Archivierter Artikel vom 13.03.2020, 15:14 Uhr
Kreis Birkenfeld

Corona-Epidemie: Kreisverwaltung empfiehlt, Termine bis Ende April abzusagen

Sehr ernst nimmt die Kreisverwaltung Birkenfeld die aktuellen Handlungsempfehlungen der Bundes- und der Landesregierung und des Robert-Koch-Instituts zu Veranstaltungen, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung. Sie appelliert an die jeweiligen Organisatoren, größtmögliche Sorgfalt walten zu lassen – zumal in benachbarten Kreisen schon einzelne Fälle aufgetreten sind.

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„Es ist unumgänglich, dass wir Vorsichtsmaßnahmen treffen, um die Infektionsketten zu unterbrechen und damit die Ansteckungsgefahr zu vermindern“, erklärt Landrat Matthias Schneider. „Der richtige Weg wären verbindliche Vorgaben auf Bundesebene“, meint der Kreischef: „Schließlich ist der Infektionsschutz ja auch bundesgesetzlich geregelt.

Bei der Absage von Veranstaltungen müssten die Kommunen eine Vorreiterrolle übernehmen, so die Auffassung von Landrat Matthias Schneider und Amtsärztin Diana Thiel. Deshalb verschieben der Landkreis und die Verbandsgemeinde Birkenfeld die für den 26. April gemeinsam geplante Eröffnung des Nahesteigs auf unbestimmte Zeit. Gleiches gilt für die auf den 22. März im Kulturzentrum Goldener Engel in Baumholder terminierte Vernissage „Mittelböhmen – Himmelsblicke“. Aus Rücksicht auf die Schwächeren in unserer Gesellschaft, insbesondere die älteren und unter Vorerkrankungen leidenden Menschen, empfiehlt die Kreisverwaltung dringend, zumindest bis Ende April Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben, um der Gesundheitssicherheit Rechnung zu tragen.

Denn soziale Kontakte – insbesondere die Ansammlung größerer Menschenmengen – begünstigen eine schnellere Verbreitung des Virus. Je unüberschaubarer die Gruppe, desto schwieriger ist es, eine Erkrankung zurückzuverfolgen und Kontaktpersonen zu ermitteln.

Bei jeder Veranstaltung sollten die Verantwortlichen unbedingt prüfen, ob sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwingend erforderlich ist. Das Risiko ist besonders groß, wenn Menschen in fortgeschrittenem Alter, mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche dabei sind. Gleiches gilt, wenn Teilnehmer aus Risikogebieten kommen, medizinisches Personal oder Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur dabei sind.

Aber auch junge Menschen sind nicht vom Coronavirus gefeit – und nicht jedem sind seine Vorerkrankungen bekannt. „Wir alle müssen jetzt Einschränkungen im Alltag hinnehmen, um Schlimmeres zu vermeiden, und müssen Rücksicht auf die gesundheitlich Schwächeren nehmen“, mahnt Gesundheitsamtsleiterin Diana Thiel:

Zuständig für die Genehmigung einer Großveranstaltung sind die Ordnungsämter. Das Gesundheitsamt des Landkreises Birkenfeld berät nicht nur die Behörden, sondern auch die Veranstalter direkt.

Auch in der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen stellt man sich auf die Epidemie ein: Nach hausinterner Rücksprache mit Bürgermeister Uwe Weber ergeht aufgrund der aktuellen Situation bezüglich des Coronavirus folgende ausdrückliche Empfehlung: Zum präventiven Gesundheitsschutz der Bevölkerung sollte auf Zusammenkünfte und Veranstaltungen, die nicht unaufschiebbar sind, bis auf Weiteres verzichtet werden. Dazu zählen auch Bürgerversammlungen, Seniorenmittage, sowie alle regelmäßigen Treffen von Gruppen in den Orten der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen.

Darüber hinaus bitten die Verantwortlichen die örtlichen Vereine und Initiativen in der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen, auch in diesem Sinne zu handeln. Egal ob es um kulturelle, sportliche oder sonstige Gemeinschaftsaktivitäten geht. Diese Empfehlung gilt vorerst bis einschließlich Ostern.