Neuwied

Erstes Forum für Muskuloskelettale Medizin: Neuwieder Experten in smarten OP-Sälen

Beim Forum für Muskuloskelettale Medizin im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth haben Mediziner über neue Therapieformen informiert.

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Sind im Muskuloskelettalen Zentrum im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied für alle Patienten mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates da (von links): Dr. Christoph Wölfl, Dr. Kathrin Hube, Dr. Ulf Taubert, Dr. Thomas Schilling und Dr. Walter Richter.
Sind im Muskuloskelettalen Zentrum im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied für alle Patienten mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates da (von links): Dr. Christoph Wölfl, Dr. Kathrin Hube, Dr. Ulf Taubert, Dr. Thomas Schilling und Dr. Walter Richter.
Foto: Andrea Schulze

„Wir sind das Zentrum für den kompletten Bewegungsapparat“, sagte Dr. Walter Richter, Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie/Neurotraumatologie, beim Forum für Muskuloskelettale Medizin im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth. Vor rund einem Jahr wurde das Muskuloskelettale Zentrum (MSZ) etabliert.

Patienten mit Erkrankungen der Gelenke, Muskeln, Knochen und Nerven werden hier von spezialisierten Ärzten und einem therapeutischen Team, dem unter anderem Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Pflegekräfte angehören, behandelt. Zur Leitung gehören Richter als Ärztlicher Direktor und Dr. Christoph Wölfl, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Hand- und Plastische Chirurgie, als geschäftsführender Direktor. Dr. Ulf Taubert leitet die Orthopädie, Dr. Thomas Schilling die Hand- und Plastischen Chirurgie und Dr. Kathrin Hube Geschäftsführende Oberärztin, teilt die Klinik in einem Pressetext mit.

KI spielt immer größere Rolle

Beim ersten Forum für Muskuloskelettale Medizin stellten die Ärzte in vier Fachvorträgen Therapiemöglichkeiten des neu etablierten Zentrums vor. Dr. Walter Richter referierte über die Entwicklung der Wirbelsäulenchirurgie und prognostizierte eine Zunahme von Künstlicher Intelligenz (KI) und Assistenzsystemen in der Wirbelsäulenchirurgie wie in anderen Bereiche der Medizin.

So spiele KI in der Radiologie schon jetzt eine wichtige Rolle und unterstütze die Ärzte bei der Datenauswertung und der Diagnostik. „Smarte Operationssäle werden sich immer mehr durchsetzen“, ist Richter überzeugt.

Operationsmethode erhält große Teile des Knochens

Ebenfalls Teil des MSZ ist das Endoprothetikzentrum (EPZ) der Maximalversorgung, das bis 2020 am Klinikstandort Bendorf angesiedelt war. Rund 500 endoprothetische Eingriffe wurden im EPZ im vergangenen Jahr durchgeführt. Dr. Ulf Taubert beschrieb die Vorteile der Kurzschaft-Endoprothesen. Er implantiert diese künstlichen Hüftgelenke minimal-invasiv, indem er die anatomischen Lücken in der Oberschenkelmuskulatur für den Zugang zum Gelenk verwendet. Gerade bei jüngeren Patienten nutzt er diese Operationsmethode, die große Teile des Knochens erhält und geringere Schmerzen verursacht. Außerdem seien die Patienten deutlich schneller wieder fit.

Neu im Team ist Dr. Thomas Schilling. Die komplexe Handtraumatologie, das heißt, die Versorgung von schwerwiegenden Handverletzungen bis hin zur Replantation von amputierten Fingern oder Teilen der Hand, ist einer seiner Schwerpunkte. „Wir helfen Patientinnen und Patienten, deren Körper zum Beispiel nach einem Unfall, einer schweren Operation, einer Verbrennung, einer Tumorerkrankung oder bei einer angeborenen Fehlbildung rekonstruiert werden muss“, so Schilling.

3D bietet neue Möglichkeiten

Dr. Wölfl stellte in seinem Vortrag moderne Aspekte der rekonstruktiven Sport- und Akuttraumatologie vor und berichtete über Operationsmethoden bei Kreuzbandverletzungen oder ausgerenkter Kniescheibe. „Mit der 3D-Bildgebung kann ich das gesamte Gelenk aus allen Ebenen betrachten“, betont Wölfl. Zusätzlich steht den Chirurgen zur Navigation während der Operation das sogenannte O-Arm System zur Verfügung, das Bilder in Echtzeit erstellt. „Damit können wir zusätzlich zur 3D-Bildgebung mit unseren Instrumenten im drei dimensional errechneten Bilddatensatz Schrauben und Drähte an die optimale Stelle bringen“, so Wölfl.