Ryszard Gorczyca, der zum Tatzeitpunkt 46 Jahre alt war, teilten die Ermittler am Montag mit.

Stefan ConradtLesezeit: 2 Minuten

Dieser auffällige Spaten war unweit der Fundstelle gesichert worden. Möglicherweise sollte damit die Leiche vergraben werden.

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Die Leiche des toten Polen wies zahlreiche auffällige Tätowierungen auf. Fotos: Polizei

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Auch von der Herkunft dieser ärmellosen Weste erhoffen sich die Ermittler weitere Erkenntnisse.

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Über neue technische Möglichkeiten habe man die Fragmente der Fingerabdrücke, die man damals bei dem Toten sichergestellt hatte, jetzt zuordnen können, sagte ein Sprecher der Polizei in Trier am Montag. Dabei habe geholfen, dass die Ermittler mittlerweile unter anderem auch in Polen Daten gegenchecken können. Das hat dann zu einem Treffer geführt. Die Leiche des Mannes war im März 1994 in einem Waldstück nahe Georg-Weierbach von drei Waldarbeitern entdeckt worden. Der Tote war in einem Bundeswehrschlafsack und blauen Müllsäcken verpackt. Bei dem Opfer wurden Verletzungen festgestellt, die eindeutig auf ein Gewaltverbrechen schließen ließen. Die Polizei geht von einem Todeszeitpunkt zwischen Oktober 1993 und März 1994 aus.

Trotz auffälliger Tätowierungen auf Brust und Armen war eine Identifizierung lange Zeit nicht möglich. Nun ist das aber gelungen – und die Polizei sucht nach Zeugen, die bei der Aufklärung des Verbrechens helfen können. Gorczyca soll damals in Idar-Oberstein gewohnt haben, sich zeitweise aber auch in Polen aufgehalten haben. Er war nach 1989 mit seiner Familie von Danzig in den Raum Idar-Oberstein gezogen, hatte aber offenbar kaum Kontakte. Nach bisherigen Ermittlungen geht die Kripo davon aus, dass der Mann nicht am Fundort seines Leichnams getötet wurde. Der Tote sei vermutlich mit einem Fahrzeug in den Wald gebracht worden. Mindestens zwei Personen sollen die Leiche dorthin gebracht und vergraben haben. In der Nähe der Leiche fanden die Beamten zwei Spaten, die vermutlich zum Vergraben der Leiche benutzt wurden. Einer davon war mit seinem roten Spatenblatt sehr auffällig. Am Stiel aus Metall wurden weiße und silberne Farbreste gefunden. An diesem Spaten war ein schwarzer Kunststoffgriff angebracht mit eingeprägtem Markenname „Lasher“.

Über die Identifizierung hoffe man, den Fall noch aufklären zu können, sagte ein Polizeisprecher. Vielleicht gebe es Leute, die den Mann gekannt hätten. Für die Polizei sei es nach 26 Jahren schwierig, das Umfeld zu erhellen, mit wem der Mann Kontakt hatte. Dass die Ermittler bei einem lange zurückliegenden Fall neue Erkenntnisse bekämen, sei indes nicht ungewöhnlich: „Wir schauen immer wieder da hinein: Ob man neue Ansätze hat oder neue technischen Möglichkeiten, die einen weiterbringen.“

  • Hinweise an die Kriminaldirektion Trier unter der Telefonnummer 0651/97.792.480 oder per Email an kdtrier.hinweisaufnahme@polizei.rlp.de Unter der Telefonnummer 0152/288.549.68 kann man auch anonym mit den Ermittlern in Kontakt treten.