Kreis Birkenfeld

Hochwasser an der Nahe und Nebenflüssen: Nur wenige Schäden

Die Anwohner der Nahe und ihrer Nebenflüsse im Kreis Birkenfeld sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, auch wenn die Feuerwehreinheiten am Dienstag nach Dauerregen – meist im Westen des Landkreises – zu zahlreichen Einsätzen ausrücken mussten.

Bei Starkregen stets eine neuralgische Stelle. Die Brunnenstraße im Brückener Ortsteil Traunen steht seit Dienstagmorgen einmal mehr unter Wasser.
Bei Starkregen stets eine neuralgische Stelle. Die Brunnenstraße im Brückener Ortsteil Traunen steht seit Dienstagmorgen einmal mehr unter Wasser.
Foto: Reiner Drumm

Die Hochwasservorhersagezentrale des Landesamts für Umwelt (LfU) hatte bereits am Vormittag mitgeteilt, dass im Lauf des Tages weitere Regenfälle erwartet werden, die sich erst in der Nacht zum Mittwoch abschwächen.

Die Nahe hatte bereits um die Mittagszeit am Pegel Oberstein die Meldehöhe von 160 Zentimetern erreicht. Von 18.15 bis 18.45 Uhr lag die Meldehöhe bei 233 Zentimetern, um 19.15 Uhr war sie auf 231 Zentimeter gesunken. Für den Verlauf des Abends hatte das LfU weiter sinkende Pegel prognostiziert.

Lars Benzel, Wehrleiter der VG Birkenfeld, berichtete von zwölf Einsätzen. Am Morgen waren Zuflüsse der Nahe über die Ufer getreten. Im Brückener Ortsteil Traunen hatte sich im Bereich Landesstraße 165/Brunnenstraße eine Seenlandschaft gebildet. Die Straße musste mehrere Stunden gesperrt werden.

Von einem Hang lief Wasser in den Ort Oberhambach, in Gollenberg musste der Keller eines Wohnhauses leer gepumpt werden. In Weiersbach wurde das katholische Pfarrheim mit Sandsäcken vor dem eindringenden Wasser geschützt. Am St.-Anna-Altenheim lief das Wasser lediglich auf den Parkplatz. Weil der Nahepegel am Nachmittag aber dort schon wieder fiel, war laut Benzel kein weiteres Eingreifen notwendig.

Die Wehren der VG Baumholder waren nur am Nachmittag an einer der bekannten Schwachstellen im Einsatz, berichtete Wehrleiter Marco Braun. Die Bahnhofsstraße in Frauenberg wurde überschwemmt.

Bedrohlich wirkten auch die Nahe unterhalb der Gefallenen Felsen in Idar-Oberstein...

Hosser

... und der Bach in Fischbach.

Hosser

Schon früh am Morgen ist ein Bereich des Brückener Ortsteils Traunen in eine Seenlandschaft verwandelt worden.

Reiner Drumm

Schon früh am Morgen ist ein Bereich des Brückener Ortsteils Traunen in eine Seenlandschaft verwandelt worden.

Reiner Drumm

„Alles im grünen Bereich“, meldete der Idar-Obersteiner Wehrleiter Jörg Riemer am späten Nachmittag. Zwei kleine Einsätze gab es tagsüber: In Weierbach und im Bereich der Vollmersbachstraße mussten Bachläufe freigemacht werden. „Wir sind auf alles vorbereitet: Pumpen, Sandsäcke, alles ist vorhanden.“ Stündlich habe man den Pegel beobachtet und war in Sachen Niederschläge stets aktuell informiert. „Da hieß es, dass der Höchstand wohl gegen 18, 19 Uhr erreicht sein würde und danach wieder fallende Pegel zu beobachten seien“, erklärte Riemer.

Ähnlich äußerte sich Nils Heidrich, Wehrleiter der VG Herrstein-Rhaunen. „Wir hatten die beiden markanten Punkte in der Verbandsgemeinde – Pegel des Fischbachs vor der Abfahrt nach Hintertiefenbach und Bachweg in Mittelreidenbach – stets im Auge“, betonte Heidrich. Als der Fischbachpegel die Meldehöhe von 1,10 Meter erreicht hatte, wurden die Wehrleute in Fischbach alarmiert. Dort wurden im Ort Spundwände entlang des Baches angebracht.

Gleichzeitig ist der Bachweg in Mittelreidenbach mit Sandsäcken abgesichert worden. „In diesen beiden Dörfern sind Bachanwohner von den Wehrleuten bei ihren privaten Sicherheitsvorkehrungen unterstützt worden“, berichtete Wehrleiter Heidrich. Insgesamt waren in der VG Herrstein-Rhaunen etwa 40 Wehrleute im Hochwassereinsatz. „Glücklicherweise fallen die Pegel wieder“, sagte Heidrich. Dennoch sei man wachsam.

Von Vera Müller, Axel Munsteiner und Andreas Nitsch