Archivierter Artikel vom 26.06.2014, 16:25 Uhr
Idar-Oberstein

Diese Kröte war nicht zu schlucken: Ringelnatter nimmt den Mund zu voll

Was war denn da los? Das große Fressen? Michael Hartmann aus Weierbach entdeckte dieses Szenario in seinem Garten. Er berichtet: „Die Ringelnatter hatte der Erdkröte in den Kopf gebissen und wollte sie wohl ersticken. Die Kröte hat sich aufgebläht, um nicht geschluckt zu werden.“

Hartmann schoss nicht nur ein Foto, sondern rettete die Kröte: Er beendete den Ringkampf mit dem Wasserschlauch. Die Dusche mochte die Schlange gar nicht: Sie war sofort verschwunden. Die Kröte musste sich noch eine Zeit erholen. Hartmann brachte sie sicherheitshalber in eine andere Ecke seines Gartens.

Bereits im vergangenen Jahr hatte nur rund 20 Kilometer entfernt Bernd Schreiber am Teich der Realschule plus eine ähnliche Beobachtung gemacht. Da hatte die Schlange irgendwann aufgegeben.

Wer hat denn da den Mund zu voll genommen?

Bernd Schreiber

Die Lektion von der Geschichte: ...

Bernd Schreiber

... Man kann nicht jede Kröte schlucken.

Bernd Schreiber

Auch Schlangen wie diese Kornnatter – hier auf einem Bild aus dem Tierheim – werden gelegentlich frei entdeckt und von der Tierrettung eingefangen. Exotische Reptilien sind als Haustiere immer beliebter.

Tierheim Koblenz

Im Engerser Feld entdeckt: eine Bullennatter. Wenn sie sich bedroht fühlt, mimt sie eine Klapperschlange, um auf Feinde Eindruck zu machen. Foto: Christian Stoltze

Nicht sehr gefährlich, aber doch bissig: Coronella Austriaca – zu deutsch Schlingnatter. In einem Discounter in Idar-Oberstein gab es wegen eines Exemplars Aufregung. Foto: Christian Fischer CC BY-SA 3.0

Entwarnung: So sieht eine Ringelnatter aus – und die ist völlig harmlos. Dennoch geraten viele Gartenbesitzer in Panik, wenn sich auf einmal so ein Reptil aus dem Gebüsch schlängelt. Immerhin wird die heimische Schlange bis zu 1,40 Meter lang.

Tierheim Koblenz

Eine Kornnatter in einem Tierheim in ihrem Terrarium – sie ist ungiftig.

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Ungiftig – aber das konnte ja erst mal niemand wissen: Eine Königsnatter vom Parkplatz Märker Wald an der A3. Die Schlangenart ähnelt den giftigen Korallenottern. Die Farbfolge unterscheidet sie. Bei Königsnattern sind schwarze Streifen zwischen den weißen und den roten Bändern – bei Korallennattern nicht. Faustregel: „Blut an Dotter, Killer-Otter. Blut an Kohle, dir zum Wohle.“

Polizei

Weder im Motorraum des A3 noch sonst in der Region heimisch: ein Königspython, die eine Werkstatt in Koblenz entdeckte. Aus Terrarien ausgerissene oder ausgesetzte Tiere sorgen immer wieder für Aufregung.

Eine zwei Meter große Boa Constrictor wird im August 2014 in Daufenbach im Kreis Trier-Saarburg gefangen – bereits die zweite Würgeschlange in diesem Gebiet. Wie die Tiere dorthin kamen war auch für die Polizei ein Rätsel. Alle Riesenschlangen sind Würgeschlangen und ungiftig. Der Mensch gehört nicht in ihr Beuteschema. Foto: Geidies

Zwei in der Klemme: Die Ringelnatter am Schulteich der Realschule plus in Birkenfeld hatte den Mund zu voll genommen. Später ließ sie von der Kröte ab. Foto: Bernd Schreiber

Rund ein Meter lang, sonnte sich auf der Terasse in Lehmen: Die Polizei fing das Tier ein, das sich dann als Ringelnatter entpuppte.

Polizei

Entwarnung: So sieht eine Ringelnatter aus – und die ist völlig harmlos. Dennoch geraten viele Gartenbesitzer in Panik, wenn sich auf einmal so ein Reptil aus dem Gebüsch schlängelt. Immerhin wird die heimische Schlange bis zu 1,40 Meter lang.

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Charakter-Schädel: Die gelblichen Flecken am Hinterkopf sind ein Erkennungsmerkmal der Ringelnatter.

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Weder blind, noch eine Schlange – und durch die Katze in Gefahr, nicht umgekehrt: Die Blindschleiche gehört zu den Echsen – und hat ihren Namen wohl von ihrem glänzenden Körper – blendender Schleicher. Unserem Leser Horst Heinrich Goergen gelang die Aufnahme in Alf an der Mosel.

Horst Heinrich Goergen

Einzige giftige heimische Schlangenart – die Kreuzotter. Vergiftungserscheinungen treten – wenn überhaupt – ein bis zwei Stunden nach dem Biss auf: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und ein anhaltend niedriger Blutdruck. Die Kreuzotter lebt vor allem am Niederrhein, in den südlichen Mittelgebirgen und den Alpen.

Auf bis zu 1,90 Meter bringen es ausgewachsene Äskulap-Nattern. Damit sind sie fast doppelt so lang wie die wesentlich bekanntere und verbreitetere Ringelnatter.

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Eine Kornnatter liegt in einem Karton. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um eine ungiftige Kornnatter aus Nordamerika.

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Eine Schlingnatter beim Sonnenbad. Häufig wird sie mit der giftigen Kreuzotter verwechselt. Kreuzottern haben aber im Unterschied auf dem Rücken ein schwarzes Zickzackband und schlitzförmige Pupillen. Schlingnattern haben runde Pupillen. Foto: Lore Bleibtreu/Nabu

Ein Mitarbeiter des Hauses für Natur hält in Dormagen eine Ringelnatter und einen „Schlafsack“ in den Händen.

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Eine Ringelnatter schlängelt sich durch Laub. Die Ringelnatter ist ein für Feuchtgebiete typisches Tier. Die Schlange braucht diesen Lebensraum, denn sie ernährt sich von Fischen und Fröschen.

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Eine Ringelnatter züngelt mit ihrer gespaltenen Zunge.

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