Archivierter Artikel vom 15.08.2022, 14:12 Uhr
Niederhosenbach

Begegnungsstätte in Niederhosenbach: Hildegard steht im Mittelpunkt

Erstmals gibt es am kommenden Samstag, 20. August, die Möglichkeit, die Ausstellung „Hildegard von Bingen im Mittelalter“ in der Hauptstraße 21 in Niederhosenbach zu besichtigen. In Niederhosenbach, dem vermutlichen Geburtsort der Hildegard von Bingen, entsteht derzeit die neue Hildegard-Begegnungsstätte, die nun bereits vor ihrer offiziellen Eröffnung besichtigt werden kann.

In der Niederhosenbacher Kirche – unweit der neuen Hildegard-Begegnungsstätte – werden spezielle Führungen angeboten.  Foto: KTI Herrstein-Rhaunen
In der Niederhosenbacher Kirche – unweit der neuen Hildegard-Begegnungsstätte – werden spezielle Führungen angeboten.
Foto: KTI Herrstein-Rhaunen

Dazu sind Radfahrer – im Rahmen der Eröffnung der „Panoramatour auf dem Sonnenplateau“ am gleichen Tag –, aber auch Wanderer, die Einwohner Niederhosenbachs und sonstige Besucher aus umliegenden Orten eingeladen.

Die offizielle Eröffnung der Hildegard-Begegnungsstätte ist für einen späteren Zeitpunkt im Jahr zusammen mit der Fertigstellung des Wanderweges „Hildebrechts Heimat“ vorgesehen. Hildebrecht war der Vater von Hildegard, Niederhosenbach gilt allgemein als deren Familiensitz.

Ganzheitlicher Ansatz

Hildegard befasste sich schon lange vor der Kirchenspaltung vorrangig mit Glaubensfragen. Sie wurde im vergangenen Jahrzehnt als Kirchenlehrerin anerkannt und heilig gesprochen. Ihre religiösen Überlegungen werden von heutigen Glaubensrichtungen geschätzt und aufgenommen. Ihr ganzheitlicher Ansatz von Körper, Geist und Seele in Verbindung mit universalen Betrachtungen beeinflusste das mittelalterliche Denken und sogar Kaiser Friedrich I. Barbarossa setzte sich im zwölften Jahrhundert mit ihren Erkenntnissen auseinander.

Die Ausstellung bringt den Besuchern Daten, Fakten, Zeitgeschichte und Wirkungsstätten von Hildegard im Mittelalter näher. Ergänzt wird dies durch das Angebot von Führungen durch die Kirche von Niederhosenbach. Rosemarie Kleinhans-Stumm stellt die Kirchengeschichte des Dorfes (Kirchenfenstermeditation, Orgelspiel, Taufkapelle) in mehreren Führungen zwischen 11 und 16 Uhr vor. Die Kirche befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Begegnungsstätte. Fürs leibliche Wohl sorgt der Musikverein Gloria 1953 Niederhosenbach mit kalten Speisen, Getränken, Kaffee und Kuchen. red