Archivierter Artikel vom 04.08.2021, 12:29 Uhr
Kreis Neuwied

Soldaten bekämpfen Corona: Wichtige Helfer beenden ihren Pandemieeinsatz

16 Monate nach der Eröffnung hat das Gesundheitsamt des Kreises Neuwied seine Fieberambulanz im Gewerbegebiet Distelfeld geschlossen. Grund dafür ist vor allem die deutlich gesunkene Nachfrage. Mussten in der Hochphase bis zu 400 Tests am Tag durchgeführt werden, sind es derzeit im Schnitt noch knapp 30. Hinzu kommt, dass die Bundeswehr ihre Unterstützungskräfte abgezogen und in die Katastrophenregion im Kreis Ahrweiler verlegt hat, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.

Die beiden Oberstabsgefreiten Carsten Ackermann (2. von links) und Christof Jeneral nahmen den Dank stellvertretend für den Einsatz von rund 50 Soldaten in der Fieberambulanz an.
Die beiden Oberstabsgefreiten Carsten Ackermann (2. von links) und Christof Jeneral nahmen den Dank stellvertretend für den Einsatz von rund 50 Soldaten in der Fieberambulanz an.
Foto: Kreisverwaltung Neuwied

Landrat Achim Hallerbach verabschiedete die Soldaten und dankte ihnen ausdrücklich. „Sie haben ihre Schlagkraft und Disziplin eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Eine unverzichtbare Hilfe“, betonte er und unterstrich, dass er den Abzug bedauert. „Er schmerzt, aber wir können die andere Verwendung natürlich nachvollziehen“, machte er deutlich. Der Landrat bekräftigte, dass der Betrieb der Fieberambulanz in der durchgeführten Form ohne die Bundeswehr nicht möglich gewesen wäre, wie es in der Mitteilung der Verwaltung heißt.

Ilonka Degenhardt lobte als stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes vor allem die „supertolle Zusammenarbeit“. Seit April 2020 hätten insgesamt rund 50 Kräfte des Sanitätsregiments Koblenz und des IT-Bataillons Gerolstein sowohl bei der Abnahme der Abstriche als auch bei der Kontaktnachverfolgung unterstützt. „Das hat wirklich richtig gut funktioniert. Ohne sie hätten wir das nicht geschafft“, unterstrich sie.

Die beiden Oberstabsgefreiten Carsten Ackermann und Christof Jeneral gaben die lobenden Worte bei der Verabschiedung zurück: „Es war eine schöne Zeit, und es gab nie Probleme“, sagten sie übereinstimmend.

Die Fieberambulanz im Distelfeld war im März 2020 auf eine Entscheidung des da noch ganz frisch eingerichteten Krisenstabes um Landrat Achim Hallerbach aufgebaut worden – als eine der ersten Einrichtungen dieser Art in der Region. Hallerbach dankte allen Einsatzkräften – namentlich auch von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk – für ihre Arbeit. „Die Fieberambulanz ist damals dank vieler Helfer innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft worden und war seitdem eine wichtige Dauereinrichtung in der Pandemiebekämpfung. Ich hoffe trotzdem, dass wir sie nicht demnächst wieder brauchen werden“, teilte der Landrat mit und appellierte zum wiederholten Mal an die Eigenverantwortung der Menschen. „Bleiben Sie vorsichtig, überlegen Sie gut, ob Sie wirklich in diesem Jahr in ein Risikogebiet verreisen müssen und schützen Sie sich selbst und andere, in dem Sie sich impfen lassen“, sagte er.

Die Fieberambulanz im Distelfeld wird nicht abgebaut. Sollte der Bedarf wieder stark steigen, kann sie rasch reaktiviert werden. „Die Infrastruktur bleibt erhalten“, versicherte Degenhardt. Die PCR-Testungen auf das Coronavirus führen jetzt ausschließlich niedergelassene Mediziner durch (die RZ berichtete). Es besteht laut Mitteilung freie Arztwahl, das Neuwieder Gesundheitsamt hat aber zur Sicherstellung ausreichender Kapazitäten eine Vereinbarung mit dem „Testzentrum Neuwied“ in der Marktstraße geschlossen. Damit könnten auf jeden Fall weiterhin alle Kontaktpersonen von Infizierten sowie Menschen mit einem positiven Schnell-/Selbsttest getestet werden. Auch die Nachtestungen von Infizierten würden demnach weiter garantiert.

Für all diese Personen fallen auch nach wie vor keine eigenen Kosten an, das Gesundheitsamt bleibt der Auftraggeber. Wie Ilonka Degenhardt erklärte, werden auch weiterhin alle positiven PCR-Tests anschließend sequenziert, also auf mögliche Mutationen untersucht. „Es ändert sich für all diese Menschen im Endeffekt nichts. Sie müssen nur einen anderen Ort aufsuchen“, sagte Degenhardt. Allein diejenigen, die für private Urlaubsreisen Tests brauchen, müssen sich jetzt ebenfalls selbst um eine Möglichkeit kümmern und – wie bislang – auch selbst bezahlen.