Archivierter Artikel vom 23.04.2021, 15:31 Uhr
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Dattenberg/Ockenfels/Neustadt

Zerreißprobe für Personal, Kinder, Eltern: Corona stellt Kitas vor enorme Hürden

Die Zeit der Pandemie ist eine Zerreißprobe für das Personal der Kindertagesstätten. Bei den Mitarbeiterinnen in der Dattenberger Kita ist nicht nur die Belastungsgrenze erreicht, auch die Frustrationstoleranz ist überschritten. Im Gespräch mit der RZ erklärt Ortsbürgermeister Stefan Betzing, dass sich die Mitarbeiter, allen voran die Leitung, im Spannungsfeld von sich wöchentlich ändernden Verordnungen, von Eltern in Not, aber auch von überforderten und verstörten Kindern bewegen. „Dazu kommt der Anspruch, den die Mitarbeiter an sich selbst haben, weil sie ihren Aufgaben auch in der Krise bestmöglich und verlässlich nachkommen wollen. Manches Mal ein Ding der Unmöglichkeit“, bringt der Ortsbürgermeister die Lage auf den Punkt. „Es wird Zeit, dass die Krise auch aus dem Blickwinkel der Erzieher in den Kitas betrachtet wird. Über ihre Bedürfnisse geht die Gesetzgebung großzügig hinweg“, sagt Betzing. Jüngstes Beispiel, das Unverständnis bei den Mitarbeitern und der Gemeinde als Träger hinterlässt: Die Kita nimmt am 3. Mai, auch vor dem Hintergrund des neuen Kitagesetzes, eine neue Gruppe in Betrieb, weil dringend mehr Plätze benötigt werden. Alles ist fertig, das Personal gefunden, die Möbel sind geliefert. Was fehlt, ist die Betriebsgenehmigung. „Dazu muss die Genehmigungsbehörde vorbeischauen. Die weigert sich jedoch im Hinblick auf die Corona-Gefährdung. Wir hängen in der Luft. Aber von unserem Personal, auch von den Risikogruppen, wird selbstverständlich gefordert, den Betrieb unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten“, empört sich Betzing.

Von Sabine Nitsch und Simone Schwamborn Lesezeit: 6 Minuten