Archivierter Artikel vom 16.02.2021, 13:49 Uhr
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Neustadt

Gesellenbrief statt Ausweisung: Neustädter Betrieb gibt Flüchtling eine Chance

Nachdem Karo Shamoevis Asylantrag in Frankreich abgelehnt wurde, war der Mann, der wegen fehlender Arbeitsplätze aus der georgischen Hauptstadt Tiflis geflohen war, 2014 in den Kreis Neuwied gekommen. Im Neustadter Ortsteil Hombach findet er ein Zuhause, meldet sich beim Fußballverein SG DJK Neustadt-Fernthal an – spielt bald in der zweiten Herrenmannschaft. Über diese Kontakte schafft er es mit Mühe, beim kommunalen Bauhof einen Ein-Euro-Job zu bekommen. Fast drei Jahre arbeitet er dort, macht auf Empfehlung seines Chefs ein Praktikum beim örtlichen Betrieb Elektro Hoppen. Alles scheint sich gut zu entwickeln. Im Januar 2017 bekommt der dreifache Familienvater jedoch einen unheilvollen Brief. In dem steht, dass er aus der Bundesrepublik ausgewiesen werden soll. Der Grund: Er hat keine Zeugnisse und Qualifikationen vorzuweisen und in Deutschland keinen Ausbildungsplatz in Aussicht. Eine Begegnung beim Einkaufen soll sein Leben schließlich aber in eine andere Richtung lenken.

Von Tim Saynisch Lesezeit: 4 Minuten