Niederbreitbach

Mit spielerischem Konzept überzeugt: Regenbogenland in Niederbreitbach ist nun Konsultationskita

Konsulationskita Niederbreibach
Die Leiterin der Kita Regenbogenland in Niederbreitbach, Daniela Polifka, brachte Landrat Achim Hallerbach beim Ortstermin auch das erfolgreiche Bewegungskonzept nahe, das das Land-Rheinland-Pfalz mit einer Widmung als Konsultationskita gewürdigt hat. Foto: Kreisverwaltung Neuwied/Martin Boden

Seit 2008 unterstützt das Land Rheinland-Pfalz mit dem Projekt „Konsultationskita“ Fachkräfte dabei, pädagogische Schwerpunkte umzusetzen – seit Kurzem trägt auch die Niederbreitbacher Kindertagestätte den Titel, die mit ihrem Schwerpunkt „Durch Bewegung die Welt begreifen“ überzeugt hat.

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„Wenn man genügend spielt, solange man klein ist, trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein ganzes Leben schöpfen kann.“ Diese Weisheit der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren hat die kommunale Kindertagesstätte Regenbogenland in Niederbreitbach beherzigt – und ist dafür nach Angaben der Kreisverwaltung Neuwied belohnt worden. Denn das rheinland-pfälzische Kultusministerium hat das Regenbogenland im Wiedtal zur sogenannten „Konsultationskita“ ernannt. Zuvor hatte das Kreisjugendamt eine solche Zertifizierung bereits flankierend mitgetragen und befürwortet, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Im Rahmen unserer Möglichkeiten wird das Kreisjugendamt die künftigen Anstrengungen der Niederbreitbacher Kita positiv begleiten“, machte Landrat Achim Hallerbach bei seinem Ortstermin gegenüber Einrichtungsleiterin Daniela Polifka deutlich, dass der Kreis die weitere Entwicklung mit Interesse beobachtet.

Pädagogische Arbeit ermöglichen

Die Unterstützung des Landkreises beziehe sich nicht nur auf eine ständige Gesprächsbereitschaft des Kreisjugendamtes bei Anfragen aus der Einrichtung, sondern auch auf Angebote im Rahmen des Ansatzes „Qualitätsentwicklung im Diskurs“ gemeinsam mit dem Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit – Rheinland-Pfalz (IBEB) sowie einen kontinuierlichen Austausch zu den Rahmenbedingungen der Einrichtung, sodass eine gute pädagogische Arbeit möglich sei, so Hallerbach.

Bei Konsultationskindertagesstätten handelt es sich um Einrichtungen, die sich auf bestimmte Bildungsbereiche spezialisiert haben und ihre Erfahrungen aus der Praxis in Form der Beratung, eben der Konsultation, weitergeben. Die Laufzeit als Konsultationskita ist auf jeweils drei Jahre fixiert, Niederbreitbach ist entsprechend für den Zeitraum 2024 bis 2026 gewidmet.

Die Welt durch Bewegung begreifen

Das Regenbogenland in Niederbreitbach hat sich den Schwerpunkt „Durch Bewegung die Welt begreifen“ zu eigen gemacht. „In diesem Zusammenhang war uns sehr daran gelegen, dass alle Fachkräfte gleichermaßen fortgebildet werden und sich somit auf einem identischen Level befinden. Durch die Zertifizierung zur Bewegungskita können wir jetzt noch stärker konzeptionell auf das Thema Bewegung allgemein und das Begreifen der Welt eingehen“, sagt Daniela Polifka.

Im Rahmen ihres offenen Konzeptes arbeitet die Kindertagesstätte in Niederbreitbach bereits seit mehreren Jahren mit den sogenannten „Hengstenberg Materialien“. Elfriede Hengstenberg hatte bereits vor mehr als 100 Jahren festgestellt, dass Kinder über ihr forschendes Interesse an einer selbst gestalteten Aufgabe motivierender in Bewegung kommen, als bewusst zu trainieren. Kanalisiert wird der Forscherdrang dadurch, dass sich die Mädchen und Jungen selber eine Bewegungsbaustelle zusammenstellen und diese dann nutzen. Dabei werden ihre Kommunikationskompetenzen sowie die Spiel- und Schriftkultur gefördert.

Weg zur mehr Selbstständigkeit

„So lernen die Kinder schnell, dass sie zur Gruppe gehören, Ideen nutzen können und diese auch in der dafür notwendigen Zeit ausprobieren. Es entwickelt sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl und die Persönlichkeit entfaltet sich durch die Chance, sich aktiv und forschend durch Bewegung im Raum auszuleben. Die Kinder lernen selbstständig zu erkennen, zu welchen Bewegungen der eigene Körper fähig ist und erfahren dabei Raum- und Körpergrenzen. Sie sollen spielerisch eigene Ideen entwickeln und umsetzen“, erklärt Polifka.

Der im November 2019 vollzogene Umbau zeigte den Erzieherinnen eine Reihe von Möglichkeiten auf, wo pädagogische „Akzente“ zum Selbstlernen gesetzt werden können. Neben den ausführlich geplanten festen Bewegungsangeboten werden die Kinder jederzeit aufgefordert, in die sprichwörtlichen „Gänge zu kommen“. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Funktionsräume der Kitamitarbeiterin so gestaltet, dass Bewegung quasi automatisch erfolgt. Zudem gibt es im Haus viele Anlaufstellen, die – wie etwa Motorikwände, ein Barfußparcours, ein Teppich mit Hüpfkästchen oder auch Stelzen zum Laufen – zur Bewegung animieren.

Gesamtes Personal bildet sich fort

Allein die offene Arbeit regt die Kinder jederzeit zur Bewegung an. Sobald sich, bei den Kindern, der Hunger bemerkbar macht, oder sie den Spielort wechseln möchten, müssen sie gehen, um das Ziel zu erreichen. Das Außengelände ist als fester Raum in das Konzept integriert. Dort finden sich, neben den klassischen Bewegungselementen, ebenfalls Naturmaterialien, wie etwa dicke Holzstämme und Klötze zum Bauen wieder. In der Naturgruppe wiederum, die wöchentlich zusammenkommt, werden neben einem normalen Spaziergang, auch Außenaktivitäten im Wald oder im Feld angeboten, ist dem Pressetext weiter zu entnehmen.

Um die Thematik der Bewegung und das Begreifen der Welt noch mehr bei den Fachkräften zu sensibilisieren, hat das gesamte pädagogische Personal an der Fortbildung zur Bewegungskita teilgenommen. Mit Erfolg, wie die Zertifizierung zeigt.